Sozialpartner: gemeinsame Initiativen für betriebliche Gesundheitsvorsorge

Gleitsmann: "Wollen Kräfte für dieses wichtige Thema bündeln" -Enquete "Gesunde Arbeitnehmer - Erfolgreiche Betriebe" im Haus der Wirtschaft

Wien (PWK335) - Sozialpartner und Krankenkassen rücken die betriebliche Gesundheitsvorsorge stärker als bisher in den Vordergrund ihrer Aktivitäten.

"Wir wollen dieses wichtige Thema aktiv positionieren, unsere Kräfte bündeln und gemeinsame Initiativen setzen", erklärte der Leiter der Sozialpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich, Martin Gleitsmann, Mittwoch Vormittag zur Eröffnung der Sozialpartner-Enquete "Gesunde Arbeitnehmer - Erfolgreiche Betriebe". Die ganztägige Veranstaltung im Haus der Wirtschaft soll den Auftakt dazu bilden, die betriebliche Gesundheitsförderung österreichweit auszubauen und zu verbreiten. Weitere Einleitungsreferate zu dem Thema hielten der stellvertretende Direktor der Bundesarbeiterkammer, Georg Ziniel, und der Leitende Sekretär des ÖGB, Richard Leutner.

Wie Gleitsmann hervorhob, sei die betriebliche Gesundheitsvorsorge ein Bereich, in dem die Freiwilligkeit angesprochen wird. Mitarbeitermotivation und Bewusstseinsbildung stehen daher im Vordergrund. Das Ziel sei, vom Reparatur- zum Vorsorgesystem zu kommen. Nicht nur die Krankenkassen, auch die Ärzte - insbesondere die praktischen Ärzte - sollten daher stärker eingebunden werden.

Gleitsmann verwies auf bisherige Initiativen in diesem Bereich, wie die Schaffung eines Netzwerks "betriebliche Gesundheitsvorsorge" oder die Einrichtung einer Sozialpartner-Arbeitsgruppe. Diese zeichne auch für das medizinische Schwerpunktthema der heutigen Auftaktveranstaltung, die Gesunderhaltung der Wirbelsäule ("Den Menschen den Rücken stärken"), verantwortlich. Mit dem Projekt "Well at Work" soll die betriebliche Gesundheitsvorsorge im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe propagiert werden. "Wir als Sozialpartner wollen Beratung, Hilfe und Unterstützung vermitteln. Weitere Initiativen müssen vor allem von den Sozialversicherungsträgern kommen", stellte Gleitsmann fest. In die neuen Zielvorgaben der österreichischen Sozialversicherungen wurde bereits der Passus aufgenommen, dass jeder SV-Träger ein Projekt in diesem Bereich entwickeln soll.

Die Mitarbeiterbindung erhalte in der Wirtschaft eine immer größere Bedeutung. Betriebliche Gesundheitsfürsorge biete nach Meinung Gleitsmanns eine gute Möglichkeit, Mitarbeiter an das eigene Unternehmen zu binden. Der unternehmerische Erfolg werde künftig maßgeblich von solchen Überlegungen abhängig sein. Als nächster Schritt ist, so der WKÖ-Sozialpolitiker, die Einrichtung einer homepage geplant, auf der interessierte Unternehmer "best practice"-Beispiele abrufen können.

Bundesarbeiterkammer-Dir.Stv. Ziniel unterstrich das gemeinsame Interesse von Unternehmern, Gewerkschaft, Betriebsräten und auch Krankenkassen an einer weiterführenden Kooperation. Betriebliche Gesundheitsvorsorge sei ein längerdauernder Prozess. Bereits die Jugendlichen sollten sehr bewusst eingebunden werden. Ziniel sprach sich in seiner Rede für einen verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Daten im Arbeitnehmerbereich aus. "Für eine Teilung der Belegschaft in Gesunde und Kranke stehe ich nicht zur Verfügung".

ÖGB-Sekretär Leutner hob hervor, dass der Wunsch nach Gesundheit am Arbeitsplatz und entsprechenden Arbeitsverhältnissen nach der Arbeitsplatzsicherheit und der Altersvorsorge bereits an dritter Stelle stehe. Es gehe nun darum, konkrete Projekte in Abstimmung mit allen Beteiligten österreichweit, und nicht nur in einzelnen Betrieben, umzusetzen. Daraus ergebe sich, so Leutner, eine "dreifache Win-Situation" für Betriebe, Arbeitnehmer und Krankenkassen. (Siehe auch unsere heutige Aussendung "Staatspreis für Arbeitssicherheit 2002 verliehen") (hp)

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