GAUGG/PUMBERGER: Sterbebegleitung ist sozial- und gesundheitspolitischer Meilenstein

Solidarität mit Sterbenden muß im Vordergrund stehen

Wien, 2002-05-14 (fpd) - Im heutigen Sozialausschuß werde mit der Beschlußfassung über die Familienhospizkarenz ein sozial- und gesundheitspolitischer Meilenstein gesetzt, und zwar genau ein Jahr nach einer parlamentarischen Enquete zu diesem Thema, erklärten der freiheitliche Gesundheitssprecher Dr. Alois Pumberger und der freiheitliche Sozialsprecher Reinhart Gaugg. ****

Wie die beiden Abgeordneten betonten, wolle man in Österreich nicht den holländischen Weg gehen. Eine gute Sterbebegleitung sei wesentlich vernünftiger. Im Vordergrund müsse die Solidarität mit den Sterbenden stehen. Wer keine aktive Sterbehilfe wolle, müsse daher für eine optimale Sterbebegleitung sorgen.

Mit der Familienhospizkarenz werde Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen die Sterbebegleitung naher Angehöriger bzw. die Betreuung schwerst erkrankter Kinder erleichtert, erläuterten Pumberger und Gaugg, die gleichzeitig Kritik an der Sozialpolitik der SPÖ übten, die es in dreißig Jahren nicht geschafft habe, diesbezügliche Weichenstellungen vorzunehmen. "Bisher mußte jemand beispielsweise den ganzen Tag im Supermarkt an der Kasse stehen, während daheim die Mutter im Sterben lag. Solche gravierenden, auf das totale Versagen der SPÖ zurückführenden Mißstände wird es in Zukunft nicht mehr geben." Gemeinsam mit dem Sozialministerium werde man versuchen, in Notfällen auch finanzielle Zuwendungen zu erarbeiten.

Als besondere Eckpunkte bezeichneten die beiden Abgeordneten die Begleitung sterbender und schwerst erkrankter Kinder hervor, den Kinderschutz, die arbeits- und sozialrechtliche Absicherung (Krankenversicherung, Pensionsversicherung, besonderer Kündigungs-und Entlassungsschutz) und die teilweise bis vollständige Freistellung der Arbeitnehmer zur Pflege ihrer sterbenden Angehörigen. "Mit Fug und Recht kann man heute von einem großen Tag sprechen, an dem ein entscheidender Schritt für die Würde der sterbenden Menschen und ihre Angehörigen getan wurde." (Schluß)

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