• 10.06.2002, 15:09:29
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Frühpensionierungen: Doppelmoral der FPÖ !

GLB: Riess-Passer soll vor eigener Türe kehren !

Wien (OTS) - Die Affäre um angebliche illegale vorzeitige
Ruhestandsversetzungen bei Post, Telekom und ÖBB nehmen die
Vorsitzenden des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB) in Eisenbahner-
und Postgewerkschaft, Theo Schneider und Robert Hobek, zum Anlass, um
die Doppelmoral der FPÖ aufs Korn zu nehmen:

Schneider (GLB ÖBB): "Wenn Vizekanzlerin Riess-Passer wegen
angeblich illegaler Frühpensionierungen nun Strafanzeigen gegen die
Unternehmensvorstände erstattet, dann zeigt sich einmal mehr, dass
die FPÖ eine Partei der Doppelmoral ist: Erstens trägt ein
FPÖ-Minister - vorher Frau Forstinger, jetzt Herr Reichhold - von
Eigentümerseite her die Verantwortung für ÖBB und Post, und zweitens
versucht sie selbst im Rahmen ihrer Kahlschlagpolitik im öffentlichen
Dienst, tausende Bedienstete des Bundes los zu werden, indem Beamte
sechseinhalb Jahre vor Erreichen des ASVG-Frühpensionsalters per
"Golden Handshake" in den Ruhestand versetzt werden. Die
Vizekanzlerin sollte also zuerst vor ihrer eigenen Tür kehren!".

Schneider vertritt die Auffassung, dass die ganze Kampagne nur
dazu dient, um die FPÖ als "Saubermann-Partei" darzustellen und die
Bediensteten der genannten Unternehmen in Mißkredit zu bringen. Dabei
will man die Tatsache vernebeln, dass die Bundesregierung eine
Politik des Ausverkaufs öffentlichen Eigentums und der Vernichtung
tausender Arbeitsplätze betreibt, um auf Kosten der öffentlichen
Dienstleistungen Einsparungspolitik zu betreiben: "Sollte es
tatsächlich illegale Praktiken gegeben haben, dann kann man das auch
ohne diesem durchsichtigen Theater prüfen!"

Ähnlich bewertet Robert Hobek (GLB Post) die Situation: "Der
laufende Personalabbau und brutale Managementmethoden haben dazu
geführt, dass heute unhaltbare Zustände in den Unternehmungen
herrschen. Der psychische Druck und die Angst um den Arbeitsplatz
bewirken ernsthafte Erkrankungen der Bediensteten. In manchen
Bereichen werden Mitarbeiter regelrecht gemobbt, indem man sie fühlen
läßt, dass sie überflüssig sind, während zugleich die
Arbeitsbelastung extrem steigt.

Wer in einem normal arbeitenden Unternehmen mit guter
Arbeitsorganisation arbeitet, kann sich kaum vorstellen, welche
Zustände vielerorts herrschen. Und wenn man dann auch noch von
hochprivilegierten PolitikerInnen ins Sozialschmarotzereck gestellt
wird, dann ist das gelinde gesagt eine Schweinerei!" Die beiden
Linksblock-Vertreter fordern einen sofortigen Zerschlagungs- und
Privatisierungsstopp. Sie werfen der Bundesregierung vor, sich aus
der Verantwortung zu stehlen und von ihrer "Wildwestpolitik"
abzulenken und verlangen die Sicherung so wichtiger öffentlicher
Dienstleistungen wie Bahn,Post und Telekommunikation: "Heute sind es
die Bediensteten unserer Unternehmungen, die mit ihren Arbeitsplätzen
und ihrer Gesundheit für diese volkswirtschaftlich unvertretbare und
unverantwortliche Politik des Aufverkaufs bezahlen - morgen wird es
die breite Öffentlichkeit sein ! Deshalb verlangen wir von unseren
Gewerkschaftsführungen, dass sie endlich aufwachen und ein Machtwort
sprechen!", betonen Schneider und Hobek übereinstimmend.

Rückfragehinweis:

GLB-ÖBB
Theo Schneider:
Tel.: 0676 777 07 25

GLB-Post
Robert Hobek
Tel.: 0664 465 33 83
mailto: [email protected]
http:// www.glb.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLB/NLB/OTS

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