• 14.05.2002, 14:48:17
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  • OTS0210 OTW0210

KORREKTUR ZU OTS 202 ÖGB-Frauen gegen einseitige Antworten der FPÖ auf Gewalttaten Jugendlicher

Frauen sind nicht die Sündenböcke der Nation

Im ersten Absatz müsste es richtig lauten: Bundeskanzler Wolfgang
Schüssel (nicht: Bundesminister Wolfgang Schüssel)

ÖGB-Frauen gegen einseitige Antworten der FPÖ auf Gewalttaten
Jugendlicher
Utl.: Frauen sind nicht die Sündenböcke der Nation=

Wien (ÖGB). Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sprach sich bei der
gestrigen Enquete zum Thema Gewalt von Jugendlichen gegen 'schnelle
Antworten' und Schuldzuweisungen aus. Vizekanzlerin Riess-Passer war
freilich nicht zu bremsen. Ihre Aussagen vom Rückgang der Zuwendung
und Aufmerksamkeit, die die Kinder heute im Vergleich zu den 60er
Jahren erhielten, kamen einer Zuweisung der Schuld an die
berufstätigen Mütter gleich. "Wir ÖGB-Frauen verwehren uns
entschieden gegen diese allzu simple Argumentation. Stattdessen soll
die Regierung endlich Maßnahmen zur familienfreundlichen
Ausgestaltung der Arbeitswelt setzen und aktiv etwas gegen die
Jugendarbeitslosigkeit unternehmen", sagt ÖGB-Frauensekretärin Sylvia
Ledwinka.++++

Statistische Untersuchungen würden belegen, dass Kinder gegenüber
1960 zehn bis zwölf Stunden weniger an Zuwendung und Aufmerksamkeit
pro Woche erfahren würden, heißt es in der gestrigen Aussendung der
Vizekanzlerin - ein paar Zeilen später wird auf die Gefahren für die
Jugendlichen - Alkohol- und Drogenkonsum, sowie Gewalttätigkeit -
hingewiesen. "Plumper kann man die Ideologie 'nur eine Mutter, die zu
Hause bleibt, ist eine gute Mutter' wohl nicht rüberbringen. Die
jungen Frauen wollen beides - Beruf und Familie, und das ist ihr
gutes Recht", so Ledwinka weiter. Nötig seien deshalb verbindliche
Maßnahmen zur familiengerechten Ausgestaltung der Arbeitswelt, wie
ein Recht auf Teilzeit bis zum Schuleintritt des Kindes für Mütter
und für Väter. Massiven Handlungsbedarf gibt es auch beim
flächendeckenden Ausbau von qualitativ hochwertigen
Kinderbetreuungseinrichtungen. Die ÖGB-Frauen fordern dafür die
Bereitstellung von Bundesmittel.

Gar nicht eingegangen ist Riess-Passer in ihrer Aussendung auf ein
Hauptproblem der Jugendlichen, die massive Arbeitslosigkeit. "Wenn
man sich anschaut, was die Regierung tut, bzw. was sie alles nicht
tut, wenn es um eine aktive Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bei den
Mädchen und Burschen geht, wundert das freilich nicht", stellt
Ledwinka fest. "Tausende Jugendliche stehen ohne Lehrstelle auf der
Straße, dennoch gibt es keine Stiftungen zur Qualifizierung der
Jugendlichen mehr, noch ist die Regierung bereit, einen gerechten
Finanzierungsausgleich zwischen ausbildenden Betrieben und jenen, die
sich davor drücken, einzuführen", kritisiert die
ÖGB-Bundesfrauensekretärin. "Diese Probleme heißt es anzugehen, wenn
man den Jugendlichen - und ihren Eltern - wirklich weiterhelfen
will", so Ledwinka abschließend. (mfr)

Rückfragehinweis:
ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Martina Fassler-Ristic
Tel. (++43-1) 534 44/480 DW
Fax.: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.or.at

ÖGB, 14. Mai 2002
Nr. 436

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Wirtschaft und Regierung wollen Österreichs ArbeitnehmerInnen Saures
geben. Der ÖGB tritt für soziale Fairness ein. Mehr unter www.oegb.at

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