• 03.06.2002, 17:26:22
  • /
  • OTS0185 OTW0185

DER STANDARD-Bericht: "Zu viele Spitäler und zu viele Krankenbetten: Gesundheitsökonomin sieht Einsparpotenzial" - Erscheinungstag 4.6.2002=

Wien (ots) - "Österreich hat zu viele Spitäler und zu viele Betten.
Man muss ganze Krankenanstalten zusperren, mit dem Schließen
einzelner Abteilungen wird es nicht getan sein." Die
Gesundheitsökonomin Maria M. Hofmarcher vom Institut für Höhere
Studien (IHS) weist im Standard- Gespräch auf noch ungenutzte
Effizienz- und somit Sparpotenziale in der heimischen
Spitalslandschaft hin - und registriert mit einiger Verwunderung,
dass in den gesundheitspolitischen Debatten auf diesen Bereich meist
vergessen wird.

Hofmarcher untermauert ihre Forderung mit Zahlen: Österreich hat die
höchste Aufnahmerate in Akutspitalsbetten im westeuropäischen Raum
(1998: 30 Prozent). Mit 706 Akutbetten pro 100.000 Einwohnern liegt
die Akutbettendichte deutlich über jener in Vergleichsländern (EU-
Schnitt: 423). Die Bettenauslastung sinkt seit 20 Jahren und betrug
2000 nur 75,5 Prozent (EU-Schnitt: 77 Prozent).

"Ökonomisch betrachtet sind die Spitäler der große Brocken bei den
Gesundheitskosten", sagt Hofmarcher - umso wichtiger wären
Effizienzsteigerungen. Der notwendige Bettenabbau passiere aber nur
schleppend.

Eine - auch aufgrund der veränderten Bevölkerungsstruktur - gebotene
Alternative für "überzählige", unrentable oder schlecht ausgelastete
Abteilungen seien "Umwidmungen", sagt Hofmarcher. So werde der Bedarf
an geriatrischer Remobilisierung enorm steigen.

"Nicht gut nachvollziehbar", formuliert Hofmarcher elegant, sei auch,
warum Fachärzte - und sei es nur projektbezogen - nicht in
Spitalsambulanzen arbeiten dürften. Sie spricht sich ganz klar für
neue Formen des "public- private-partnership" zwischen Spitälern und
Fachärzten aus. Die sehr gut ausgestatteten Spitalsambulanzen wären
so besser ausgelastet, die Fachärzte müssten sich nicht eine teure
Parallelstruktur privat anschaffen, sondern eine "Benutzerabgabe" an
das Spital zahlen. Die Patienten hätten das volle Behandlungsangebot
zur Verfügung, zugleich könnte man die durch Studien bestätigten
teuren Doppel- und Mehrfachuntersuchungen besser kontrollieren, was
auch die Krankenkassen billiger käme.

Rückfragehinweis: Der Standard

Tel.: (01) 531 70/428

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PST/PST

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel