Rieder: "Wiennovation" bringt mehr Effizienz

Info-Line 596 38 88 oder unter mailto:call@wiennovation.at

Wien, (OTS) "Entsprechend internationalen Vorbildern stellen wir die Wiener Technologieförderung auf sogenannte Calls um, "Ausschreibungen" an Hand derer die besten Technologieprojekte der Stadt substanziell gefördert werden können. Damit erhöhen wir die Effizienz der eingesetzten Mittel, steigern den Wettbewerbsgedanken und lassen das Prinzip der Gießkannenförderung hinter uns", erklärte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder am Dienstag im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters.

Stehen im Rahmen der Technologieförderung der Stadt Wien im Jahr 2002 insgesamt 27,5 Millionen EURO bereit, werden für drei Calls in den Bereichen "Biotechnologie - Life Sciences", "Creative Industries" und "Automotive" heuer bereits 6 Millionen EURO bereitgestellt. Den Beginn macht der Call im Bereich "Life Science", für Bewerber ab 15. Mai unter der Info-Line 596 38 88 (Mo. - Fr. 9 - 18 Uhr) oder unter per E-Mail: mailto:call@wiennovation alle notwendigen Informationen erhältlich sind. Ab heute laufen die Infoaktivitäten zum Call im Bereich ‚Life Sciences’. Die Informationsoffensive zum Call "Creative Industries" startet ebenfalls noch vor dem Sommer. Die formale Einreichfrist für den Life-Sciences Call ist vom 2. September 2002 bis 13. September 2002, die Einreichfrist für den Call "Creative Industries" wird noch bekannt gegeben. Die Bewertung der eingereichten Projekte erfolgt durch eine international besetzte Jury. Der Vorsitzende der Jury für den Life-Science-Call, Univ.Prof. Dr. Peter Swetly, nahm gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds, D.I. Dr. Bernd Rießland, ebenfalls am Mediengespräch teil. Prof. Swetly ist der ehemalige Forschungsleiter von Boehringer Ingelheim.

"Wiennovation. Die Technologieoffensive"

Inhaltliche, organisatorische und optische Klammer für künftige Aktivitäten im Technologiebereich ist die Initiative "Wiennovation. Die Technologieoffensive". In ihr werden unter anderem die aktuellen Calls, sämtliche andere Formen der Technologieförderung, die Kompetenzzentren-Programme, die Aktivitäten der universitären AplusB-Zentren oder auch die Teilnahme Wiens am LISA (Life Science Austria)-Vienna Region-Programm zusammengefasst. Allein für das Jahr 2002 stehen für Projekte im Rahmen von "Wiennovation. Die Technologieoffensive" 27,5 Mio. Euro zur Verfügung.

Calls: Mehr und "Schnelleres" Geld für Unternehmen

Im Rahmen der "Calls" werden Unternehmen aus spezifischen Sparten eingeladen, an Ausschreibungen teilzunehmen, um für die Durchführung ihrer jeweiligen Projekte Förderungen zu erhalten.

Für die sich beteiligenden Unternehmen ergeben sich dadurch folgende wesentlichen Vorteile:

o Kürzerer Entscheidungszeitraum: Das einreichende Unternehmen erhält bereits nach ca. zwei Monaten Bescheid darüber, ob sein Projekt eine Förderung erhält.
o Die Unternehmen müssen nicht ihre gesamten Aufwendungen vorfinanzieren: Sie erhalten einen 50-prozentigen Vorschuss, womit sich die Gefahr von finanziellen Engpässen in der Startphase minimiert.
o Die höchstmögliche Fördersumme für den ersten Call "Life Sciences" pro Unternehmen beträgt 1 Million Euro. Die Förderquote kann zwischen 25 % und 60 % der Projektkosten betragen. Insgesamt stehen für diesen Call 3 Millionen Euro
zur Verfügung.
o Zusätzlich zur eigentlichen Fördersumme erhalten die Siegerprojekte Preisgelder: Der Sieger erhält 15.000 Euro, 10.000 Euro für das zweitbeste und 5.000 Euro für das drittbeste Projekt.
o Die Bewertung der Projekte erfolgt durch ein Kriteriensystem, wobei besonders auf Faktoren wie Innovationsgehalt, Projektwertschöpfung, Entwicklungsrisiko, die Eignung als technologiepolitisches Leitprojekt, aber auch Beschäftigungseffekte Wert gelegt wird.

Warum Life Science, Creative Industries und Automotive?

Ziel der Calls ist es, die vorhandenen Stärken des Wirtschaftstandortes Wien weiter auszubauen. Wien hat bereits heute das weitaus innovativste Potenzial in sogenannten Zukunftsbranchen, wie eben Life Sciences, Creative Industries oder der automotiven Industrien.

Life Sciences - Biotechnologie

Ein besonders erfolgreiches Beispiel in Wien ist die Entwicklung auf dem Biotechnologie-Sektor. In den letzten drei Jahren haben sich rund 20 international erfolgreiche Start-up-Unternehmen entwickelt bzw. sich in Wien angesiedelt. Insgesamt sind am Biotech-Standort Wien mehr als 2.000 Personen im F & E-Bereich tätig.

Vom Kern der Vienna-Region ausgehend kann der Zentral- und Osteuropäische Markt mit über 250 Mio. Menschen leicht erschlossen werden. Das dynamische Umfeld für F & E sowie die Marktvorteile der Region zogen bereits Global Players, wie Novartis, Eli Lilly, Boehringer Ingelheim, Baxter, Amgen, Quintiles und über 100 Life Science Unternehmen in die Vienna Region.

Die Vienna Region kann auf eine lange Geschichte im Bereich der biomedizinischen Forschung zurückblicken. Heute gibt es 10 Universitäten mit einem Pool von 3.000 Bio- und Gentechnologie-Studenten, die in allen relevanten Bereichen der Biomedizin, Pharmazie, Veterinär- und Agrobiotechnologie sowie Wirtschaft ausgebildet werden.

Die Biotechnologie ist der mit Abstand am schnellsten wachsende Hochtechnologiebereich. Derzeit existieren über 1.400 Biotech-Firmen in den USA und etwa ebenso viele in Europa. Bereits 1999 erreichte die Biotechnologie mit weltweit mehr als 150.000 Arbeitsplätzen eine Wertschöpfung von etwa 145,35 Milliarden Euro. Voraussagen sprechen von mehr als 1,2 Millionen Arbeitsplätzen ab dem Jahre 2010. Schon 50 Prozent aller neuen Medikamente, die sich derzeit in klinischer Prüfung befinden, sind biotechnologischen Ursprungs. Innerhalb der nächsten 5 Jahre werden überhaupt 60 Prozent aller Innovationen im Hochtechnologiesektor durch Biotechnologie und Molekulare Medizin geschaffen. Jährliche Wachstumsraten von mehr als 20 Prozent sind in vielen Bereichen üblich, und es ist derzeit kein Ende dieser Dynamik in Sicht. Viele Nationen, insbesondere die USA, Kanada, Argentinien, England, Deutschland, Schweiz, Schweden, Finnland, aber auch Japan und China setzen daher alles daran, ihren Anteil an dem wachsenden Markt zu sichern. Zu den Life Science zählen u.a. Biologie, Biochemie, Biotechnologie, Ernährungswissenschaften, Lebensmitteltechnologie, Forstwirtschaft, Holzwirtschaft, Landschaftsplanung, Landwirtschaft, Kulturtechnik, Technischer Umweltschutz, Umweltmanagement, Umwelttechnik, Wasserwirtschaft, Veterinärmedizin.

Creative Industries

Als "Creative Industries" sind die ökonomische Potenziale der kulturellen Produktion zu sehen, Potenziale, die in Wien traditionell sehr groß sind. In Wien arbeiten überdurchschnittlich viele Menschen, rund 60.000 im Kunst-, Kultur- und Unterhaltungssektor, darüber hinaus gibt es auch hervorragende Infrastrukturen, wie Museen, Theater usw., aber kaum Unternehmensstrukturen. Gekoppelt mit dem Weltruf der Kulturstadt Wien und den innovativen Möglichkeiten durch neue Medien, bietet es sich an, die Wirtschaftskraft dieses Sektors weiterzuentwickeln, dessen Professionalisierung und Kommerzialisierung bisher als eher unterentwickelt gilt.

Zu den Creative Industries zählen u.a. die Musikwirtschaft, Mode, Verlagswesen, Film- u. Videoproduktion (audiovisuelle Medien), Architektur, Printmedien, Licht- u. Soundinstallationen, Bildende Kunst und Grafik und Design.

Automotive

Der bereits bestehende Automotive-Cluster wird gemeinsam durch den Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) und Eco Plus, Niederösterreichs Regionaler Entwicklungsagentur, realisiert. Ziel des Clusters ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Industrie, System- und Komponentenlieferanten sowie Forschung & Entwicklung. Der Cluster wird sich nicht nur auf die automotiven Zulieferer der Region konzentrieren, sondern sich auch mit der Zukunft der Verkehrswege bzw. -leitsysteme beschäftigen, wie etwa flexible und individuelle Leit- und Informationssysteme für Autofahrer über Satellit oder Handy.

Ein Beratungsunternehmen ist in einer Studie über die Potenziale des Automotive Clusters Vienna Region zu dem Ergebnis gekommen, dass besonders Querschnitts-Technologien, wie eben Verkehrsleitsysteme, in die Planungen miteinbezogen werden sollten. Es zeigt sich, dass Wien und Niederösterreich ein gutes Potenzial für eine Clusterbildung im automotiven Bereich mit ausgezeichneten Profilierungsmöglichkeiten haben.

1997 waren in Niederösterreich und Wien rund 5.700 Personen im Fahrzeugbau-Sektor beschäftigt, die Erlöse betrugen rund 1,45 Milliarden Euro mit einer Bruttowertschöpfung von rund 0,48 Milliarden Euro. Knapp 32 Prozent aller wichtigen erfassten Zulieferbetriebe Österreichs haben ihren Standort in Niederösterreich und Wien.

o Service:
Infos unter:
Internet: http://www.wiennovation.at/
und ab 15. Mai unter:
01-596 38 88 (Mo. bis Fr. 9 bis 18 Uhr)

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