• 13.05.2002, 12:05:41
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Österreich an 7. bester Stelle bei Familienbesteuerung Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf jetzt vordringlich

Linz (OTS) - Eine von Prof. Dr. Lehner vom WIFO im Auftrag des
Österr. Familienbundes erstellte Studie attestiert Österreich eine im
oberen Mittelfeld gelegene Position bei der Familienbesteuerung.
Verglichen wurde die Situation in den EU Mitgliedsstaaten, der
Schweiz und den USA auf Basis der Daten aus dem Jahr 1999. Werden bei
Österreich auch die Effekte der Familiensteuerreform 2000
mitberücksichtigt ergibt sich laut Präsident LAbg. Mag. Otto
Gumpinger vom Österr. Familienbund die Position 7 innerhalb dieser 17
Staaten (ohne Familiensteuerreform 9). Nicht berücksichtigt sind
unterschiedliche Mehrwertsteuersätze und die sogenannten
Naturalleistungen, wie Kinderbetreuungseinrichtungen und deren Tarife
und das zeitlich befristete Kinderbetreuungsgeld.

Konkret verringert sich bei einer Alleinverdienerfamilie mit
österreichischem Durchschnittseinkommen und 2 Kindern im Vergleich
mit einer Situation ohne Kinder die Lohn- und
Einkommenssteuerbelastung in Österreich um 8 Prozentpunkte auf
nunmehr 2,8%. Die Transfers Familienbeihilfe und Kinderabsetzbeträge
sind in diese Betrachtung einbezogen und als entlastendes
Steueräquivalent eingerechnet. Am besten schneidet Deutschland ab, wo
sich die Steuerlast auf 0 reduziert.

Bei niedrigen Einkommen (67% des Durchschnittseinkommens)
verbessert sich die Situation für Österreich wesentlich. Die
Transfers sind wesentlich höher als die Lohn- und
Einkommenssteuerlast. Damit ist laut Gumpinger vom Österr.
Familienbund klar erwiesen, dass die österreichische
Familienförderung im Gegensatz zur Situation in anderen Ländern stark
armutsmindernd ist, weil sie durch die hohen Sockelbeträge in Form
der Transfers bei niedrigen Einkommen stärker wirksam wird.

Für den Familienbund ist das laut Gumpinger insgesamt eine
erfreuliche Situation, wenn man insbesondere auch noch das
Kinderbetreuungsgeld mit berücksichtigt. Nach der Entlastung der
Lohnnebenkosten, die auch positive Effekte für die Vereinbarkeit von
Familie und Beruf hat, wünscht sich der Familienbund eine stärkere
Berücksichtigung der Kinder im Steuerrecht, beispielsweise durch ein
wahlweises Familiensplitting, das es ja in Frankreich bereits gibt.
Gerade Frankreich konnte in den letzten 3 Jahren die Geburtenrate als
wichtige Kenngroße für die Familienfreundlichkeit eines Landes, im
Gegensatz zum Haupttrend in Europa steigern und liegt mit ca. 1,9 an
der Spitze.

Unerledigt sind für Gumpinger noch die in der Regierungserklärung
enthaltene Freifahrt für Internatsschüler und aktuell auch die
Berücksichtung der Karenzzeiten bei der Abfertigung Neu als für
Familien finanziell relevante Verbesserungen.

Generell ist für den Familienbund die bessere Vereinbarkeit von
Familie und Beruf zumindest gleichrangig mit den finanziellen
Rahmenbedingungen. Mehr Teilzeitarbeitsplätze mit
familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen und eine Ergänzung der
Kinderbetreuungsangebote über den klassischen Kindergartenbereich
hinaus, wo ja im wesentlichen bereits Vollversorgung gegeben ist,
insbesondere auch im Bereich der Horte und der sonstigen
Nachmittagsbetreuung für Schulkinder sind dringend erforderlich.
Studie kann beim Österreichischen Familienbund unter 02742/77304/10
oder per eMail [email protected] angefordert werden.

Rückfragehinweis:

Österr. Familienbund
Mag. Otto Gumpinger
Tel. 0664/225 27 75

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FAM/FAM/OTS

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