- 03.05.2002, 12:46:27
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Bartenstein: Arbeitsmarktlage Ende April 2002 - Leichtes Beschäftigungswachstum gegenüber dem Vormonat=
Wien (BMWA/OTS) - Ende April 2002 lag die Zahl der unselbstständig
Beschäftigten (ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) mit
3.128.691 (Männer: 1.727.796; Frauen: 1.400.895) um -1.410 (-0,05 %)
unter dem Vorjahreswert. Als Gründe dafür sind das Ende der
Wintertourismussaison mit starken Beschäftigungszuwächsen und der
signifikante Rückgang der Beschäftigten in der Bundeshauptstadt Wien
(- 12.033) zu nennen. Gegenüber dem Vormonat war jedoch mit + 6.438
(+ 0,21 %) ein leichtes Beschäftigungswachstum zu verzeichnen.
Gleichzeitig waren in Österreich Ende April 231.167 Personen als
arbeitslos vorgemerkt, das ist gegenüber Ende April des Vorjahres ein
Anstieg um 20,8% oder +39.776 Personen. Die Zunahme der
Arbeitslosigkeit bei Inländern beträgt +31.970 oder +19,7%, die
Ausländerarbeitslosigkeit steigt mit +7.806 oder +26,8% nach wie vor
überdurchschnittlich an. Geschlechtsspezifisch differenziert zeigt
sich, dass die Frauenarbeitslosigkeit mit +15.471 (+17,5%) weiterhin
geringer zunimmt als jene der Männer (+24.305; +23,6). ****
International gesehen hat Österreich nach wie vor eine sehr
günstige Position. Für den März 2002 (letzt verfügbarer Wert) weist
EUROSTAT für Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,0% aus. Damit
liegt die Quote nach wie vor deutlich unter dem EU-Durchschnitt von
7,6%. Lediglich die Niederlande mit 2,4% (Wert für Februar) und
Luxemburg mit 2,6% weisen eine niedrigere Quote als Österreich auf.
Darüber hinaus zeigten sich Ende April am Arbeitsmarkt folgende
Tendenzen:
Arbeitslosendauer
Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode lag im
April 2002 wie im April des Vorjahres bei 114 Tagen. Im April 2000
hatte die Verweildauer in Arbeitslosigkeit noch 121 Tage und im April
1999 sogar noch 133 Tage betragen.
Langzeitarbeitslosigkeit
Ende April waren 13.003 Personen länger als ein Jahr vorgemerkt.
Damit lag ihre Zahl nur leicht über dem Wert vom April 2001 (+1.468
bzw. +12,7%). Gegenüber April 2000 mit 21.785 Langzeitarbeitslosen
hat sich dieser Wert fast halbiert.
Jugendliche
Während die Arbeitslosigkeit der 15- bis 18-jährigen Jugendlichen mit
4.244 um 616 oder 17,0% nur unterdurchschnittlich anstieg, entfiel
der überwiegende Teil der Zunahme auf die 19- bis 24-Jährigen (+7.136
bzw. +28,8% auf 31.941 Ende April).
Im internationalen Vergleich der Jugendarbeitslosigkeit liegt
Österreich mit 6,6% (Wert für März) an 2. Stelle. Die
Jugendarbeitslosenquote im EU-Durchschnitt beträgt 15,5%. Österreich
weist nach den Niederlanden (5,2% für Februar) nach wie vor die
zweitniedrigste Jugendarbeitslosenquote in der Gemeinschaft aus,
gefolgt von Irland (8,1%), Dänemark (8,2%) und Luxemburg (8,4%).
Lehrstellenmarkt
Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden ist Ende
April mit 3.239 gegenüber dem Vorjahr gestiegen (+811 oder +33,4%),
zugleich ist die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen leicht
rückläufig: 2.793 (-179 oder -6,0%). In der Folge liegt die
Lehrstellenandrangsziffer derzeit bei 1,2. Die Lehrstellenlücke
beträgt 446. Für Lehrstellensuchende, die keinen Lehrplatz finden,
stehen im Rahmen des Jugendausbildungssicherungsgesetzes (JASG)
insgesamt 15,6 Mio. Euro) zur Verfügung, womit beinahe 2.000
Lehrgangsplätze gesichert werden können.
Zunahme der Altersarbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen stieg ebenfalls an, und
zwar - geringfügig abgeschwächt - um 6.908 (+16,6%) auf 48.506.
Während die Zahl der 50- bis 54-Jährigen mit +2.200 (+9,5%) nach wie
vor deutlich unterdurchschnittlich und jene der 55- bis 59-Jährigen
(+3.184 bzw. +20,1%) noch leicht unter dem Durchschnitt zunahm, stand
dem ein - relativ betrachtet - kräftiger Anstieg bei den über
60-Jährigen gegenüber (+1.524 oder +60,5% auf 4.042). Dieser ist
neben demographischen Faktoren auf die geänderten Zugangsbestimmungen
in die vorzeitige Alterspension und den entsprechenden
Begleitmaßnahmen im Arbeitslosenversicherungsgesetz zurückzuführen.
Entwicklung nach Branchen
Generell zeigte sich zunächst auch Ende April in fast allen
Branchen eine steigende Arbeitslosigkeit. Leicht erhöht hat sich die
Zunahme der Arbeitslosigkeit im Fremdenverkehr (+5.464 bzw. +14,3%
auf 43.611). Dies ist typischerweise eine Auswirkung des kräftigen
Anstiegs der Beschäftigung im Fremdenverkehr nach dem Ende der
Wintersaison. Die Sachgütererzeugung leidet zuletzt noch an der
Konjunkturschwäche der Haupthandelspartner. Hohe Zuwächse von Export
und Sachgütererzeugung werden vom WIFO erst für 2003 erwartet. Vor
diesem Hintergrund stieg die Arbeitslosigkeit in der
Sachgütererzeugung mit +8.185 bzw. +25,0% überdurchschnittlich an.
Deutliche Zuwächse verzeichneten überdies eine Reihe von Branchen des
Dienstleistungsbereiches. So nahm die Arbeitslosigkeit vor allem im
Bereich Handel/Instandhaltung (+6.950; +20,6%) zu, aber ebenso bei
den unternehmensbezogenen Dienstleistungen (+3.000; +27,5%), bei
"sonstigen öffentlichen und persönlichen Dienstleistungen" (+2.295;
+27,1%) sowie im Bereich Verkehr/Nachrichtenübermittlung (+1.392;
+18,6%).
Entwicklung in den Bundesländern
Die Arbeitslosigkeit steigt derzeit in allen neun Bundesländern.
Wenngleich sich der Anstieg in Wien etwas verringert hat, resultiert
noch immer fast die Hälfte der Zunahme aus dem Wiener Arbeitsmarkt
:+17.147 bzw. +29,3%. Prozentuell betrachtet fiel die Zunahme in
Vorarlberg (+1.852; +29,4%) etwas stärker als in Wien aus; gefolgt
von Oberösterreich (+4.568; +23,3%) und Salzburg (+2.427; +22,7%).
Demgegenüber war in den Bundesländern Niederösterreich (+4.697;
+15,9%), Steiermark (+4.358; +15,6%), dem Burgenland (+786; +13,6%)
und Kärnten (+1.588 oder +10,4%) ein unterdurchschnittlicher Anstieg
zu beobachten. In Tirol war Ende März noch eine leichte Abnahme
festzustellen, nunmehr ist auch in diesem Bundesland eine steigende
Arbeitslosigkeit zu beobachten (+2.353; +13,2%;. primär Ausdruck der
gestiegenen Arbeitslosigkeit im Fremdenverkehr nach einer
Wintersaison mit starken Beschäftigungszuwächsen).
Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien
In allen Ausbildungskategorien sind Zunahmen der Arbeitslosigkeit
zu verzeichnen. Von der Anzahl her gab es die stärksten Zunahmen der
Arbeitslosigkeit bei Personen mit Pflichtschulabschluss (+15.019 oder
+18,5% auf 96.395). Auch bei Personen mit Lehrabschluss zeigte sich
nach wie vor ein merklicher Anstieg (+13.333 oder +18,7% auf 84.509).
Bei arbeitslosen Personen, die über keine abgeschlossene
Schulausbildung verfügen (9.594), erhöhte sich der Bestand im
Vergleich zum Vorjahr um 1.818 oder 23,4%. Auf diese drei
Ausbildungskategorien entfielen rund 82% des (Gesamt-) Bestandes an
Arbeitslosen und mehr als drei Viertel des Gesamtanstieges der
Arbeitslosigkeit.
Schulungen des Arbeitsmarktservice
Anders als im März war Ende April auf Bundesebene wieder eine
Zunahme der Schulungsaktivitäten zu beobachten. Ende April betrug die
Zahl der in Schulung befindlichen Personen 35.157, ihre Zahl lag
damit um 1.752 (+5,2%) über dem Vorjahreswert. Mit Ausnahme von Wien
expandierten die Schulungsaktivitäten in allen anderen Bundesländern
(größtenteils sogar beschleunigt). In Wien hat sich der Rückgang vom
März (-4.724) zwar verringert, die Schulungsaktivitäten liegen aber
noch unter dem Vorjahresniveau (-3.089; -26,6%). Die
Schulungsteilnehmer rekrutierten sich schwerpunktmäßig nach wie vor
aus den Berufsgruppen Büroberufe (7.082), Handel (4.538), Hilfsberufe
(4.291) sowie Metall-/Elektroberufe (4.257) (zusammen rund 57% aller
in Schulung befindlichen Personen).
Rückfragehinweis: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Ministerbüro: Dr. Ingrid Nemec, Tel: (++43-1) 71100-5108
mailto:[email protected]
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