AK: Offensive Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit notwendig!

Linz (AKO) Schon seit Monaten steigt die Arbeitslosigkeit drastisch an - in Oberösterreich beschleunigt sich der Anstieg sogar noch. Mit 23,3 Prozent mehr Arbeitslosen verzeichnet Oberösterreich im April den bisher stärksten Anstieg im heurigen Jahr. "Beschwichtigungsversuche und inszenierte Medienauftritte helfen den betroffenen Arbeitslosen in keiner Weise. Je länger man zuwartet, umso schwieriger und kostspieliger wird der Abbau der Arbeitslosigkeit!" fordert AK-Präsident Wipplinger rasche arbeitsmarktpolitische Maßnahmen.

Selbst wenn die optimistischen Wirtschaftsprognosen eintreffen, wird der Konjunkturaufschwung erst Ende 2003 zu einem allmählichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen führen. Aktives Eingreifen der Politik ist daher das Gebot der Stunde. Denn auch jetzt klagen Betriebe über Probleme, entsprechend qualifizierte Mitarbeiter zu finden (laut Umfrage des Fessel-Gfk-Instituts suchen 40 Prozent der Betriebe Mitarbeiter, vorrangig Facharbeiter). Angesichts der demographischen Entwicklung, der Anhebung des Pensionsantrittsalters und der rasanten technologischen Veränderungen ist die Höherqualifizierung der Arbeitskräfte die zentrale arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Herausforderung der kommenden Jahre. Nur durch Qualifizierung kann die Diskrepanz zwischen offenen Stellen und Arbeitslosen verringert werden.

"Im Konjunkturtief zu handeln ist höchst zweckmäßig. Jetzt muss man Arbeitslose qualifizieren, um sie im Konjunkturaufschwung als Fachkräfte einsetzen zu können. Dadurch entsteht zusätzliches Wachstum", stellt Wipplinger fest. Jeder Euro, der dafür ausgegeben wird, kommt innerhalb kurzer Zeit über Steuern und Abgaben wieder herein - das belegen alle diesbezüglichen Studien.

"Anstatt durch das Festhalten am starren Grundprinzip "Vermittlung vor Qualifizierung" und der von Minister Bartenstein geplanten Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs zu bremsen, müssen wir danach trachten, Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung durch Unterstützung der Arbeitslosen bei der Höherqualifizierung besetzen zu können. Daraus ergibt sich die Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Qualifizierung für Arbeitslose", so der AK-Präsident.

In Anbetracht der massiven, zweckwidrigen Abschöpfung (2 Milliarden Euro in den Jahren 2001 und 2002) von Mitteln der Arbeitslosenversicherung durch die Bundesregierung ist die Finanzierung einer solchen Qualifizierungsoffensive kein Problem. Als Sofortmaßnahme muss die Arbeitsmarktrücklage des AMS in Höhe von 109 Millionen Euro aufgelöst und für Qualifizierungsmaßnahmen eingesetzt werden. Bei verbesserter Konjunktur sollte diese Rücklage wieder mit bis zu 500 Millionen Euro aufgefüllt werden.

"Qualifizierung stellt den zentralen Ansatz dar, um ältere Arbeitnehmer länger in Beschäftigung zu halten. Qualifizierung ist andererseits die effektivste Maßnahme, um die dramatisch steigende Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen in den Griff zu bekommen und ihnen zukunftsorientierte Beschäftigungsmöglichkeiten zu eröffnen", schließt Wipplinger.

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