Theaterpädagogin Hilde Weinberger gestorben

Wien, (OTS) Prof. Dr. Hilde Weinberger ist Sonntag Abend in Wien nach langer, schwerer Krankheit, im 89. Lebenjahr gestorben.

Hilde Weinberger, Jahrgang 1913, war - nach dem Schauspielstudium an der Staatsakademie und Theaterjahren in Österreich und Deutschland - nach 1945 künstlerische Leiterin am Studententheater "Studio der Hochschulen", wo sie auch Regie führte. Ihre Tätigkeit in der Volksbildung reicht bereits in die Zwischenkriegszeit zurück und begann wieder 1947.

Sie hat in den Jahrzehnten ihrer volksbildnerischen Tätigkeit hunderten jungen, aber auch reiferen Menschen unterschiedlichster Berufsgruppen und Bildungsschichten einen Zugang zu Theater, Dichtung und Kunst eröffnet und sie mit ihren ganz persönlichen Ausdrucksmöglichkeiten vertraut gemacht.****

Die Volkshochschule Ottakring, wo sie neben ihrer Lehrtätigkeit auch im Vorstand wirkte, wurde ihr geistige Heimat. Sie unterrichtete dort Rhetorik und Literatur und gründete 1956 das Dramatische Studio, wo sie bis 1971 mehr als 50 Theaterproduktionen im Großen Saal herausbrachte.

2001 wurde dieser Große Saal der Volkshochschule Ottakring in "Dr. Hilde Weinberger-Saal" umbenannt.

1972 stellte sie - unter dem Eindruck eines Workshops der Off-Off-Broadway-Theatergruppe "La Mama" - ihren Theaterstil radikal um und übersiedelte in das Theater im Werkraum im Souterrain der Volkshochschule.

60 Inszenierungen zeitgenössischer Literatur mit vorwiegend jungen Darstellern, die bei ihr auch Theaterworkshops besuchten, entstanden zwischen 1972 und 1998.

Neben ihrer Regietätigkeit trat sie auch selbst in zahlreichen Rollen auf, so beispielsweise in Monodramen von Märta Tikkanen und Jutta Heinrich.

1989 gab Hilde Weinberger mit 76 Jahren ihr Filmdebut in einer Hauptrolle in "Ach, Boris" unter der Regie von Niki List.

Ihre Unterrichtstätigkeit erstreckte sich ab 1971 auch auf den Bereich der Lehrerbildung, und das nicht nur in Wien, sondern in allen österreichischen Bundesländern, in Südtirol und und Deutschland. Sie war auch am Aufbau des vom Landesjugendreferat veranstalteten Wiener Schultheaterfestivals maßgeblich beteiligt, das sie von 1976 bis 1981 persönlich leitete.

Auch die Initialzündung für die "Internationalen Jugendtheatertage in Wien" ging 1977 von Hilde Weinberger aus, die von da an bis 1986 alljährlich junge Theatergruppen aus Österreich, Europa und den USA in Wien zusammenführten.

Unter den Ehrungen, die Hilde Weinberger erhielt, waren 1979 der Berufstitel "Professor", 1979 das Ehrenzeichen des Landes Burgenland, 1980 der Preis des Wiener Kundtfonds für Darstellende Kunst, 1984 das Goldene Verdienstzeichen, 1997 das Ehrenzeichen des Verbandes österreichischer Volkshochschulen und 1999 das Silberne Ehrenzeichen des Landes Wien. (Schluss) gab

Rückfragen & Kontakt:

http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Martin Gabriel
Tel.: 4000/81 842
gab@m53.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK