Die SPÖ-Freiheitskämpfer fordern Aufhebung der Urteile der NS-Militärjustiz

Wien (SK) Am 17. Mai 2001 beschloss der Deutsche Bundestag die Urteile der NS-Militärjustiz zwischen 1939 und 1945 pauschal aufzuheben. Der Beschluss erfolgte gegen die Stimmen der Abgeordneten der CDU, CSU und FDP. Von der deutschen Bundesvereinigung der Opfer der NS-Militärjustiz, die seit Jahren um die Rehabilitation der Verurteilten kämpft, wurde dieser Beschluss als Erfolg ihrer langjährigen Tätigkeit begrüßt. Die Entscheidung des Deutschen Bundestages hat auch in Österreich die Debatte über dieses Thema neu entfacht. Der Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschisten forderte daher am Mittwoch die Aufhebung der Urteile der NS-Militärjustiz auch durch den österreichischen Nationalrat. ****

Unter der Naziherrschaft wurden rund 22.000 Soldaten von den NS-Militärgerichten zum Tode verurteilt, davon wurden rund 15.000 Urteile vollstreckt; darunter befanden sich auch zahlreiche Österreicher die in den Hitler-Armeen dienen mussten.

Es wäre an der Zeit, wenn der Österreichische Nationalrat den Beschluss fasste, diese Unrechtsurteile aufzuheben. Dadurch würde für die Überlebenden, bzw. die Witwen und Nachkommen der Justifizierten, das Entschädigungsrecht für NS-Opfer zum Tragen kommen.

Die Desertion, auch Fahnenflucht genannt, wurde für viele Soldaten, die erzwungenermaßen ihren Kriegsdienst für den Unrechtsstaat leisten mussten, zum einzigen Ausweg aus der Gewissensnot. Fahnenflucht, Desertion war daher in zahlreichen Fällen auch Ausdruck des Widerstandes gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft. (Schluss) up

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

Pressedienst der SPÖ

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK/SPK