Präsident Leitl vor Tourismus Forum: Müssen betriebliches Eigenkapital stärken!

Lösung der offenen Fragen als beste Vorbereitung auf die Herausforderungen der EU-Erweiterung - Tourismus Forum 2002 in Baden eröffnet

Baden (PWK432) - "Der Countdown zur EU-Erweiterung läuft. Beim nächsten Tourismus Forum in einem Jahr stehen wir schon knapp vor dem Beitritt unserer Nachbarn. Wir müssen uns heute kritisch fragen, ob alles getan wurde, was zu tun ist. Tatsächlich gibt es ja noch eine Reihe offener Fragen, von der Steuerentlastung bis hin zum Bürokratieabbau", stellte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, Montag Vormittag in seiner Rede zur Eröffnung des Tourismus Forums 2002 in Baden bei Wien einleitend fest.

Österreichs Tourismuswirtschaft habe gut daran getan, auf den Qualitätswettbewerb zu setzen. Um die Investitionen auch in Zukunft sicherzustellen, brauche die Branche allerdings das notwendige Kapital und vor allem eine verbesserte Besteuerung nicht entnommener Gewinne. Diese werden jetzt mit 34 bis 50 Prozent besteuert. "Es darf nicht sein, dass Risikokapital schlechter behandelt wird als Nichtrisikokapital. Man muss sich daher an der 25 prozentigen Endbesteuerung von Sparkapital orientieren", betonte der WKÖ-Präsident. Die Verbesserung der Kapitalsituation sehe er, Leitl, als gleichrangiges Ziel neben der Lohnnebenkostensenkung.

Die lange verhandelte Abfertigung Neu ("Vorsorge Neu") sei ein absolut vertretbares
Resultat, das dem Tourismus bei weiterer Betrachtung Vorteile bringt.

Als weiteren Punkt sprach Leitl den Ersatz der Berufsschulzeiten an. "Ausbildungswilligen Betrieben sollte die Berufsschulzeit ersetzt werden, da die Jugendlichen in dieser Zeit im Betrieb nicht anwesend sind".

Die Reform der Gewerbeordnung bezeichnete Präsident Leitl als Gesamtpaket, das man jetzt nicht aufschnüren sollte, da sonst ein "Ende nie" herauskäme. "Es ist dies ein Kompromiss, den wir intensiv begleiten und beobachten".

Es gehe jetzt darum, Vertrauenssignale zu setzen, dass der Wirtschaftsstandort Österreich Zukunft hat. "Mit einem wettbewerbsfähigen Österreich bereiten wir uns am besten auf die künftige Position unseres Landes in der Mitte Europas vor", erklärte Präsident Leitl.

Der Tourismus sei eine "ungeheuer wichtige Branche". Waren- und Tourismusexport zusammen machten rund 50 Prozent der Wertschöpfung in Österreich aus. Die Branche brauche daher professionell handelnde Akteure, die bereit sind, sich auf die Bühne zu stellen und für die Interessen der Branche einzutreten. Das von der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft veranstaltete Tourismus Forum, das 2002 sein 40jähriges Jubiläum feiert, sei dazu ein guter Anlass. Ausdrücklich dankte Präsident Leitl in diesem Zusammenhang dem Tiroler Hotelier und früheren Tourismus-Sektionsobmann Hansjörg Kröll für dessen vorbildlichen Einsatz bei der langjährigen Durchführung des Tourismus Forums in Mayrhofen. Nach St. Johann in den beiden vergangenen Jahren findet die von rund 250 Touristikern aus dem In-und Ausland besuchte Veranstaltung heuer erstmals im Congress Casino in Baden statt. (hp)

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