- 10.06.2002, 14:49:42
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Bauernbund: Gradwohl-Grasser-Kurs schadet der österreichischen Landwirtschaft
Grillitsch: Reformruf zum gänzlich falschen Zeitpunkt
Wien, 10. Juni 2002 (AIZ). - "SPÖ-Agrarsprecher Heinz Gradwohl und
Finanzminister Karl Heinz Grasser haben sich zu einer seltsamen blau-
roten Achse gegen die österreichische Landwirtschaft
zusammengeschlossen", stellt der Österreichische Bauernbund fest.
Gradwohl hatte in einer Presseaussendung "eine grundlegende
Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik" gefordert. "Der Ruf nach einer
Totalreform der Landwirtschaft ist nicht neu. Neu ist aber, dass
Gradwohl damit auf Grasser-Linie einschwenkt. Auch wenn die
Totalreform immer wieder eingefordert wird, wird sie deswegen in der
Sache nicht richtiger", so Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch.
"Die EU-Osterweiterung steht vor der Türe. Auf unsere Bauern kommen
neue Herausforderungen zu. Sie brauchen - mehr als je zuvor -
stabile und verlässliche Rahmenbedingungen. Im anderen Teil der Welt
sieht die US-Farm Bill für die amerikanischen Bauern eine
Vervielfachung der Förderungen vor", gibt Grillitsch zu bedenken.
Unter Berücksichtigung dieser Entwicklungen wirke diese unheilige
Allianz zwischen rot-blau wie eine massive Drohung gegen die
österreichische Landwirtschaft. "Wir sind die Ersten, die an einer
sinnvollen und behutsamen Weiterentwicklung der
Landwirtschaftspolitik interessiert sind. Alles muss aber zum
richtigen Zeitpunkt und im sachlichen und gerechtfertigten Ausmaß
passieren. Die Reform angesichts der Osterweiterung auf eine reine
Finanzierungsfrage zu reduzieren - wie das nun von SPÖ und FPÖ
gemeinsam gefordert wird - ist fahrlässig", betont Grillitsch.
(Schluss)
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