"Kleine Zeitung" Kommentar: "Rettungsanker" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 4.5.2002

Graz (OTS) - Wie schön, dass es Ärzte gibt. Sie retten oft Menschenleben und zaubern den Einzelnen Gesundheit und Wohlbefinden zurück. Und, wenn sie kollektiv auftreten, bewähren sie sich sogar als Anker für die Politik: Ihr Kongress nebst Ball muss jetzt als Begründung für das Verbot sämtlicher Veranstaltungen auf dem Wiener Heldenplatz herhalten.

Man will damit verhindern, dass, wie angesagt, am 8. Mai einander feindliche Demonstrationszüge von verschiedenen Sammlungsorten auf den großen Platz pilgern und hier handgreiflich werden.

Abgesagt sind die diversen Aktionen freilich nicht. Um die Sperre der Krypta will man sich einen Dreck scheren, hat Wolfgang Jung mit entwaffnender Offenheit bekundet, "Sein " Minister werde das schon richten. Im Übrigen suchen sich alle jetzt andere "geeignete" Ziele für ihre Märsche und Kungebungen. Irgendwo in den Gassen der Innenstadt könnten sie dann aneinander geraten - viel kontrollierter und daher explosionsträchtiger als auf dem leicht zu sperrenden Platz vor der Hofburg.

Für den Laien stellt sich damit die skeptische Frage, ob das Patentrezept mit den Medizinern als Inhalt auch anschlägt oder sich die Ausrede als fatales Placebo entpuppt. ****

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