Alice Teichova, Bank Austria Stiftungsgastprofessorin, spricht über europäische Bankengeschichte

Wien (OTS) - Am Mittwoch, 12. Juni 2002, um 18:00 Uhr hält die renommierte Historikerin Alice Teichova im Konferenzsaal des Technischen Zentrums der Bank Austria am Julius Tandler Platz 3, 1090 Wien, einen Vortrag über europäische Banken- und Industriegeschichte im 20. Jahrhundert.

Die in Cambridge lebende, vielfach geehrte und international ausgezeichnete Wirtschafts- und Sozialhistorikerin ist im Rahmen einer Bank Austria Stiftungsgastprofessur im SS 2002 am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien tätig. Bei der Veranstaltung, zu der Interessierte herzlich eingeladen sind, wird Alice Teichova nach einer Begrüßung durch Manfred Pittioni von der Bank Austria und einleitenden Worten von Georg Winckler, Rektor der Universität Wien, und Franz Römer, Dekan der Geistes- und Kulturwissenschaftlichen Fakultät, den Vortrag "Banken und Industrie in Mitteleuropa im 20. Jahrhundert: Kontinuität und Diskontinuität" halten.

Alice Teichovas wichtigstes Forschungsgebiet ist die europäische Wirtschafts- und Bankengeschichte im 20. Jahrhundert. Sie hat wesentlich zur Differenzierung der Sicht auf die mittel- und südosteuropäischen Länder beigetragen, indem sie wirtschaftliche und gesellschaftliche Unterschiede der vormals kommunistischen Gebiete herausgearbeitet hat. In den letzten Jahren hat sie sich vor allem mit Prag und Wien und deren Rolle als Finanz- und Industriezentren beschäftigt.

Geboren wurde Alice Teichova 1920 in Wien. Mit 18 Jahren floh sie vor den Nationalsozialisten aus Österreich nach England, wo sie an der University of Leeds Wirtschaftswissenschaften studierte. Ende der 40er Jahre folgte sie Ihrem Mann, Mikulas Teich, mit zwei kleinen Kindern nach Prag. 1952 promovierte sie an der Karls-Universität und 1964 habilitierte sie sich dort für Wirtschaftsgeschichte. 1968, als in Prag die Warschauer-Pakt-Truppen einmarschierten, war sie als Visiting Scholar in den USA. Sie und ihr Mann, beide aktiv an der Reformbewegung um Alexander Dubcek beteiligt, gingen nicht mehr nach Prag zurück. Sie entschieden sich, in England eine neue Karriere aufzubauen. Bis in die 1980er Jahre lehrte sie neben zahlreichen Gastprofessuren vor allem in Cambridge, Oxford und an der University of East Anglia in Norwich. Die heute 81jährige Wissenschafterin hat seit den 70er Jahren unermüdlich internationale Forschungsprojekte, Symposien und Konferenzen initiiert. Nicht zuletzt ist es ihr Verdienst, dass HistorikerInnen aus ganz Europa näher zusammengerückt und dadurch zahlreiche länderübergreifende Forschungskooperationen und Publikationen entstanden sind. Anfang der 90er Jahre, nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, leitete Alice Teichova ein mehrjähriges, vom damaligen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung finanziertes Projekt über die wirtschaftspolitische Rolle Österreichs im Mitteleuropa der Zwischenkriegszeit. Darüber hinaus ist Alice Teichova Mitglied der Historikerkommission der Republik Österreich.

Näheres zu den biographischen Stationen von Alice Teichova können Sie in der online Zeitung der Universität Wien unter
http://www.univie.ac.at/dieuniversitaet/2002/wissen/10000963.htm
lesen.

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Mag. Eva Kößlbacher
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Universität Wien
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