Niederwieser sieht Autonomie der Südtiroler Minderheit in Gefahr

Wien (SK) Anlässlich der Südtiroler Streitbeilegungserklärung vor zehn Jahren unterbrach der Nationalrat seine Sitzung am Mittwoch, um sich die Verantwortung des Österreichischen Nationalrates gegenüber Südtirols ins Bewusstsein zu rufen. Dabei erinnerte der SPÖ-Abgeordnete Erwin Niederwieser daran, dass Südtirol bis 1919 ein Teil Tirols und damit Österreichs war, befürchtet jedoch, dass es mit der nun erreichten Autonomie Südtirols "nicht positiv weitergehen wird". Gefahr für die Autonomie der Südtiroler Minderheit drohe von seiten der Liste Berlusconi. Durch ihre Unterstützung für Mitte-Links-Parteien konnte die konservative Südtiroler Volkspartei den Erfolg der Liste Berlusconi noch verhindern. Die Gefahren des Nationalismus in Europa müssten klar gesehen werden: Nationalismus sei eine "minderheitenfeindliche" Position und gefährde die Autonomie Südtirols. ****

"Unsere Erwartungen in die nächsten zehn Jahre sind schlechter" als die Erwartungen für die letzten zehn Jahre waren, erklärte Niederwieser vor dem Nationalrat. Um auf die ernste Situation der Minderheit in Südtirol aufmerksam zu machen, erwähnte er das Hitler-Mussolini-Abkommen. Auf das Abkommen 1939 zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien zum Schutz der österreichischen und deutschen Minderheit folgte Verrat und 75.000 Südtiroler verließen ihre Heimat. Genau jener Nachfolgepartei der Faschisten galt vor kurzem der Besuch der österreichischen Vizekanzlerin. Der SPÖ-Abgeordnete forderte schließlich die Landesregierung Südtirols auf, ihre Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben aller Volksgruppen weiterhin wahrzunehmen. (Schluss) at

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