• 23.05.2002, 12:59:36
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Kinderfreunde fordern Auffangnetz für Kinder in Krisensituationen

Wien (SK) Die von Bildungsministerin Gehrer diskutierte
"Konfliktlösungsstunde", die ein mal pro Woche, eingebettet in den
Schulunterricht, dazu beitragen soll, Probleme und Sorgen der
SchülerInnen zu thematisieren, ist aus Sicht der Österreichischen
Kinderfreunde nicht weitgehend genug: "Bis zu 84 Prozent der Schulen
in Österreich haben Klassen mit mindestens 36 SchülerInnen. Bei einer
Klasse mit 36 Kindern sind das pro Woche nicht einmal 1,4 Minuten",
fürchtet Waltraud Witowetz-Müller, Bundesvorsitzende der
Österreichischen Kinderfreunde, dass dies zu wenig ist: "Kinder, die
sich in Konfliktsituationen befinden, brauchen professionelle Hilfe,
vertrauenswürdige Personen und Rückenstärkung, um Krisen zu
bewältigen." ****

"Das Argument, 'kein Geld', das die Regierung, sobald es um
Unterstützung von Kindern geht, vorbringt, zeigt erneut die
Kurzsichtigkeit der derzeitigen sogenannten 'Einsparungen'. Kein Geld
für die Problembewältigung unserer Kinder bedeutet immense
psychosoziale Folgekosten", betonte Witowetz-Müller und wies darauf
hin, dass psychische Probleme der häufigste Grund der
Krankenstandursachen sind. "Das sollte ein Warnzeichen für die
Regierung sein", monierte Witowetz-Müller.

Die Österreichischen Kinderfreunde fordern vor Ort verstärkt
zielführende und professionelle Hilfe für Schülerinnen und Schüler.
Wichtig ist ein vermehrter Einsatz von BeratungslehrerInnen,
PsychagogInnen, SchulsozialarbeiterInnen und SchulpsychologInnen, die
Kinder während Krisen begleiten, die da sind, um Probleme und Sorgen
aufzufangen, bevor sich die Spirale der Ausweglosigkeit für die
Kinder zu drehen beginnt.

"Echte, tiefgreifende Probleme brauchen eine qualifizierte Behandlung
und individuelle Zuwendung von Professionalisten. Als Erwachsener
vergisst man all zu schnell, dass sich Kinder viele Gedanken machen
und Sorgen und Ängste in sich tragen, die sie alleine nicht
bewältigen können", mahnt Waltraud Witowetz-Müller. (Schluss) se/mm

Rückfragen: Mag. Martina Gmeiner, ? 5121298/47, E-Mail:
[email protected]

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ

Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

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