• 13.06.2002, 11:23:11
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Faymann: Mehrgenerationen-Wohnprojekt 2003 bezugsfertig=

359 betreute Wohnplätze und 60 Wohnungen in Favoriten

Wien, (OTS) "Eingebettet in die Entwicklung dieses Bezirksteils
mit insgesamt 650 Wohnungen ist ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt von
Kolping und Heimbau, das aus 359 betreuten Wohnplätzen und 60
benachbarten Wohnungen besteht, in Umsetzung. Die Idee hinter diesem
Projekt ist, dass ältere und gebrechlichere Menschen einerseits nicht
in ein typisches Heim "abgeschoben" werden. Andererseits können sie
Tür an Tür oder in der Nähe von Familienangehörigen wohnen und auch
den Kontakt aufrechterhalten. Trotzdem haben sie optimale ärztliche
und sonstige Betreuung zur Verfügung. Ältere Familienmitglieder
sollen auch bei Krankheit nicht aus ihrer Familie herausgerissen
werden. Alles, was die Familie nicht mehr leisten kann - also die
ärztliche Betreuung, professionelle Pflege usw. - wird hier mit
professioneller Hilfe abgedeckt", erklärte Wohnbaustadtrat Werner
Faymann am Donnerstag.

Der Bedarf für diese Form des generationenübergreifenden Wohnens
ist jedenfalls gegeben. Die Über-60jährigen sind die mit Abstand am
stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe in Wien. Bis zum Jahr 2020
wird ihre Zahl von heute 330.000 auf etwa 440.000 ansteigen. Die Zahl
der Über-75jährigen wird sich um ein Viertel auf rund 160.000 Frauen
und Männer erhöhen.****

Dieser Entwicklung kommt das Mehrgenerationen-Wohnmodell
entgegen. Unmittelbar anschließend an das Kolpinghauses für ältere
Menschen entstehen Wohnungen für die jüngeren Familienangehörigen. So
können die älteren, gebrechlichen Menschen ihre Enkel und Kinder
sehen, so oft sie wollen. Umgekehrt ermöglicht das Leben von jung und
alt untere einem Dach die Pflege und Betreuung der älteren
Familienangehörigen durch die jungen. "Die Stadt fördert diese 359
Heimplätze und 60 benachbarten Wohnungen mit insgesamt 8,3 Millionen
Euro und leistet damit einen weiteren Beitrag zu den
unterschiedlichen Lebens- und Wohnbedürfnissen in Wien", informierte
Wohnbaustadtrat Faymann.

Die Wohnbedürfnisse sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Sie ändern sich aber auch je nach der gegenwärtigen Lebenssituation.
Das jahrzehntlange Leben in ein und derselben Wohnung, wie es früher
durchaus üblich war, wird zunehmend ersetzt durch ein
situationsspezifisches Wohnen, das dem aktuellen Lebensabschnitt
entspricht. Die Stadt kommt diesem Bedürfnis der Menschen durch
unterschiedliche Instrumente nach. So zum Beispiel durch die
JungwienerInnenaktion, die jungen Menschen den Schritt zur ersten
Wohnung erleichtert. Ein weiteres Instrument sind die verschiedenen
Themenbauten, die auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Dazu zählt unter anderem die Frauenwerkstadt, mit frauen- und
familienspezifischen Schwerpunkten. Dazu zählt außerdem die Autofreie
Mustersiedlung, das Passivhaus mit ökologischem Schwerpunkt und die
Selbstbauprojekte, bei denen die MieterInnen den Bau ihres Wohnhaus
und ihre Wohnungen selbst mitgestalten können.

Jung und Alt unter einem Dach

Eines der immer wichtigeren Wohnformen ist das betreute Wohnen.
Aufgrund der Alterspyramide und der damit einhergehenden Zunahme des
Anteils älterer Menschen wird diese Form des Wohnens immer gefragter
werden. Die Vorteile liegen in der erleichterten gegenseitigen
Unterstützung der Familienmitglieder, in der
generationenübergreifenden Solidarität der Hausgemeinschaft und in
der höheren Lebensqualität für die älteren Bewohner, die nicht aus
ihrem Familienverband gerissen werden.

"Selbständiges Wohnen soweit als möglich" heißt der Grundsatz.
Darüber hinaus stehen eine Reihe von Betreuungs- und
Hilfseinrichtungen zur Verfügung. Die ärztliche Betreuung ist ebenso
gewährleistet wie Notrufeinrichtungen, Ergo- und Physiotherapie, ein
Portierdienst, eine Cafeteria, Massage, Pediküre, Maniküre, Sauna,
Solarium, eine eigene Frischküche mit Diätmahlzeiten, Konferenzräume
und eine Bibliothek.

Es stehen Ein- oder Zweipersonen-Appartements für selbständiges
oder betreutes Wohnen zur Verfügung. Sie bieten unter anderem
Internetanschluss, Loggia oder Terrasse. Es stehen weiters Betten in
den Betreuungsstationen mit stationäre Pflege rund um die Uhr zur
Verfügung. Spezielle Mutter-Kind-Wohnungen und die 60 Wohnungen für
Angehörige runden das Angebot ab.

Die Stadt fördert die Errichtung der insgesamt 359 Heimplätze
und 60 Wohnungen mit 8,3 Mio. Euro. Die Gesamtkosten des
Kolpinghauses samt Wohnungen liegen bei 14 Mio. Euro. Die ersten
Bewohner werden im Frühjahr 2003 einziehen.

Das Kolpinghaus ist ein Teil des Projekts "Ehemalige
Schmidtstahlwerke - Katharinengasse". Die Gesamtförderungsmittel der
Stadt für dieses Projekt, das insgesamt 650 Wohnungen umfasst, liegen
inklusive Kolpinghaus bei 23,5 Mio. Euro. 34 neue Lokale und
Arztpraxen sowie ein direkter Fußweg zum Naherholungsgebiet Laaer
Wald und Böhmischer Prater und die direkte Haltestelle der
Straßenbahnlinie 67 sind die wesentlichen Infrastrukturmerkmale des
neuen Kolping-Hauses und des Wohnprojekts auf dem Areal der
ehemaligen Schmidt-Stahlwerke. (Schluss) gmp

Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:

http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Gerd Millmann-Pichler
Tel.: 4000/81 869
mailto:[email protected]

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