Aviso/Grüne: Enthüllung einer Gedenktafel und ein Abend für Hugo Bettauer

Auf Antrag der Josefstädter Grünen wird eines der ersten Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Wien (Grüne) - Am 18. 6. 2002 um 15 Uhr findet die Enthüllung der aus dem Josefstädter Kulturbudget finanzierten Gedenktafel für Hugo Bettauer durch Bezirksvorsteherin Margit Kostal in der Lange Gasse 21 statt. Univ.-Prof. Dr. Murray Hall hält eine Einführung.

Der Kulturraum 8 lädt um 19 Uhr in die "A41 Galerie im Hof", Albertgasse 41, 1080 Wien, zu einem Abend für Hugo Bettauer ein. Univ.-Prof. Dr. M. Hall trägt über das Leben und den "Fall Bettauer" vor, die Grüne Gemeinderätin Cecile Cordon liest zu Ausschnitten von Romanverfilmungen ("Die Stadt ohne Juden", "Die freudlose Gasse").

Aufgrund eines Antrages der Josefstädter Grünen vom Dezember 2001 kommt es nun zu der Errichtung der Gedenktafel. Maga Helen Rupertsberger-Knopp, Grüne Bezirksrätin und Mitglied in der Kulturkommission freut sich über den Erfolg: "Wir haben es geschafft, alle Fraktionen von der Notwendigkeit der Würdigung dieses Opfers des Nationalsozialismus durch den von uns ausgearbeiteten Text zu überzeugen. So hat die Josefstädter Kulturkommission einen wichtigen gemeinsamen Schritt zur Erinnerung und Aufarbeitung der Vergangenheit dieses Bezirkes geleistet."

Der Text der Gedenktafel gibt Aufschluss über Hugo Bettauer:
HUGO BETTAUER
Schriftsteller und Journalist
18. 8. 1872 - 26. 3. 1925

In der Lange Gasse 5-7, der Redaktion seiner Zeitschrift, wurde Hugo Bettauer am 10.3.1925 durch mehrere Schüsse eines jungen Nationalsozialisten tödlich verletzt.
Seine journalistische Laufbahn begann in den USA. 1910 kehrte er nach Wien zurück und schrieb für die "Neue Freie Presse" und "Die Zeit". In der Folge verfasste er mehrere äußerst erfolgreiche Kolportageromane. Davon wurden u.a. verfilmt "Die freudlose Gasse" (Regie G.W. Pabst, mit Greta Garbo, Asta Nielsen und Werner Krauss) und "Die Stadt ohne Juden" (Regie H.K. Breslauer, mit Hans Moser).

Auf neue gesellschaftliche Entwicklungen der Zwanzigerjahre reagierte Bettauer durch die Herausgabe der Zeitschrift "Er und Sie. Wochenschrift für Lebenskultur und Erotik". Als Jude und wegen seiner liberalen und sozialen Ansichten wurde er zur Zielscheibe für extrem gehässige Angriffe des nationalsozialistischen bis hin zu Teilen des bürgerlichen Lagers, die schließlich zum tödlichen Attentat im Jahre 1925 führten.

Bettauer starb als eines der ersten Opfer des Nationalsozialismus.

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