• 12.05.2002, 19:09:40
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"Kleine Zeitung" Kommentar: "Erwin Jolesch" (von Johannes Kübeck)

Ausgabe vom 12.0.2002

Graz (OTS) - Nicht die links-linken Demonstrierer der letzten
Tage kosten die FP-Führung den Nerv, sondern ein Mann mit durchaus
bürgerlichen Habitus. Die Irritation über Erwin Pröll kommt aber
nicht daher, dass dieser nie ein glühender Anhänger des
Regierunsbündnisses mit der FPÖ war oder dass er Peter Westenthaler
nicht zu jenen zählt, denen er einen Handschlag anbieten würde.

Derlei Attacken quittiert die FPÖ gekonnt und professionell. Die
Aufgeregtheit der jetzigen Gegenattacken lässt viel tiefer blicken.

Prölls Kurs ist nämlich eine Bedrohung für das Nein-Sager-Monopol
der FPÖ. Der VP-Grande hat nämlich wegen Temelin die "Veto-Karte im
Ärmel" und droht wegen der Benes-Dekrete mit "Verzögerung" beim EU-
Beitritt der Tschechen.

Mit diesen Atouts wollte eigentlich Susanne Riess-Passer solo in den
Wahlkampf ziehen. Ausgerechnet einer der Mitspieler droht jetzt, der
FPÖ diese Stiche streitig zu machen.

Tante Jolesch hätte dazu gesagt: Was setzt Du dich hin und spielst
Karten mit Leuten, die sich setzen hin und spielen Karten mit Dir.
****

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