Österreich an 7. bester Stelle bei Familienbesteuerung Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf jetzt vordringlich

Linz (OTS) - Eine von Prof. Dr. Lehner vom WIFO im Auftrag des Österr. Familienbundes erstellte Studie attestiert Österreich eine im oberen Mittelfeld gelegene Position bei der Familienbesteuerung. Verglichen wurde die Situation in den EU Mitgliedsstaaten, der Schweiz und den USA auf Basis der Daten aus dem Jahr 1999. Werden bei Österreich auch die Effekte der Familiensteuerreform 2000 mitberücksichtigt ergibt sich laut Präsident LAbg. Mag. Otto Gumpinger vom Österr. Familienbund die Position 7 innerhalb dieser 17 Staaten (ohne Familiensteuerreform 9). Nicht berücksichtigt sind unterschiedliche Mehrwertsteuersätze und die sogenannten Naturalleistungen, wie Kinderbetreuungseinrichtungen und deren Tarife und das zeitlich befristete Kinderbetreuungsgeld.

Konkret verringert sich bei einer Alleinverdienerfamilie mit österreichischem Durchschnittseinkommen und 2 Kindern im Vergleich mit einer Situation ohne Kinder die Lohn- und Einkommenssteuerbelastung in Österreich um 8 Prozentpunkte auf nunmehr 2,8%. Die Transfers Familienbeihilfe und Kinderabsetzbeträge sind in diese Betrachtung einbezogen und als entlastendes Steueräquivalent eingerechnet. Am besten schneidet Deutschland ab, wo sich die Steuerlast auf 0 reduziert.

Bei niedrigen Einkommen (67% des Durchschnittseinkommens) verbessert sich die Situation für Österreich wesentlich. Die Transfers sind wesentlich höher als die Lohn- und Einkommenssteuerlast. Damit ist laut Gumpinger vom Österr. Familienbund klar erwiesen, dass die österreichische Familienförderung im Gegensatz zur Situation in anderen Ländern stark armutsmindernd ist, weil sie durch die hohen Sockelbeträge in Form der Transfers bei niedrigen Einkommen stärker wirksam wird.

Für den Familienbund ist das laut Gumpinger insgesamt eine erfreuliche Situation, wenn man insbesondere auch noch das Kinderbetreuungsgeld mit berücksichtigt. Nach der Entlastung der Lohnnebenkosten, die auch positive Effekte für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat, wünscht sich der Familienbund eine stärkere Berücksichtigung der Kinder im Steuerrecht, beispielsweise durch ein wahlweises Familiensplitting, das es ja in Frankreich bereits gibt. Gerade Frankreich konnte in den letzten 3 Jahren die Geburtenrate als wichtige Kenngroße für die Familienfreundlichkeit eines Landes, im Gegensatz zum Haupttrend in Europa steigern und liegt mit ca. 1,9 an der Spitze.

Unerledigt sind für Gumpinger noch die in der Regierungserklärung enthaltene Freifahrt für Internatsschüler und aktuell auch die Berücksichtung der Karenzzeiten bei der Abfertigung Neu als für Familien finanziell relevante Verbesserungen.

Generell ist für den Familienbund die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zumindest gleichrangig mit den finanziellen Rahmenbedingungen. Mehr Teilzeitarbeitsplätze mit familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen und eine Ergänzung der Kinderbetreuungsangebote über den klassischen Kindergartenbereich hinaus, wo ja im wesentlichen bereits Vollversorgung gegeben ist, insbesondere auch im Bereich der Horte und der sonstigen Nachmittagsbetreuung für Schulkinder sind dringend erforderlich. Studie kann beim Österreichischen Familienbund unter 02742/77304/10 oder per eMail gs@familienbund.at angefordert werden.

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Österr. Familienbund
Mag. Otto Gumpinger
Tel. 0664/225 27 75

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