- 15.05.2002, 13:03:24
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Sozialpartner: gemeinsame Initiativen für betriebliche Gesundheitsvorsorge
Gleitsmann: "Wollen Kräfte für dieses wichtige Thema bündeln" - Enquete "Gesunde Arbeitnehmer - Erfolgreiche Betriebe" im Haus der Wirtschaft
Wien (PWK335) - Sozialpartner und Krankenkassen rücken die
betriebliche Gesundheitsvorsorge stärker als bisher in den
Vordergrund ihrer Aktivitäten.
"Wir wollen dieses wichtige Thema aktiv positionieren, unsere Kräfte
bündeln und gemeinsame Initiativen setzen", erklärte der Leiter der
Sozialpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich,
Martin Gleitsmann, Mittwoch Vormittag zur Eröffnung der
Sozialpartner-Enquete "Gesunde Arbeitnehmer - Erfolgreiche Betriebe".
Die ganztägige Veranstaltung im Haus der Wirtschaft soll den Auftakt
dazu bilden, die betriebliche Gesundheitsförderung österreichweit
auszubauen und zu verbreiten. Weitere Einleitungsreferate zu dem
Thema hielten der stellvertretende Direktor der Bundesarbeiterkammer,
Georg Ziniel, und der Leitende Sekretär des ÖGB, Richard Leutner.
Wie Gleitsmann hervorhob, sei die betriebliche Gesundheitsvorsorge
ein Bereich, in dem die Freiwilligkeit angesprochen wird.
Mitarbeitermotivation und Bewusstseinsbildung stehen daher im
Vordergrund. Das Ziel sei, vom Reparatur- zum Vorsorgesystem zu
kommen. Nicht nur die Krankenkassen, auch die Ärzte - insbesondere
die praktischen Ärzte - sollten daher stärker eingebunden werden.
Gleitsmann verwies auf bisherige Initiativen in diesem Bereich, wie
die Schaffung eines Netzwerks "betriebliche Gesundheitsvorsorge" oder
die Einrichtung einer Sozialpartner-Arbeitsgruppe. Diese zeichne auch
für das medizinische Schwerpunktthema der heutigen
Auftaktveranstaltung, die Gesunderhaltung der Wirbelsäule ("Den
Menschen den Rücken stärken"), verantwortlich. Mit dem Projekt "Well
at Work" soll die betriebliche Gesundheitsvorsorge im Bereich der
Klein- und Mittelbetriebe propagiert werden. "Wir als Sozialpartner
wollen Beratung, Hilfe und Unterstützung vermitteln. Weitere
Initiativen müssen vor allem von den Sozialversicherungsträgern
kommen", stellte Gleitsmann fest. In die neuen Zielvorgaben der
österreichischen Sozialversicherungen wurde bereits der Passus
aufgenommen, dass jeder SV-Träger ein Projekt in diesem Bereich
entwickeln soll.
Die Mitarbeiterbindung erhalte in der Wirtschaft eine immer größere
Bedeutung. Betriebliche Gesundheitsfürsorge biete nach Meinung
Gleitsmanns eine gute Möglichkeit, Mitarbeiter an das eigene
Unternehmen zu binden. Der unternehmerische Erfolg werde künftig
maßgeblich von solchen Überlegungen abhängig sein. Als nächster
Schritt ist, so der WKÖ-Sozialpolitiker, die Einrichtung einer
homepage geplant, auf der interessierte Unternehmer "best
practice"-Beispiele abrufen können.
Bundesarbeiterkammer-Dir.Stv. Ziniel unterstrich das gemeinsame
Interesse von Unternehmern, Gewerkschaft, Betriebsräten und auch
Krankenkassen an einer weiterführenden Kooperation. Betriebliche
Gesundheitsvorsorge sei ein längerdauernder Prozess. Bereits die
Jugendlichen sollten sehr bewusst eingebunden werden. Ziniel sprach
sich in seiner Rede für einen verantwortungsvollen Umgang mit
sensiblen Daten im Arbeitnehmerbereich aus. "Für eine Teilung der
Belegschaft in Gesunde und Kranke stehe ich nicht zur Verfügung".
ÖGB-Sekretär Leutner hob hervor, dass der Wunsch nach Gesundheit am
Arbeitsplatz und entsprechenden Arbeitsverhältnissen nach der
Arbeitsplatzsicherheit und der Altersvorsorge bereits an dritter
Stelle stehe. Es gehe nun darum, konkrete Projekte in Abstimmung mit
allen Beteiligten österreichweit, und nicht nur in einzelnen
Betrieben, umzusetzen. Daraus ergebe sich, so Leutner, eine
"dreifache Win-Situation" für Betriebe, Arbeitnehmer und
Krankenkassen. (Siehe auch unsere heutige Aussendung "Staatspreis für
Arbeitssicherheit 2002 verliehen") (hp)
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