Faymann: Turmfalken werden im Karl Marx-Hof heimisch

Ansiedlungsprojekt für Greifvögel gestartet

Wien, (OTS) "Gerade in der Stadt ist ein hohes Ausmaß an Naturnähe und Artenvielfalt für die Bewohner von großem Interesse. Die Stadt Wien versucht daher, durch unterschiedliche Instrumente in die Stadt mehr Natur zurück zu bringen. Dazu gehören natürlich auch seltene Vogelarten. Beim Karl Marx-Hof geschieht das durch das Anbringen von Nistkästen für Turmfalken an dafür geeigneten Stellen. Diese für die Bewohner völlig ungefährlichen Greifvögel werden die Artenvielfalt in Wien erweitern und damit einen positiven Beitrag zum Lebensgefühl leisten", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann.

Der Turmfalke steht - wie alle anderen Greifvögel auch - unter Naturschutz. In der Großstadt gäbe es zwar genügend Beutetiere für Turmfalken (z. B. Mäuse und Ratten), aber aufgrund der intensiven Verbauung finden die Turmfalken kaum mehr Nistplätze. In freier Natur brüten die Turmfalken auf Felsen. Aufgrund der glatten Mauerstruktur und fehlender Plätze in ruhiger Lage in der Stadt sind diese Voraussetzungen nur selten gegeben. Wienweit gibt es daher nur noch geschätzte 200 Turmfalken. Sie leben von den Bewohnern der Stadt meist unbemerkt an hohen exponierten Gebäuden.

Um Turmfalken eine bessere Chance zu geben, sich in Wien wieder vermehrt anzusiedeln, hat Wiener Wohnen ein gemeinsames Projekt mit der Greifvogelstation Lobau-Wien (eine mit Hilfe von WWF, Tierärztlicher Universität und Stadt Wien ins Leben gerufene Organisation) mit dem Namen "Nistkastenhilfe für Turmfalken am Karl Marx-Hof" entwickelt. Als erster Schritt wurden die geeigneten Orte für die Montage von Nistplätzen an diesem weltweit bekannten Gemeindebau gesucht. Dabei musste auch auf die Denkmalschutz-Auflagen Rücksicht genommen werden.

Schließlich wurden drei Nistplätze auf einem Turm des Karl Marx-Hofes errichtet. Turmfalken, die nach passenden nicht einsehbaren Nistplätzen suchen, sollen durch diese drei von Menschenhand hergerichteten Plätze angelockt werden. Der Karl Marx-Hof soll dadurch zu ihrer neuen Heimat werden. Kommt es in dieser Saison aber zu keiner Ansiedlung, dann werden im kommenden Jahr gezüchtete Vögel aus der Greifvogelzuchtstation Lobau-Wien an diesen Plätzen "eingesetzt".

Ein Turmfalke ist für Menschen vollkommen harmlos. Er wird 33 bis 38 cm groß. Das Männchen hat einen grau-schwarzen Kopf und Schwanz. Der Mantel ist rötlich und schwarz gefleckt. Das Weibchen trägt braune Federn mit schwärzlicher Bänderung und Streifen.

Ein positiver Begleiteffekt des Ansiedelns von Turmfalken ist die Tatsache, dass sie auch ein natürlicher Feind von Tauben sind. Daher meiden Tauben das Jagdgebiet von Turmfalken. Das übermäßige Aufkommen von Tauben im Stadtgebiet führt bei Menschen und Gebäuden zu negativen Auswirkungen. Sie reichen von gesundheitlichen Schädigungen bis zu Verschmutzungen und Zerstörung von Fassaden, Giebeln, Dachbauten und Mauersimsen. Die Abschreckende Wirkung ihrer natürlichen Feinde soll den Karl Marx-Hof bei Tauben etwas unbeliebter machen.

Die Greifvogelstation Lobau-Wien besteht seit 25 Jahren. Sie wurde von Stationsleiter Robert Dosedel mit Unterstützung der Stadt Wien, des WWF und der Tierärztlichen Universität errichtet. Dieses Turmfalkenprojekt läuft über einen Zeitraum von 5 Jahren. Die Greifvogelzuchtstation übernimmt unter anderem neben der Beobachtung der Nistplätze bzw. Vögel wenn notwendig die Fütterung von Jungvögeln und die Instandhaltung der Nistplätze. Das Projekt kostet insgesamt 18.168 Euro. (Schluss) gmp

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