• 07.06.2002, 11:59:51
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Weikendorfer Remise feiert 75. Geburtstag

Fotoausstellung über das älteste Naturschutzgebiet Österreichs

St.Pölten (NLK) - Nahe der March gibt es einige Kleinode, eines
davon ist die Weikendorfer Remise. Das Naturschutzgebiet Weikendorfer
Remise wurde am 8. Juni 1927 und damit vor 75 Jahren eingerichtet und
ist nicht nur das erste Naturschutzgebiet in Niederösterreich,
sondern auch das erste in Österreich. Der Grund für die
Unterschutzstellung war die landschaftliche Schönheit sowie das
Vorkommen von Steinröschen, Federgras und anderer "echter
Steppenpflanzen". Die Siebenbrunner Heide, wie das Gebiet von der
Bevölkerung genannt wird, umfasst heute eine Fläche von 183 Hektar.

Obwohl der Schutz dieses Gebietes weit zurückreicht, haben sich
die naturräumliche Wertigkeit und der Landschaftscharakter stark
verändert. Dort, wo ehemals mächtige Dünen die Landschaft gliederten,
stocken heute Gehölze. Die fehlende Pflege der Sandrasen,
Aufforstungen und der ehemals geringe Stellenwert des Naturschutzes
in der Gesellschaft mögen dafür ausschlaggebend gewesen sein. So
wurden in den siebziger Jahren etwa 50 Hektar im Zuge einer
Ersatzaufforstung vorwiegend mit nicht heimischen Gehölzen bepflanzt.
Heute ist der Großteil des Schutzgebietes bewaldet, die
naturschutzfachlich besonders wertvolle Freifläche umfasst nur mehr
etwa 40 Hektar. An das Naturschutzgebiet grenzt an zwei Seiten auch
ein Wildgatter, das die Wanderungen des Wildes unterbindet.

Im Rahmen des LIFE-Projektes "Pannonische Sanddünen" werden
derzeit Maßnahmen gesetzt, durch die der Federgrasrasen aufgewertet
werden soll. So werden die auf der Freifläche aufkommenden Gehölze
entfernt, die anschließende Beweidung durch eine kleine Schafherde
und die Mahd sollen in weiterer Folge die Verbuschung unterbinden.

Bereits nach zwei Jahren haben sich erste Erfolge eingestellt:
Dort, wo die Grasnarbe wieder lockerer ist, breiten sich das
Steinröschen und andere Steppenarten aus. Innerhalb der bewaldeten
Bereiche waren Pflegemaßnahmen auf Grund der Bestimmungen des
Forstgesetzes bislang nicht möglich. Aus naturschutzfachlicher Sicht
wird hier angestrebt, die kleinräumig verbleibenden Steppenreste zu
vergrößern und offene Bodenstellen als Brutplatz für den
Ziegenmelker, eine stark gefährdete Vogelart, zu schaffen.

Auch Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi dankte allen
jenen, die sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten für den Schutz
dieses einmaligen Lebensraumes eingesetzt haben. "Das Land
Niederösterreich und die Naturschutzabteilung werden ihr
Bestmögliches tun, damit die Weikendorfer Remise sorgfältig gepflegt
wird und ihre ursprüngliche Artenvielfalt wiedererstehen kann."

Wie das Gebiet vor etwa 75 Jahren ausgesehen hat, vermitteln
zahlreiche historische Fotos von Hans Slanar. Diese Bilder sind
derzeit in der Ausstellung "Donau - Dünen - Löss" im Schloss
Niederweiden zu sehen. Die Ausstellung ist bis zum 4. November von
Donnerstag bis Sonntag sowie an Feiertagen geöffnet. Weitere
Informationen: www.sandduene.at.

Rückfragehinweis: Naturschutzbund NÖ

Tel.: 01/402 93 94

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK

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