Fasslabend: Abfertigung Neu war erster Streich - neues Arbeitsrecht nächstes Megaprojekt

Neue Arbeitswelt braucht neue Formen sozialer Sicherheit

Wien, 15. Mai 2002 (ÖAAB-PD) "Die Abfertigung Neu war der ‚erste Streich‘, das nächste Megaprojekt des ÖAAB ist ein neues Arbeitsrecht", sagte heute, Mittwoch, ÖAAB-Bundesobmann Dr. Werner Fasslabend. "Die moderne Arbeitswelt mit ihren neuen Berufen, ihrer größeren Flexibilität und freien Dienstnehmern braucht neue Formen der sozialen Sicherheit." Diese müssten Hand in Hand mit einem modernen, neuen Arbeitsrecht erarbeitet werden. Das derzeitige Arbeitsrecht stamme in seinen Grundzügen zum Teil noch aus dem 19. Jahrhundert und sei daher schon weitgehend ungeeignet, um den Arbeitnehmern von heute einerseits die notwendige Beweglichkeit zu geben, die sie für ihren Erfolg auf dem Arbeitsmarkt brauchen und andererseits für ihre soziale Sicherheit ausreichend zu sorgen. ****

Längst überholt sei etwa die Trennung der Arbeitnehmer in Arbeiter und Angestellte und ebenso alte Schutzbestimmungen, die sich auf diese Beschäftigungsformen gründen. "Wir sind längst in einer Situation, wo Arbeitnehmer einen immer größeren Freiraum in ihrer Arbeitsgestaltung brauchen und auch wollen. Dabei darf aber der Stellenwert der sozialen Sicherheit nicht verloren gehen", sagt Fasslabend. Die neue Situation stelle das Arbeits- und Sozialrecht auch vor neue Probleme, für die in den alten Regelungen keine Lösungen zu finden seien.

Die Abfertigung Neu sei der erste Schritt auf den Weg zu einem neuen Sozialrecht. Sie erfasse alle Arbeitnehmer und nehme Rücksicht auf deren ständig steigende Mobilität. "Das nächste Megaprojekt, das der ÖAAB angehen wird, ist eine grundsätzliche Neukodifizierung des Arbeitsrechts. Denn für die neuen Berufe und die neuen Beschäftigungsverhältnisse fehlen uns jetzt schon die nötigen sozialen Absicherungen im Krankheitsfall oder bei Jobverlust."

Der ÖAAB werde sich "mit voller Energie" diesem nächsten großen sozial- und arbeitsmarktpolitischen Schwerpunkt widmen, um die Probleme, die aus den neuen Beschäftigungsformen erwüchsen, Schritt für Schritt lösen zu können.
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