• 26.05.2002, 12:00:00
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Faymann: Rabenhof verdeutlicht Geschichte des sozialen Wohnbaus=

Fest zum 75. Geburtstag des Gemeindebaus in Erdberg

Wien, (OTS) Wohnbaustadtrat Werner Faymann feiert Samstag Abend
gemeinsam mit dem Landstraßer Stadtrat Rudolf Schicker und
Bezirksvorsteher Erich Hohenberger sowie etwa 1.000 Bewohnern des
Gemeindebaus den 75. Geburtstag des Rabenshofs in Erdberg. Dabei
werden unter anderem vier Bewohner geehrt, die bereits seit der
Eröffnung des Rabenhofs im Jahr 1927 dort leben.

"Der Rabenhof ist ein gelungenes Beispiel für die historische
Entwicklung des sozialen Wohnbaus in Wien. Zur Zeit seiner Besiedlung
hat er für die tausende Bewohner eine unvorstellbare Verbesserung
ihrer Wohn- und Lebensqualität bedeutet. Heute sind die Wohn- und
Lebensansprüche natürlich höher. Durch die umfangreiche Sanierung des
Rabenhofs ist es gelungen, die Lebensqualität in diesem Gemeindebau
auf die heutigen Bedürfnisse anzuheben", erklärte Wohnbaustadtrat
Werner Faymann.

Der Rabenhof ist nach der Rabengasse benannt, die durch den Hof
führt. Er wurde 1925 bis 1927 erbaut und umfasst 81 Stiegen und zum
damaligen Zeitpunkt 1.228 Wohnungen. Die Architekten Hermann
Eichinger und Heinrich Schmidt - sie hatten zuvor bereits das
Hanuschkrankenhaus und das Verkehrsbüro am Karlsplatz gebaut -
mussten den Rabenhof an die bereits bestehenden Gebäude anpassen.
Diese "Hindernisse" gemeinsam mit der diagonal durchführenden
Rabengasse machen die charakteristische Gestaltung des Rabenhofs mit
seinen vielen kleinen Plätzen und Höfen und den imposanten
Bogendurchgängen aus.

Der Rabenhof wurde auf dem ursprünglichen Areal der
Krimsky-Kaserne mit Reit-, Fahr- und Exerzierplätzen errichtet. Ein
Rest dieses ehemaligen Kasernen-Geländes ist die Turnhalle Hyegasse,
die früher als k. & k. Reithalle gedient hatte.

Nach dem Tod des langjährigen Chefredakteurs der Arbeiterzeitung
wurde der Gemeindebau 1931 in "Austerlitz-Hof" benannt. 1934, nach
dem Verbot der Sozialdemokratischen Partei, wurde er in Rabenhof
umbenannt. Diesen Namen hat er bis heute beibehalten. Den Namen
Austerlitz-Hof trägt nun ein anderer Gemeindebau in Ottakring.

Im Zweiten Weltkrieg wurde auch der Rabenhof durch Bombentreffer
beschädigt. 1948 wurden diese schweren Schäden in den oberen
Geschossen der Stiegen 46 bis 55 behoben.

Von 1987 bis 1992 wurde der Rabenhof um 32 Millionen Euro
saniert. Es wurden unter anderem 66 Aufzüge eingebaut, mehr als
15.000 Quadratmeter Dachabdeckung und 8.500 Quadratmeter Gehwege
erneuert, fast 50.000 Quadratmeter Fassaden mit Wärmedämmung erneuert
und mit Wärmeschutz versehen, 4.165 Fenster neu eingebaut, 15.300 m²
Dachfläche wurde neu gedeckt, fast 80.000 Laufmeter Elektrokabel
erneuert und 7.300 Quadratmeter Grünfläche neu gestaltet.

237 Wohnungen wurden auf den Standard A angehoben, 434 Wohnungen
bekamen einen Fernwärmeanschluss und eine Tiefgarage mit 130
Abstellplätze wurde errichtet. Die Gesamtwohnungsanzahl liegt seit
der Sanierung bei 1.138

Der Rabenhof verfügt unter anderem über eine Zentralwaschküche,
einen Kindergarten, eine Kinderzahnklinik, ein Krankenkassenlokal,
einen Pensionistenklub, eine Bibliothek, mehrere Geschäftslokale und
das Rabenhoftheater, das im Zuge der Sanierung als 3. Bühne des
Theaters in der Josefstadt im Jahr 1990 eröffnet worden ist.
Mittlerweile ist das Rabenhoftheater eine eigenständige Bühne.
(Schluss) gmp

Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:

http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Gerd Millmann-Pichler
Tel.: 4000/81 869
mailto:[email protected]

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