ARBÖ: Durch Mehrphasenfahrausbildung 20 Prozent Unfallreduktion realistisch

Schluss mit unterschiedlicher Behandlung der Versicherungskunden nach Alter

Wien (ARBÖ) - Schwere Verkehrsunfälle auf Österreichs Straßen zeigen immer wieder, dass junge Menschen zwischen 15 bis 24 Jahren besonders gefährdet sind, erklärt der ARBÖ.

Durch das neue Führerscheinmodell mit einer Mehrphasenausbildung ab 2003 wird nach Meinung des ARBÖ die Verkehrssicherheit wesentlich gehoben. ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar: "Es geht um eine bessere Ausbildung der Jugend und damit deren Sicherheit als Führerscheinneulinge. 18.000 verletzte Jugendliche im Alter bis 24 Jahre jährlich sind zu vermeiden."

Nach Erwerb des Führerscheins soll daher in Form einer Mehrphasenfahrausbildung das Erlernte und in den ersten Monaten nach dem Führerscheinerwerb praktizierte Können kontrolliert und gestärkt werden. Neben der Wissensübermittlung muss primär auch das Erkennen, Vermeiden und Bewältigen gefährlicher Verkehrssituationen gelernt werden, so die ARBÖ-Verkehrsexperten. Laut Umfragen entspricht Weiterbildung beziehungsweise mehr Praxis auch dem Wunsch der jungen Fahranfänger.

Jugendliche Fahranfänger werden anders behandelt

Der Führerschein mit Mehrphasenausbildung wird in Verbindung mit der Kfz-Haftpflicht sogar billiger werden, betont der ARBÖ. Heute erhält ein jugendlicher Kraftfahrer nur dann eine Kfz-Haftpflichtversicherung, wenn er eine höhere Prämie bezahlt oder hohe Selbstbehalte im Schadenfall in Kauf nimmt. Auf Rabatte beim Abschluss muss er ohnehin verzichten.

Bei den gar nicht so "alten" 25jährigen aufwärts wird weder ein Selbstbehalt noch eine höhere Prämie verrechnet. Wer klug verhandelt erhält zum Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung beispielsweise einen Rabatt von bis zu 20 Prozent, Malusfreiheit beim ersten Schaden und vieles andere, berichtet der ARBÖ.

Wenn nun die Mehrphasenfahrausbildung eine bessere praktische Ausbildung garantiert, müssen nach Ansicht des ARBÖ jugendliche Fahranfänger auch von den Versicherungsanstalten in gleicher Weise behandelt werden.

Runter mit Versicherungsprämien für Jugendliche

Der ARBÖ verlangt daher: Runter mit den Versicherungsprämien für die Jugendlichen und Schluss mit der unterschiedlichen Behandlung der Versicherungskunden nach dem Alter. Dies wäre ein konstruktiver Beitrag all jener Autoversicherer, die ausgebildete und gesunde Kunden auf Dauer haben wollen.

"Die Mehrphasenfahrausbildung wird daher auch Gerechtigkeit für die Jugend bei den Kfz-Prämien bewirken", erklärt ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar.

Durch die Verbesserung der Fahrausbildung von Fahranfängern erwartet der ARBÖ, dass die Anzahl der Unfälle, Toten und Verletzten auf Österreichs Straßen deutlich reduziert wird. Bei einem 20prozentigen Unfallrückgang beträgt laut Berechnungen der Verkehrsexperten die volkswirtschaftliche Kostenersparnis rund 27 Millionen Euro.

Das sind unübersehbar gute Argumente für die Verbesserung der Verkehrssicherheit, dass noch vor der Sommerpause im Parlament die Einführung der Mehrphasenfahrausbildung mit Jänner 2003 beschlossen wird, betont der ARBÖ abschließend.

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