Brauner: Wahl von Finz weckt integrationspolitische Hoffnungen

Auch seine Position zu 209-Paragrafen sehr fortschrittlich

Wien (OTS) - "Alfred Finz lässt gerade für die Integrationspolitik auf eine neue, sehr fruchtbare und parteiübergreifende Kooperation im Interesse aller in Wien lebenden Menschen hoffen", erklärte Wiens Integrationsstadträtin Mag. Renate Brauner am Samstag in einer ersten Reaktion auf seine Wahl als neuer Wiener ÖVP-Obmann.

Sie stimme mit dem "neuen starken Mann in der Wiener ÖVP" völlig überein, wenn er meint, dass es immer eine Stärke Wiens war, "Fremde zu Wienern zu machen". "Gerade in dem so sensiblen Bereich der Integration sollten wir alle versuchen, parteipolitisches Gezänk zu vermeiden und Antworten zu finden, die Allen helfen", so Brauner. Ein breiter parteipolitischer Konsens wäre deshalb mehr als wünschenswert. Gerade die Zustimmung aller Parteien zur Willkommensmappe im zuständigen Ausschuss sei ein wichtiges Signal gewesen, so Brauner. Denn diese solle den ZuwanderInnen die Identifikation in und mit ihrer neuen Heimat erleichtern und so helfen, "aus Fremden Wienern zu machen".

Auch der Kurswechsel des neuen Wiener ÖVP-Obmanns Finz in der Frage des diskriminierenden Paragrafen 209 sei sehr erfreulich. Eine bloße Ankündigungspolitik reiche aber gerade im Zusammenhang mit dieser schreienden Ungerechtigkeit nicht aus, so Brauner:
"Offensichtlich hat die kontinuierliche Aufklärungsarbeit der Wiener Antidiskriminierungsstelle und vieler anderer schwul-lesbischer Organisationen und Vereine dazu beigetragen, endlich zu einer fortschrittlichen Ansicht in dieser Frage zu gelangen und das düstere Weltbild der Wiener ÖVP etwas aufzuhellen."

Brauner äußerte die Hoffnung, dass der neue ÖVP-Wien Obmann Finz sich mit seinen vernünftigen Forderungen auch gegen ÖVP-Hardliner wie etwa den Döblinger Bezirksvorsteher Alfred Tiller durchsetzen werde. Denn dieser sagt im aktuellen "Falter" folgendes: "Schwule und Lesben vorm Traualtar, Ausländer an der Wahlurne, (...); Wähler, die derartig extreme Weltanschauungen haben, passen nicht zur ÖVP". "Dieses sehr rückwärtsgewandte Einstellung scheint in der ÖVP nun keine Mehrheit mehr zu haben", so Brauner.

"Für uns in der Stadt Wien spielen weder die Hautfarbe, der Pass, noch die sexuelle Orientierung der Menschen eine Rolle. Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Konkrete Maßnahmen zu setzen, die den Menschen helfen und sie unterstützen. Diesen Weg weiterzugehen, wird Wiens internationalen Ruf als weltoffene und fortschrittliche Stadt auch weiter prägen", stellte Brauner abschließend fest. (Schluss) hk

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