• 24.05.2002, 13:33:19
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Faymann: Turmfalken werden im Karl Marx-Hof heimisch=

Ansiedlungsprojekt für Greifvögel gestartet

Wien, (OTS) "Gerade in der Stadt ist ein hohes Ausmaß an
Naturnähe und Artenvielfalt für die Bewohner von großem Interesse.
Die Stadt Wien versucht daher, durch unterschiedliche Instrumente in
die Stadt mehr Natur zurück zu bringen. Dazu gehören natürlich auch
seltene Vogelarten. Beim Karl Marx-Hof geschieht das durch das
Anbringen von Nistkästen für Turmfalken an dafür geeigneten Stellen.
Diese für die Bewohner völlig ungefährlichen Greifvögel werden die
Artenvielfalt in Wien erweitern und damit einen positiven Beitrag zum
Lebensgefühl leisten", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann.

Der Turmfalke steht - wie alle anderen Greifvögel auch - unter
Naturschutz. In der Großstadt gäbe es zwar genügend Beutetiere für
Turmfalken (z. B. Mäuse und Ratten), aber aufgrund der intensiven
Verbauung finden die Turmfalken kaum mehr Nistplätze. In freier Natur
brüten die Turmfalken auf Felsen. Aufgrund der glatten Mauerstruktur
und fehlender Plätze in ruhiger Lage in der Stadt sind diese
Voraussetzungen nur selten gegeben. Wienweit gibt es daher nur noch
geschätzte 200 Turmfalken. Sie leben von den Bewohnern der Stadt
meist unbemerkt an hohen exponierten Gebäuden.

Um Turmfalken eine bessere Chance zu geben, sich in Wien wieder
vermehrt anzusiedeln, hat Wiener Wohnen ein gemeinsames Projekt mit
der Greifvogelstation Lobau-Wien (eine mit Hilfe von WWF,
Tierärztlicher Universität und Stadt Wien ins Leben gerufene
Organisation) mit dem Namen "Nistkastenhilfe für Turmfalken am Karl
Marx-Hof" entwickelt. Als erster Schritt wurden die geeigneten Orte
für die Montage von Nistplätzen an diesem weltweit bekannten
Gemeindebau gesucht. Dabei musste auch auf die Denkmalschutz-Auflagen
Rücksicht genommen werden.

Schließlich wurden drei Nistplätze auf einem Turm des Karl
Marx-Hofes errichtet. Turmfalken, die nach passenden nicht
einsehbaren Nistplätzen suchen, sollen durch diese drei von
Menschenhand hergerichteten Plätze angelockt werden. Der Karl
Marx-Hof soll dadurch zu ihrer neuen Heimat werden. Kommt es in
dieser Saison aber zu keiner Ansiedlung, dann werden im kommenden
Jahr gezüchtete Vögel aus der Greifvogelzuchtstation Lobau-Wien an
diesen Plätzen "eingesetzt".

Ein Turmfalke ist für Menschen vollkommen harmlos. Er wird 33
bis 38 cm groß. Das Männchen hat einen grau-schwarzen Kopf und
Schwanz. Der Mantel ist rötlich und schwarz gefleckt. Das Weibchen
trägt braune Federn mit schwärzlicher Bänderung und Streifen.

Ein positiver Begleiteffekt des Ansiedelns von Turmfalken ist
die Tatsache, dass sie auch ein natürlicher Feind von Tauben sind.
Daher meiden Tauben das Jagdgebiet von Turmfalken. Das übermäßige
Aufkommen von Tauben im Stadtgebiet führt bei Menschen und
Gebäuden zu negativen Auswirkungen. Sie reichen von gesundheitlichen
Schädigungen bis zu Verschmutzungen und Zerstörung von Fassaden,
Giebeln, Dachbauten und Mauersimsen. Die Abschreckende Wirkung ihrer
natürlichen Feinde soll den Karl Marx-Hof bei Tauben etwas
unbeliebter machen.

Die Greifvogelstation Lobau-Wien besteht seit 25 Jahren. Sie
wurde von Stationsleiter Robert Dosedel mit Unterstützung der Stadt
Wien, des WWF und der Tierärztlichen Universität errichtet. Dieses
Turmfalkenprojekt läuft über einen Zeitraum von 5 Jahren. Die
Greifvogelzuchtstation übernimmt unter anderem neben der Beobachtung
der Nistplätze bzw. Vögel wenn notwendig die Fütterung von Jungvögeln
und die Instandhaltung der Nistplätze. Das Projekt kostet insgesamt
18.168 Euro. (Schluss) gmp

Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:

http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Gerd Millmann-Pichler
Tel.: 4000/81 869
mailto:[email protected]

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