Alte Schmiede erinnert an Werk von Fred Wander

Wien, (OTS) Im Rahmen der Reihe "Grundbücher der österreichischen Literatur nach 1945" steht kommenden Donnerstag die im Jahr 1971 erschienene Erzählung "Der siebente Brunnen" des Schriftstellers Fred Wander auf dem Programm.

Wander, im Jänner 1917 in Wien geboren, beschreibt in seiner Erzählung in außergewöhnlicher Eindringlichkeit die Schicksale von achtzehn zum Tode verurteilten jüdischen KZ-Häftlingen im KZ Buchenwald. Sein Buch wurde in vielen Sprachen übersetzt und erhielt mehrere literarische Auszeichnungen.

Prägendes Erlebnis des Wiener Juden Fred Wander war die lebensgeschichtliche Erfahrung der Schrecken des nationalsozialistischen Gewaltregimes. Wander war zwischen 1942 und 1945 KZ-Häftling in Auschwitz und Buchenwald. Nach Kriegsende und Befreiung arbeitete er als Journalist und Fotograf. Im Jahr 1955 übersiedelte er gemeinsam mit seiner Frau, der Wiener Schriftstellerin Maxie Wander (1933-1977) in die DDR, wo er als Jugendbuchautor, Reiseschriftsteller und Autor von Erwachsenenliteratur lebte und arbeitete. Der Aufenthalt in der DDR - das Schriftstellerpaar lebte in Kleinmachnow, in unmittelbarer Nähe zur "Mauer", war von Schicksalsschlägen geprägt. So starb im Jahr 1968 die Tochter Kitty, eins von drei gemeinsamen Kindern des Ehepaares Wander. Maxie Wander wurde vor allem durch ihr Buch "Guten Morgen, du Schöne!" bekannt. Ein Werk, in dem die Autorin mehrere Frauen nach ihrem privaten wie öffentlichen Leben in der damaligen DDR befragte. Im Jahr 1977 starb die Autorin, die sich in der DDR, obwohl aus einem kommunistisch geprägten Elternhaus stammend, niemals restlos wohl fühlte. Anfang der achtziger Jahre, 1983, kehrte Fred Wander nach Österreich zurück, wo er bis heute lebt.

Zu den weitere Werken von Fred Wander zählen u.a. der Jugendroman "Taifun über den Inseln" (1958) "Banidos" (1963), "Ein Zimmer in Paris" (1975), "Hotel Baalbek" (1991), die posthum von ihm herausgegebenen Erinnerungen an seine Frau "Maxie Wander. Ein Leben ist nicht genug" (1990), wie auch seine Autobiographie "Das gute Leben. Erinnerungen" (1996).

Über "Der siebente Brunnen" wird der Literaturwissenschaftler Klemens Renoldner in Anwesenheit des Autors referieren. Der Lyriker und Romancier Robert Schindel, Autor des jüngst verfilmten Romans "Gebürtig", wird Textpassagen aus Wanders Erzählung vortragen. Die Moderation hat Klaus Kastberger inne.

o Termin: Donnerstag, der 16. Mai 2002
Ort: Alte Schmiede (1., Schönlaterngasse 9) http://www.alte-schmiede.at/
Beginn: 19.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.
(Schluss) hch

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