- 17.06.2002, 13:13:00
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Präsident Leitl vor Tourismus Forum: Müssen betriebliches Eigenkapital stärken!
Lösung der offenen Fragen als beste Vorbereitung auf die Herausforderungen der EU-Erweiterung - Tourismus Forum 2002 in Baden eröffnet
Baden (PWK432) - "Der Countdown zur EU-Erweiterung läuft. Beim
nächsten Tourismus Forum in einem Jahr stehen wir schon knapp vor dem
Beitritt unserer Nachbarn. Wir müssen uns heute kritisch fragen, ob
alles getan wurde, was zu tun ist. Tatsächlich gibt es ja noch eine
Reihe offener Fragen, von der Steuerentlastung bis hin zum
Bürokratieabbau", stellte der Präsident der Wirtschaftskammer
Österreich, Christoph Leitl, Montag Vormittag in seiner Rede zur
Eröffnung des Tourismus Forums 2002 in Baden bei Wien einleitend
fest.
Österreichs Tourismuswirtschaft habe gut daran getan, auf den
Qualitätswettbewerb zu setzen. Um die Investitionen auch in Zukunft
sicherzustellen, brauche die Branche allerdings das notwendige
Kapital und vor allem eine verbesserte Besteuerung nicht entnommener
Gewinne. Diese werden jetzt mit 34 bis 50 Prozent besteuert. "Es darf
nicht sein, dass Risikokapital schlechter behandelt wird als
Nichtrisikokapital. Man muss sich daher an der 25 prozentigen
Endbesteuerung von Sparkapital orientieren", betonte der
WKÖ-Präsident. Die Verbesserung der Kapitalsituation sehe er, Leitl,
als gleichrangiges Ziel neben der Lohnnebenkostensenkung.
Die lange verhandelte Abfertigung Neu ("Vorsorge Neu") sei ein
absolut vertretbares
Resultat, das dem Tourismus bei weiterer Betrachtung Vorteile bringt.
Als weiteren Punkt sprach Leitl den Ersatz der Berufsschulzeiten an.
"Ausbildungswilligen Betrieben sollte die Berufsschulzeit ersetzt
werden, da die Jugendlichen in dieser Zeit im Betrieb nicht anwesend
sind".
Die Reform der Gewerbeordnung bezeichnete Präsident Leitl als
Gesamtpaket, das man jetzt nicht aufschnüren sollte, da sonst ein
"Ende nie" herauskäme. "Es ist dies ein Kompromiss, den wir intensiv
begleiten und beobachten".
Es gehe jetzt darum, Vertrauenssignale zu setzen, dass der
Wirtschaftsstandort Österreich Zukunft hat. "Mit einem
wettbewerbsfähigen Österreich bereiten wir uns am besten auf die
künftige Position unseres Landes in der Mitte Europas vor", erklärte
Präsident Leitl.
Der Tourismus sei eine "ungeheuer wichtige Branche". Waren- und
Tourismusexport zusammen machten rund 50 Prozent der Wertschöpfung in
Österreich aus. Die Branche brauche daher professionell handelnde
Akteure, die bereit sind, sich auf die Bühne zu stellen und für die
Interessen der Branche einzutreten. Das von der Bundessparte
Tourismus und Freizeitwirtschaft veranstaltete Tourismus Forum, das
2002 sein 40jähriges Jubiläum feiert, sei dazu ein guter Anlass.
Ausdrücklich dankte Präsident Leitl in diesem Zusammenhang dem
Tiroler Hotelier und früheren Tourismus-Sektionsobmann Hansjörg Kröll
für dessen vorbildlichen Einsatz bei der langjährigen Durchführung
des Tourismus Forums in Mayrhofen. Nach St. Johann in den beiden
vergangenen Jahren findet die von rund 250 Touristikern aus dem In-
und Ausland besuchte Veranstaltung heuer erstmals im Congress Casino
in Baden statt. (hp)
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