• 14.05.2002, 12:08:49
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Rieder: "Wiennovation" bringt mehr Effizienz=

Info-Line 596 38 88 oder unter mailto:[email protected]

Wien, (OTS) "Entsprechend internationalen Vorbildern stellen wir
die Wiener Technologieförderung auf sogenannte Calls um,
"Ausschreibungen" an Hand derer die besten Technologieprojekte der
Stadt substanziell gefördert werden können. Damit erhöhen wir die
Effizienz der eingesetzten Mittel, steigern den Wettbewerbsgedanken
und lassen das Prinzip der Gießkannenförderung hinter uns", erklärte
Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp
Rieder am Dienstag im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters.

Stehen im Rahmen der Technologieförderung der Stadt Wien im Jahr
2002 insgesamt 27,5 Millionen EURO bereit, werden für drei Calls in
den Bereichen "Biotechnologie - Life Sciences", "Creative Industries"
und "Automotive" heuer bereits 6 Millionen EURO bereitgestellt. Den
Beginn macht der Call im Bereich "Life Science", für Bewerber ab 15.
Mai unter der Info-Line 596 38 88 (Mo. - Fr. 9 - 18 Uhr) oder unter
per E-Mail: mailto:call@wiennovation alle notwendigen Informationen
erhältlich sind. Ab heute laufen die Infoaktivitäten zum Call im
Bereich ‚Life Sciences’. Die Informationsoffensive zum Call "Creative
Industries" startet ebenfalls noch vor dem Sommer. Die formale
Einreichfrist für den Life-Sciences Call ist vom 2. September 2002
bis 13. September 2002, die Einreichfrist für den Call "Creative
Industries" wird noch bekannt gegeben. Die Bewertung der
eingereichten Projekte erfolgt durch eine international besetzte
Jury. Der Vorsitzende der Jury für den Life-Science-Call, Univ.Prof.
Dr. Peter Swetly, nahm gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Wiener
Wirtschaftsförderungsfonds, D.I. Dr. Bernd Rießland, ebenfalls am
Mediengespräch teil. Prof. Swetly ist der ehemalige Forschungsleiter
von Boehringer Ingelheim.

"Wiennovation. Die Technologieoffensive"

Inhaltliche, organisatorische und optische Klammer für künftige
Aktivitäten im Technologiebereich ist die Initiative "Wiennovation.
Die Technologieoffensive". In ihr werden unter anderem die aktuellen
Calls, sämtliche andere Formen der Technologieförderung, die
Kompetenzzentren-Programme, die Aktivitäten der universitären
AplusB-Zentren oder auch die Teilnahme Wiens am LISA (Life Science
Austria)-Vienna Region-Programm zusammengefasst. Allein für das Jahr
2002 stehen für Projekte im Rahmen von "Wiennovation. Die
Technologieoffensive" 27,5 Mio. Euro zur Verfügung.

Calls: Mehr und "Schnelleres" Geld für Unternehmen

Im Rahmen der "Calls" werden Unternehmen aus spezifischen
Sparten eingeladen, an Ausschreibungen teilzunehmen, um für die
Durchführung ihrer jeweiligen Projekte Förderungen zu erhalten.

Für die sich beteiligenden Unternehmen ergeben sich dadurch
folgende wesentlichen Vorteile:

o Kürzerer Entscheidungszeitraum: Das einreichende Unternehmen
erhält bereits nach ca. zwei Monaten Bescheid darüber, ob sein
Projekt eine Förderung erhält.
o Die Unternehmen müssen nicht ihre gesamten Aufwendungen
vorfinanzieren: Sie erhalten einen 50-prozentigen Vorschuss,
womit sich die Gefahr von finanziellen Engpässen in der
Startphase minimiert.
o Die höchstmögliche Fördersumme für den ersten Call "Life
Sciences" pro Unternehmen beträgt 1 Million Euro. Die
Förderquote kann zwischen 25 % und 60 % der Projektkosten
betragen. Insgesamt stehen für diesen Call 3 Millionen Euro
zur Verfügung.
o Zusätzlich zur eigentlichen Fördersumme erhalten die
Siegerprojekte Preisgelder: Der Sieger erhält 15.000 Euro,
10.000 Euro für das zweitbeste und 5.000 Euro für das
drittbeste Projekt.
o Die Bewertung der Projekte erfolgt durch ein Kriteriensystem,
wobei besonders auf Faktoren wie Innovationsgehalt,
Projektwertschöpfung, Entwicklungsrisiko, die Eignung als
technologiepolitisches Leitprojekt, aber auch
Beschäftigungseffekte Wert gelegt wird.

Warum Life Science, Creative Industries und Automotive?

Ziel der Calls ist es, die vorhandenen Stärken des
Wirtschaftstandortes Wien weiter auszubauen. Wien hat bereits heute
das weitaus innovativste Potenzial in sogenannten Zukunftsbranchen,
wie eben Life Sciences, Creative Industries oder der automotiven
Industrien.

Life Sciences - Biotechnologie

Ein besonders erfolgreiches Beispiel in Wien ist die Entwicklung
auf dem Biotechnologie-Sektor. In den letzten drei Jahren haben sich
rund 20 international erfolgreiche Start-up-Unternehmen entwickelt
bzw. sich in Wien angesiedelt. Insgesamt sind am Biotech-Standort
Wien mehr als 2.000 Personen im F & E-Bereich tätig.

Vom Kern der Vienna-Region ausgehend kann der Zentral- und
Osteuropäische Markt mit über 250 Mio. Menschen leicht erschlossen
werden. Das dynamische Umfeld für F & E sowie die Marktvorteile der
Region zogen bereits Global Players, wie Novartis, Eli Lilly,
Boehringer Ingelheim, Baxter, Amgen, Quintiles und über 100 Life
Science Unternehmen in die Vienna Region.

Die Vienna Region kann auf eine lange Geschichte im Bereich der
biomedizinischen Forschung zurückblicken. Heute gibt es 10
Universitäten mit einem Pool von 3.000 Bio- und
Gentechnologie-Studenten, die in allen relevanten Bereichen der
Biomedizin, Pharmazie, Veterinär- und Agrobiotechnologie sowie
Wirtschaft ausgebildet werden.

Die Biotechnologie ist der mit Abstand am schnellsten wachsende
Hochtechnologiebereich. Derzeit existieren über 1.400 Biotech-Firmen
in den USA und etwa ebenso viele in Europa. Bereits 1999 erreichte
die Biotechnologie mit weltweit mehr als 150.000 Arbeitsplätzen eine
Wertschöpfung von etwa 145,35 Milliarden Euro. Voraussagen sprechen
von mehr als 1,2 Millionen Arbeitsplätzen ab dem Jahre 2010. Schon 50
Prozent aller neuen Medikamente, die sich derzeit in klinischer
Prüfung befinden, sind biotechnologischen Ursprungs. Innerhalb der
nächsten 5 Jahre werden überhaupt 60 Prozent aller Innovationen im
Hochtechnologiesektor durch Biotechnologie und Molekulare Medizin
geschaffen. Jährliche Wachstumsraten von mehr als 20 Prozent sind in
vielen Bereichen üblich, und es ist derzeit kein Ende dieser Dynamik
in Sicht. Viele Nationen, insbesondere die USA, Kanada, Argentinien,
England, Deutschland, Schweiz, Schweden, Finnland, aber auch Japan
und China setzen daher alles daran, ihren Anteil an dem wachsenden
Markt zu sichern. Zu den Life Science zählen u.a. Biologie,
Biochemie, Biotechnologie, Ernährungswissenschaften,
Lebensmitteltechnologie, Forstwirtschaft, Holzwirtschaft,
Landschaftsplanung, Landwirtschaft, Kulturtechnik, Technischer
Umweltschutz, Umweltmanagement, Umwelttechnik, Wasserwirtschaft,
Veterinärmedizin.

Creative Industries

Als "Creative Industries" sind die ökonomische Potenziale der
kulturellen Produktion zu sehen, Potenziale, die in Wien traditionell
sehr groß sind. In Wien arbeiten überdurchschnittlich viele Menschen,
rund 60.000 im Kunst-, Kultur- und Unterhaltungssektor, darüber
hinaus gibt es auch hervorragende Infrastrukturen, wie Museen,
Theater usw., aber kaum Unternehmensstrukturen. Gekoppelt mit dem
Weltruf der Kulturstadt Wien und den innovativen Möglichkeiten durch
neue Medien, bietet es sich an, die Wirtschaftskraft dieses Sektors
weiterzuentwickeln, dessen Professionalisierung und
Kommerzialisierung bisher als eher unterentwickelt gilt.

Zu den Creative Industries zählen u.a. die Musikwirtschaft,
Mode, Verlagswesen, Film- u. Videoproduktion (audiovisuelle Medien),
Architektur, Printmedien, Licht- u. Soundinstallationen, Bildende
Kunst und Grafik und Design.

Automotive

Der bereits bestehende Automotive-Cluster wird gemeinsam durch
den Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) und Eco Plus,
Niederösterreichs Regionaler Entwicklungsagentur, realisiert. Ziel
des Clusters ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Industrie,
System- und Komponentenlieferanten sowie Forschung & Entwicklung. Der
Cluster wird sich nicht nur auf die automotiven Zulieferer der Region
konzentrieren, sondern sich auch mit der Zukunft der Verkehrswege
bzw. -leitsysteme beschäftigen, wie etwa flexible und individuelle
Leit- und Informationssysteme für Autofahrer über Satellit oder
Handy.

Ein Beratungsunternehmen ist in einer Studie über die Potenziale
des Automotive Clusters Vienna Region zu dem Ergebnis gekommen, dass
besonders Querschnitts-Technologien, wie eben Verkehrsleitsysteme, in
die Planungen miteinbezogen werden sollten. Es zeigt sich, dass Wien
und Niederösterreich ein gutes Potenzial für eine Clusterbildung im
automotiven Bereich mit ausgezeichneten Profilierungsmöglichkeiten
haben.

1997 waren in Niederösterreich und Wien rund 5.700 Personen im
Fahrzeugbau-Sektor beschäftigt, die Erlöse betrugen rund 1,45
Milliarden Euro mit einer Bruttowertschöpfung von rund 0,48
Milliarden Euro. Knapp 32 Prozent aller wichtigen erfassten
Zulieferbetriebe Österreichs haben ihren Standort in Niederösterreich
und Wien.

o Service:
Infos unter:
Internet: http://www.wiennovation.at/
und ab 15. Mai unter:
01-596 38 88 (Mo. bis Fr. 9 bis 18 Uhr)

(Schluss) nk

Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:

http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Norbert Kettner
Tel.: 4000/81 845
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK

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