Faymann: Rabenhof verdeutlicht Geschichte des sozialen Wohnbaus

Fest zum 75. Geburtstag des Gemeindebaus in Erdberg

Wien, (OTS) Wohnbaustadtrat Werner Faymann feiert Samstag Abend gemeinsam mit dem Landstraßer Stadtrat Rudolf Schicker und Bezirksvorsteher Erich Hohenberger sowie etwa 1.000 Bewohnern des Gemeindebaus den 75. Geburtstag des Rabenshofs in Erdberg. Dabei werden unter anderem vier Bewohner geehrt, die bereits seit der Eröffnung des Rabenhofs im Jahr 1927 dort leben.

"Der Rabenhof ist ein gelungenes Beispiel für die historische Entwicklung des sozialen Wohnbaus in Wien. Zur Zeit seiner Besiedlung hat er für die tausende Bewohner eine unvorstellbare Verbesserung ihrer Wohn- und Lebensqualität bedeutet. Heute sind die Wohn- und Lebensansprüche natürlich höher. Durch die umfangreiche Sanierung des Rabenhofs ist es gelungen, die Lebensqualität in diesem Gemeindebau auf die heutigen Bedürfnisse anzuheben", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann.

Der Rabenhof ist nach der Rabengasse benannt, die durch den Hof führt. Er wurde 1925 bis 1927 erbaut und umfasst 81 Stiegen und zum damaligen Zeitpunkt 1.228 Wohnungen. Die Architekten Hermann Eichinger und Heinrich Schmidt - sie hatten zuvor bereits das Hanuschkrankenhaus und das Verkehrsbüro am Karlsplatz gebaut -mussten den Rabenhof an die bereits bestehenden Gebäude anpassen. Diese "Hindernisse" gemeinsam mit der diagonal durchführenden Rabengasse machen die charakteristische Gestaltung des Rabenhofs mit seinen vielen kleinen Plätzen und Höfen und den imposanten Bogendurchgängen aus.

Der Rabenhof wurde auf dem ursprünglichen Areal der Krimsky-Kaserne mit Reit-, Fahr- und Exerzierplätzen errichtet. Ein Rest dieses ehemaligen Kasernen-Geländes ist die Turnhalle Hyegasse, die früher als k. & k. Reithalle gedient hatte.

Nach dem Tod des langjährigen Chefredakteurs der Arbeiterzeitung wurde der Gemeindebau 1931 in "Austerlitz-Hof" benannt. 1934, nach dem Verbot der Sozialdemokratischen Partei, wurde er in Rabenhof umbenannt. Diesen Namen hat er bis heute beibehalten. Den Namen Austerlitz-Hof trägt nun ein anderer Gemeindebau in Ottakring.

Im Zweiten Weltkrieg wurde auch der Rabenhof durch Bombentreffer beschädigt. 1948 wurden diese schweren Schäden in den oberen Geschossen der Stiegen 46 bis 55 behoben.

Von 1987 bis 1992 wurde der Rabenhof um 32 Millionen Euro saniert. Es wurden unter anderem 66 Aufzüge eingebaut, mehr als 15.000 Quadratmeter Dachabdeckung und 8.500 Quadratmeter Gehwege erneuert, fast 50.000 Quadratmeter Fassaden mit Wärmedämmung erneuert und mit Wärmeschutz versehen, 4.165 Fenster neu eingebaut, 15.300 m² Dachfläche wurde neu gedeckt, fast 80.000 Laufmeter Elektrokabel erneuert und 7.300 Quadratmeter Grünfläche neu gestaltet.

237 Wohnungen wurden auf den Standard A angehoben, 434 Wohnungen bekamen einen Fernwärmeanschluss und eine Tiefgarage mit 130 Abstellplätze wurde errichtet. Die Gesamtwohnungsanzahl liegt seit der Sanierung bei 1.138

Der Rabenhof verfügt unter anderem über eine Zentralwaschküche, einen Kindergarten, eine Kinderzahnklinik, ein Krankenkassenlokal, einen Pensionistenklub, eine Bibliothek, mehrere Geschäftslokale und das Rabenhoftheater, das im Zuge der Sanierung als 3. Bühne des Theaters in der Josefstadt im Jahr 1990 eröffnet worden ist. Mittlerweile ist das Rabenhoftheater eine eigenständige Bühne. (Schluss) gmp

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