• 12.06.2002, 14:22:53
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Niederwieser sieht Autonomie der Südtiroler Minderheit in Gefahr

Wien (SK) Anlässlich der Südtiroler Streitbeilegungserklärung
vor zehn Jahren unterbrach der Nationalrat seine Sitzung am Mittwoch,
um sich die Verantwortung des Österreichischen Nationalrates
gegenüber Südtirols ins Bewusstsein zu rufen. Dabei erinnerte der
SPÖ-Abgeordnete Erwin Niederwieser daran, dass Südtirol bis 1919 ein
Teil Tirols und damit Österreichs war, befürchtet jedoch, dass es mit
der nun erreichten Autonomie Südtirols "nicht positiv weitergehen
wird". Gefahr für die Autonomie der Südtiroler Minderheit drohe von
seiten der Liste Berlusconi. Durch ihre Unterstützung für
Mitte-Links-Parteien konnte die konservative Südtiroler Volkspartei
den Erfolg der Liste Berlusconi noch verhindern. Die Gefahren des
Nationalismus in Europa müssten klar gesehen werden: Nationalismus
sei eine "minderheitenfeindliche" Position und gefährde die Autonomie
Südtirols. ****

"Unsere Erwartungen in die nächsten zehn Jahre sind
schlechter" als die Erwartungen für die letzten zehn Jahre waren,
erklärte Niederwieser vor dem Nationalrat. Um auf die ernste
Situation der Minderheit in Südtirol aufmerksam zu machen, erwähnte
er das Hitler-Mussolini-Abkommen. Auf das Abkommen 1939 zwischen dem
nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien
zum Schutz der österreichischen und deutschen Minderheit folgte
Verrat und 75.000 Südtiroler verließen ihre Heimat. Genau jener
Nachfolgepartei der Faschisten galt vor kurzem der Besuch der
österreichischen Vizekanzlerin. Der SPÖ-Abgeordnete forderte
schließlich die Landesregierung Südtirols auf, ihre Verantwortung für
ein friedliches Zusammenleben aller Volksgruppen weiterhin
wahrzunehmen. (Schluss) at

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ

Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

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