- 15.06.2002, 11:52:17
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Brauner: Wahl von Finz weckt integrationspolitische Hoffnungen
Auch seine Position zu 209-Paragrafen sehr fortschrittlich
Wien (OTS) - "Alfred Finz lässt gerade für die Integrationspolitik
auf eine neue, sehr fruchtbare und parteiübergreifende Kooperation im
Interesse aller in Wien lebenden Menschen hoffen", erklärte Wiens
Integrationsstadträtin Mag. Renate Brauner am Samstag in einer ersten
Reaktion auf seine Wahl als neuer Wiener ÖVP-Obmann.
Sie stimme mit dem "neuen starken Mann in der Wiener ÖVP" völlig
überein, wenn er meint, dass es immer eine Stärke Wiens war, "Fremde
zu Wienern zu machen". "Gerade in dem so sensiblen Bereich der
Integration sollten wir alle versuchen, parteipolitisches Gezänk zu
vermeiden und Antworten zu finden, die Allen helfen", so Brauner. Ein
breiter parteipolitischer Konsens wäre deshalb mehr als
wünschenswert. Gerade die Zustimmung aller Parteien zur
Willkommensmappe im zuständigen Ausschuss sei ein wichtiges Signal
gewesen, so Brauner. Denn diese solle den ZuwanderInnen die
Identifikation in und mit ihrer neuen Heimat erleichtern und so
helfen, "aus Fremden Wienern zu machen".
Auch der Kurswechsel des neuen Wiener ÖVP-Obmanns Finz in der
Frage des diskriminierenden Paragrafen 209 sei sehr erfreulich. Eine
bloße Ankündigungspolitik reiche aber gerade im Zusammenhang mit
dieser schreienden Ungerechtigkeit nicht aus, so Brauner:
"Offensichtlich hat die kontinuierliche Aufklärungsarbeit der Wiener
Antidiskriminierungsstelle und vieler anderer schwul-lesbischer
Organisationen und Vereine dazu beigetragen, endlich zu einer
fortschrittlichen Ansicht in dieser Frage zu gelangen und das düstere
Weltbild der Wiener ÖVP etwas aufzuhellen."
Brauner äußerte die Hoffnung, dass der neue ÖVP-Wien Obmann Finz
sich mit seinen vernünftigen Forderungen auch gegen ÖVP-Hardliner wie
etwa den Döblinger Bezirksvorsteher Alfred Tiller durchsetzen werde.
Denn dieser sagt im aktuellen "Falter" folgendes: "Schwule und Lesben
vorm Traualtar, Ausländer an der Wahlurne, (...); Wähler, die
derartig extreme Weltanschauungen haben, passen nicht zur ÖVP".
"Dieses sehr rückwärtsgewandte Einstellung scheint in der ÖVP nun
keine Mehrheit mehr zu haben", so Brauner.
"Für uns in der Stadt Wien spielen weder die Hautfarbe, der Pass,
noch die sexuelle Orientierung der Menschen eine Rolle. Für uns steht
der Mensch im Mittelpunkt. Konkrete Maßnahmen zu setzen, die den
Menschen helfen und sie unterstützen. Diesen Weg weiterzugehen, wird
Wiens internationalen Ruf als weltoffene und fortschrittliche Stadt
auch weiter prägen", stellte Brauner abschließend fest. (Schluss) hk
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz
Mag. Heidemarie Kargl
Tel.: 0664/140 96 86
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