Trilaterale Studie bestätigt Vorarlberger Verkehrspolitik Ut.: LR Rein: Studie ist aus Sicht des Landes durchwegs positiv zu beurteilen

Vaduz/Bregenz (VLK) - Die Ergebnisse der heute, Freitag, in
Vaduz vorgestellten Studie mit dem Titel "Nachhaltiger
Verkehr im oberen Rheintal" entsprechen nicht nur den verkehrspolitischen Zielvorstellungen des Landes
Vorarlberg, sie sind vielmehr eine Bestätigung der in
Vorarlberg geplanten verkehrspolitischen Vorhaben. "Sie unterstützen unsere bisherige Argumentation und sind daher
aus Sicht des Landes durchwegs positiv zu beurteilen",
stellt Landesrat Manfred Rein dazu fest. ****

Auftraggeber dieser Untersuchung ("Trilaterale Studie")
waren die Schweiz (Amt für Umweltentwicklung) und das
Fürstentum Liechtenstein (Ressort Verkehr). Das Land
Vorarlberg war als Mitglied einer begleitenden
Projektgruppe in die Erarbeitung der Studie eingebunden.

In den Kernaussagen der Studie finden die
verkehrspolitischen Schwerpunkte des Landes Vorarlberg eine Bestätigung und unterstützen das Land Vorarlberg in seiner bisherigen Argumentation. Konkret sind folgende Aussagen
der Untersuchung von Bedeutung:

- Der größte Teil des Verkehrs in der Untersuchungsregion
ist Binnenverkehr, der Transitanteil hat nur untergeordnete Bedeutung. In Vorarlberg sind die Verkehrsbelastungen
durchwegs höher als in der benachbarten Schweiz.

- Die Aufteilung der Verkehrsmengen auf öffentlichen und motorisierten Individualverkehr (PKW) erreicht in
Vorarlberg die besten Werte und ist eine Bestätigung der
großen Investitionen in den öffentlichen Verkehr in den vergangenen Jahren.

- Der Verkehr wächst im Trend der nächsten Jahre um 30 bis
40 Prozent. Die größte Dynamik geht vom Binnenverkehr aus,
der Transitverkehr wächst sowohl bei PKW’s als auch bei
LKW’s unterdurchschnittlich.

- Die Verkehrszunahme befriedigt die Mobilitätsbedürfnisse
der Region, führt aber zu Mehrbelastungen, die sich in
höheren Umweltbelastungen und Staus ausdrücken. In einigen Teilräumen werden die Verkehrskapazitäten kritisch und
stoßen an ihre Grenzen. Dies gilt insbesondere für Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Vaduz und Lustenau.

- Die Entlastung der Siedlungsgebiete wird aus Sicht der Nachhaltigkeit als die wichtigste Aufgabe, gleichzeitig
aber auch als schwierigstes Unterfangen beurteilt.
Wesentlich ist die Aussage, dass ein Paket an neuen Straßenführungen erforderlich ist, da der Ausbau des
öffentlichen Verkehrs allein nicht in der Lage sein wird,
eine spürbare Entlastung der Bevölkerung zu erzielen. Diese Aussage ist ein deutliches Bekenntnis zur Notwendigkeit zusätzlicher Straßenverbindungen im Raum Bregenz und
Feldkirch.

- Die Entlastungswirkungen des Letzetunnels werden eher
kleinräumig beurteilt und beziehen sich in erster Linie auf
die Verbindung Autobahnabfahrt Frastanz-Feldkirch-Tisis mit
einer Abnahme des Verkehrs im Zentrum um 30 bis 50 Prozent.
Der Knoten Bärenkreuzung wird um 15 Prozent entlastet. Die
Studie kommt ausdrücklich zum Ergebnis, dass dies in
Spitzenzeiten zu einer deutlichen Verbesserung des
Verkehrsablaufes auf den Zubringerstrecken zur
Bärenkreuzung führen wird. Auf Grund der kleinräumigen Verlagerungen dürften trotz des induzierten Mehrverkehrs
lokale Entlastungen (Luftbelastung, Lärm) auftreten.

- Die Entlastungswirkungen der S 18 sind wesentlich
großräumiger und führen zu einer Entlastung der Verbindung Bregenz-Höchst-St Margrethen bzw Dornbirn-Lustenau-Au um 4
bis 8.000 Fahrzeuge pro Tag. Das entspricht einer Reduktion
von 20 bis 40 Prozent. Die Entlastung an den
Grenzübergängen Au-Lustenau und St Margrethen-Höchst
erreichen 40 bzw 30 Prozent.

- Durch den Bau der S 18 wird auf Grund der Möglichkeit zur Bündelung des LKW-Verkehrs auf die S 18 eine deutlich
spürbare Entlastung der Ortsdurchfahrten vom Schwerverkehr eintreten. Dadurch werden sich die Verkehrsverhältnisse bei
lokalen Zollübergängen (Höchst, Lustenau) im
Siedlungsgebiet wesentlich verbessern.

- Während zum Letzetunnel in der Studie keine
Konkretisierung von Alternativen erfolgt, schlägt die
Studie vor, als Alternative zur S 18 ein Projekt
Rheintalring zu evaluieren. Dieser Vorschlag beruht
lediglich auf einer Ideenskizze, ohne dass deren Umsetzungsmöglichkeit geprüft wurde. Diese Alternative
würde nicht nur Anrainerkonflikte bewirken, sie würde am südlichen Siedlungsrand von Hard und Lauterach auch eine
erhebliche Trennwirkung zwischen Siedlungsraum und Naherholungsgebiet mit sich bringen und das
Naturschutzgebiet des Lauteracher Riedes berühren.
(tm,nvl)

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: 05574/511-20141
Fax: 05574/511-20190
Hotline: 0664/625 56 68 oder 625 56 67
presse@vorarlberg.at
http://www.vorarlberg.at/presseLandespressestelle Vorarlberg

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVL/NVL