Faymann: Mehrgenerationen-Wohnprojekt 2003 bezugsfertig

359 betreute Wohnplätze und 60 Wohnungen in Favoriten

Wien, (OTS) "Eingebettet in die Entwicklung dieses Bezirksteils mit insgesamt 650 Wohnungen ist ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt von Kolping und Heimbau, das aus 359 betreuten Wohnplätzen und 60 benachbarten Wohnungen besteht, in Umsetzung. Die Idee hinter diesem Projekt ist, dass ältere und gebrechlichere Menschen einerseits nicht in ein typisches Heim "abgeschoben" werden. Andererseits können sie Tür an Tür oder in der Nähe von Familienangehörigen wohnen und auch den Kontakt aufrechterhalten. Trotzdem haben sie optimale ärztliche und sonstige Betreuung zur Verfügung. Ältere Familienmitglieder sollen auch bei Krankheit nicht aus ihrer Familie herausgerissen werden. Alles, was die Familie nicht mehr leisten kann - also die ärztliche Betreuung, professionelle Pflege usw. - wird hier mit professioneller Hilfe abgedeckt", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann am Donnerstag.

Der Bedarf für diese Form des generationenübergreifenden Wohnens ist jedenfalls gegeben. Die Über-60jährigen sind die mit Abstand am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe in Wien. Bis zum Jahr 2020 wird ihre Zahl von heute 330.000 auf etwa 440.000 ansteigen. Die Zahl der Über-75jährigen wird sich um ein Viertel auf rund 160.000 Frauen und Männer erhöhen.****

Dieser Entwicklung kommt das Mehrgenerationen-Wohnmodell entgegen. Unmittelbar anschließend an das Kolpinghauses für ältere Menschen entstehen Wohnungen für die jüngeren Familienangehörigen. So können die älteren, gebrechlichen Menschen ihre Enkel und Kinder sehen, so oft sie wollen. Umgekehrt ermöglicht das Leben von jung und alt untere einem Dach die Pflege und Betreuung der älteren Familienangehörigen durch die jungen. "Die Stadt fördert diese 359 Heimplätze und 60 benachbarten Wohnungen mit insgesamt 8,3 Millionen Euro und leistet damit einen weiteren Beitrag zu den unterschiedlichen Lebens- und Wohnbedürfnissen in Wien", informierte Wohnbaustadtrat Faymann.

Die Wohnbedürfnisse sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Sie ändern sich aber auch je nach der gegenwärtigen Lebenssituation. Das jahrzehntlange Leben in ein und derselben Wohnung, wie es früher durchaus üblich war, wird zunehmend ersetzt durch ein situationsspezifisches Wohnen, das dem aktuellen Lebensabschnitt entspricht. Die Stadt kommt diesem Bedürfnis der Menschen durch unterschiedliche Instrumente nach. So zum Beispiel durch die JungwienerInnenaktion, die jungen Menschen den Schritt zur ersten Wohnung erleichtert. Ein weiteres Instrument sind die verschiedenen Themenbauten, die auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sind. Dazu zählt unter anderem die Frauenwerkstadt, mit frauen- und familienspezifischen Schwerpunkten. Dazu zählt außerdem die Autofreie Mustersiedlung, das Passivhaus mit ökologischem Schwerpunkt und die Selbstbauprojekte, bei denen die MieterInnen den Bau ihres Wohnhaus und ihre Wohnungen selbst mitgestalten können.

Jung und Alt unter einem Dach

Eines der immer wichtigeren Wohnformen ist das betreute Wohnen. Aufgrund der Alterspyramide und der damit einhergehenden Zunahme des Anteils älterer Menschen wird diese Form des Wohnens immer gefragter werden. Die Vorteile liegen in der erleichterten gegenseitigen Unterstützung der Familienmitglieder, in der generationenübergreifenden Solidarität der Hausgemeinschaft und in der höheren Lebensqualität für die älteren Bewohner, die nicht aus ihrem Familienverband gerissen werden.

"Selbständiges Wohnen soweit als möglich" heißt der Grundsatz. Darüber hinaus stehen eine Reihe von Betreuungs- und Hilfseinrichtungen zur Verfügung. Die ärztliche Betreuung ist ebenso gewährleistet wie Notrufeinrichtungen, Ergo- und Physiotherapie, ein Portierdienst, eine Cafeteria, Massage, Pediküre, Maniküre, Sauna, Solarium, eine eigene Frischküche mit Diätmahlzeiten, Konferenzräume und eine Bibliothek.

Es stehen Ein- oder Zweipersonen-Appartements für selbständiges oder betreutes Wohnen zur Verfügung. Sie bieten unter anderem Internetanschluss, Loggia oder Terrasse. Es stehen weiters Betten in den Betreuungsstationen mit stationäre Pflege rund um die Uhr zur Verfügung. Spezielle Mutter-Kind-Wohnungen und die 60 Wohnungen für Angehörige runden das Angebot ab.

Die Stadt fördert die Errichtung der insgesamt 359 Heimplätze und 60 Wohnungen mit 8,3 Mio. Euro. Die Gesamtkosten des Kolpinghauses samt Wohnungen liegen bei 14 Mio. Euro. Die ersten Bewohner werden im Frühjahr 2003 einziehen.

Das Kolpinghaus ist ein Teil des Projekts "Ehemalige Schmidtstahlwerke - Katharinengasse". Die Gesamtförderungsmittel der Stadt für dieses Projekt, das insgesamt 650 Wohnungen umfasst, liegen inklusive Kolpinghaus bei 23,5 Mio. Euro. 34 neue Lokale und Arztpraxen sowie ein direkter Fußweg zum Naherholungsgebiet Laaer Wald und Böhmischer Prater und die direkte Haltestelle der Straßenbahnlinie 67 sind die wesentlichen Infrastrukturmerkmale des neuen Kolping-Hauses und des Wohnprojekts auf dem Areal der ehemaligen Schmidt-Stahlwerke. (Schluss) gmp

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