• 10.05.2002, 09:00:01
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Bauernkinder leben gefährlich

Das Leben am Bauernhof bietet Kindern eine reiche Erlebniswelt - aber auch eine Welt voller Gefahren

Wien (OTS) - Kinder die auf einem Bauernhof aufwachsen haben ein
dreimal so hohes Risiko tödlich zu verunglücken, als
"durchschnittliche" Kinder.

Eine gemeinsame Studie der Sozialversicherungsanstalt der Bauern
und des Institutes "Sicher Leben" gibt Anleitung zur Prävention -
damit das ländliche Kinderparadies nicht durch tragische Unfälle
zerstört wird.

Österreichische Bauernkinder erlitten zwischen Mai 2000 und Mai
2001, 3.965 Unfälle mit Verletzungsfolge. Zehn Unfälle endeten
tödlich, bei den Verletzungen wurden rund 20 Prozent vom Hausarzt
oder Facharzt behandelt, 57 Prozent wurden im Spital ambulant
versorgt; für 23 Prozent war ein stationärer Aufenthalt die Folge.

Dreifaches Tötungsrisiko bei Bauernkindern

Ziel der neuen Kinderunfallstudie war es, umfassende Kenntnisse
über das Unfallgeschehen bei Kindern im bäuerlichen Bereich zu
erreichen, um darauf basierend gezielte Präventionsarbeit zu planen.
Wie die Studie zeigt, hat ein Bauernkind ein mehr als dreimal so
hohes Risiko tödlich zu verunfallen als ein "durchschnittliches"
österreichisches Kind. Das Verletzungsrisiko liegt hingegen mit 8
Prozent unter dem Durchschnitt österreichischer Kinder.

Tätigkeiten beim Unfall

Lediglich sieben Prozent der Unfälle sind auf eine
landwirtschaftliche Tätigkeit (Mithilfe oder Anwesenheit bei dieser
Tätigkeit) zurückzuführen. Bei schweren Unfällen mit stationärem
Aufenthalt ist dieser Anteil allerdings doppelt so hoch. Ebenso sind
kleinere Kinder überproportional von Unfällen in der Landwirtschaft
betroffen. Die Untersuchung ergab, dass sich Kinder am Bauernhof
primär beim Spielen in der Freizeit verletzten. Fast die Hälfte aller
Unfälle fiel in diese Kategorie. Für das Unfallgeschehen bedeutend
sind sportliche Aktivitäten, die etwas mehr als ein Drittel der
Unfälle zugrunde lagen. Bei den älteren Kindern (10-14-jährige) war
Sport die häufigste Unfalltätigkeit. Bei Unfällen im Zusammenhang mit
landwirtschaftlicher Tätigkeit standen an erster Stelle der
gefährlichen Tätigkeiten jene, die mit Traktoren, Kfz oder Anhängern
zu tun hatten. Besonders tragisch: Von zehn tödlichen Unfällen wurden
in fünf Fällen die Kinder von einem Traktor überfahren.

Ansätze für die Prävention

Basierend auf den Ergebnissen der neuen Kinderunfallstudie lassen
sich für die Prävention zahlreiche Schwerpunkte ableiten. Das
Überfahrenwerden von Traktoren bei Kindern im bäuerlichen Bereich ist
Todesursache Nr. 1. Diesbezüglich wird die Entwicklung eines
Rückfahrwarnsystems, das den Traktorfahrer bei Annäherung einer
Person akustisch und optisch warnt, von der SVB forciert.

"Da sich die Unfallgefahren für Bauernkindern im Allgemeinen nicht
von denen anderer Kinder unterscheiden, sind neben
landwirtschaftsspezifischen Empfehlungen auch allgemein gültige
Maßnahmen wie die Verbesserung der Ausstattung bäuerlicher Haushalte
mit Sicherheitseinrichtungen oder das Radfahren nur mit Radhelm
wichtige Schwerpunkte", ergänzt Dr. Rupert Kisser, Leiter des
Instituts "Sicher Leben".

Nähere Informationen:

Mag. Gerald Furian, Tel. 01/715 66 44 DW 319, e-mail:
[email protected]

Der Bericht ist gratis erhältlich beim Institut "Sicher Leben"
(Frau Zorn, DW 313; e-mail: [email protected])

Rückfragehinweis: Institut Sicher Leben

Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/0

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