- 12.06.2002, 13:31:39
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WKÖ-Präsident Leitl für positiven Abschluss der Beitrittsverhandlungen Polens
Polnischer Staatssekretär Szarawarski in der Wirtschaftskammer - erfreuliche Entwicklung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen
Wien (PWK410) - "Die Anwesenheit des polnischen Staatssekretärs
Andrzej Szarawarski heute in der Wirtschaftskammer Österreich
bedeutet die Fortsetzung hochrangiger gegenseitiger Besuche und ist
Ausdruck der intensiven wirtschaftlichen und politischen Kontakte
zwischen Polen und Österreich", so WKÖ-Präsident Christoph Leitl bei
der Begrüßung. "Anfang Dezember werde ich auch in meiner Funktion als
Eurochambres-Präsident mit einer Wirtschaftsdelegation Polen
besuchen, das bald Partner in der EU sein wird. Es gilt, den
Business-Standort Europa gegenüber USA und Asien mit Hilfe der jetzt
37 Eurochambres-Mitglieder zu stärken und deren Zahl zu erhöhen",
sprach sich Leitl positiv für den Erweiterungsprozess und den
EU-Beitritt Polens aus.
Die bilateralen Beziehungen zeigten in den letzten Jahren beachtliche
Steigerungsraten. Die österreichischen Exporte nach Polen stiegen
2001 trotz einer abflauenden Wirtschaftskonjunktur um 6,2 % auf 1,08
Mrd Euro, die österreichischen Importe aus Polen um 20 % auf 860 Mio
Euro. Die österreichischen Gesamtinvestitionen in Polen in Projekte
über 1 Mio USD betragen 1,36 Mrd Euro, wobei das gesamte
Investitionsvolumen wesentlich höher anzusetzen ist, da
österreichische KMU im Regelfall ihr Engagement unter diesem Wert
starten und somit statistisch nicht erfasst werden. "Die
Voraussetzungen für eine weitere positive partnerschaftliche
Entwicklung sind als sehr gut einzuschätzen, wobei die
Wirtschaftskammer Österreich mit der Schulung von mehr als 10.000
polnischen Managern im Rahmen des Managementtrainingsprogrammes den
Prozess der positiven Entwicklung Polens unterstützt hat", verwies
Leitl auf die Aktivitäten im Rahmen des Internationalen
WIFI-Know-How-Transfers.
Gleichzeitig bot Leitl die Hilfe der österreichischen Wirtschaft zum
schwierigen Verhandlungskapitel Landwirtschaft an, da "die Wirtschaft
die EU-Erweiterung will".
Szarawarski verwies auf die 25 von insgesamt 30 abgeschlossenen
Kapitel und betonte, dass beispielsweise trotz Emotionen seitens der
polnischen Landwirte die Möglichkeit des Verkaufs von Grund und Boden
an Ausländer bereits gegeben sei. Obwohl die bilateralen Beziehungen
zwischen Österreich und Polen eine steigende Tendenz aufweisen, sei
noch wesentlich mehr Potential vorhanden. Polen sei bemüht, bessere
Möglichkeiten für eine noch stärkere Präsenz Österreichs und vor
allem ein besseres Investitionsklima zu schaffen, umgekehrt gäbe es
Klagen seitens polnischer Unternehmer über Barrieren in Österreich,
insbesonders bei der Niederlassungsmöglichkeit aufgrund der
österreichischen Gewerbeordnung. "Mit dem Beschluss der
Gewerbeordnungs-Novelle im Parlament, die mit Unterstützung der
Wirtschaft möglich wurde, werden hier verbesserte Voraussetzungen
auch für polnische Unternehmer geschaffen", so Leitl, da "Österreich
auch für Partnerländer der EU offen sein muss". (pt)
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