ÖAMTC: Alkoholfreies Bier im Doppel-Test

Unbedenklich für Autofahrer, doch welches schmeckt am besten?

Wien (ÖAMTC-Presse) - Bier ist das mit Abstand beliebteste alkoholische Getränk im Lande. Doch die gute Laune wird, sofern man mit dem Auto oder dem Bike unterwegs ist, vom schlechten Gewissen überschattet: Ist doch selbst das kleine Bier zum Essen durch die 0,5 Promille-Grenze ins Gerede gekommen. Alkoholfreies Bier bietet sich als Alternative an. Doch enthält es wirklich keinen Alkohol? Wieviel Krügeln oder Flaschen kann man ohne Probleme beim Fahren genießen? Und welches schmeckt am besten?

Alarmierende Fakten lieferten den Hintergrund zum Frühjahrs-Test-Umtrunk des ÖAMTC-Clubmagazins "auto touring": So ist die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol im Spiel war, in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 7,5 Prozent gestiegen, die Zahl der Verletzten gar um 17,4 Prozent. Doch während die Alko-Unfallzahlen in Wien (um 35,4 Prozent) und Niederösterreich zurückgingen, explodierten sie im Westen: Vorarlberg plus 55,6 Prozent, Tirol gar plus 75,9 Prozent.

Alkoholfreie Alternative?

Der große Test, zu dem das ÖAMTC-Clubmagazin "auto touring" eine typische Biertrinker-Runde einlud, fand unter medizinischer Aufsicht des gerichtlich beeideten Sachverständigen für Atemalkohol, Dr. Reinhard Fous, statt. 17 Personen beiderlei Geschlechts zwischen 23 und 55 Jahren, zwischen 1,60 und 1,86 m groß und zwischen 45 und 94 kg schwer, trafen sich abends nach einem alkoholfrei verbrachten Tag. Mit dabei auch der Kabarettist "Fifi" Pissecker und Rallye-As Rudi Stohl.

Getestet wurde unter absolut realistischen Bedingungen: Jeder durfte sich das zum Essen bestellen, worauf er gerade Gusto hatte. Zum Trinken gab es für zwei Probanden seidelweise "normales" Bier, für 15 freilich nur alkoholfreies.
Zehn Sorten Alkoholfreies standen für jeden der 15 in neutralen Achtellitergläsern zum Verkosten bereit, nachschenken lassen war erlaubt.
Wobei das, wo "alkoholfrei" draufsteht, nicht wirklich völlig alkoholfrei ist, denn es darf von Gesetzes wegen bis zu 0,5 Prozent Alkohol haben. "Null Komma Josef" von Ottakringer bringt es auf 0,41 Prozent, Mitbewerber Clausthaler auf 0,35 Prozent. "Echtes" Bier hat je nach Sorte zwischen 4,2 und 7,6 Prozent.

Wieviel darf man davon trinken, um noch Autofahren zu dürfen und es ohne Beeinträchtigung zu können?

Wegen des geringen Alkoholgehalts von alkoholfreiem Bier braucht sich praktisch niemand Sorgen um seinen Führerschein zu machen. Bei allen Testpersonen, die binnen zwei Stunden zwischen einem und zwei Liter des Getränks verkosteten, zeigte der Original-Alkomat 0,0 mg/l Atemluft - was 0,0 Promille entspricht. Der Mediziner hatte nichts anderes erwartet: "Um 0,1 mg/l Atemluft, was 0,2 Promille entspräche, zu bekommen, müsste ein 1,70 m großer, 70 kg schwerer Mensch schon 3,5 l alkoholfreies Bier binnen einer Stunde trinken. 0,2 Promille am Steuer machen sich durch veränderte Selbsteinschätzung, gestiegene Risikobereitschaft, verlängerte Reaktionszeit und nachlassende Aufmerksamkeit und Konzentration bemerkbar." Aber wie gesagt: Sieben Krügerl auf einen Sitz - das kann sich niemand aus der Testgruppe vorstellen.

Alko-Fazit: Null Problemo mit fast null Promille. Von dieser Warte aus betrachtet, ist alkoholfreies Bier eine hervorragende Alternative. Es hat weniger Kalorien (25 je 100 ml), enthält Mineralstoffe und Vitamine und ist als Durstlöscher durchaus mit isotonischen Sportgetränken zu vergleichen. Nur Diabetiker sind mit ihm wegen seines hohen Restzucker-Anteils schlecht beraten.

Gegen ein Seidel "Echtbier" als Essensbegleiter spricht aber nichts. Wenn man fährt, sollte man aber nicht versuchen sich an eine Promillegrenze heranzutrinken, denn wie stark Alkohol wirkt, ist individuell von der körperlichen Konstitution, von der Enzymaktivität, der Tagesverfassung, der Trinkgeschwindigkeit, der "Unterlage" und einer eventuellen Medikamentation abhängig.

Der Geschmack im Test

Gleich vorweg: Geschmacklich, so die Tester, kommen die Alkoholfreien nicht ganz an die Vollbiere heran. 15 Tester hatten 10 Sorten nach dem Schulnotensystem zu bewerten, der Notendurchschnitt aller Biere lag gerade einmal bei 3,35 - also gerade noch "befriedigend". Interessant der leichte Zitrusgeschmack, der Schlossgold (Platz 4) von einigen Testern zugeschrieben wurde, und das Attribut "süßlich" bei Löwenbräu. Clausthaler Classic, mit Note 4,27 Schlusslicht erhielt nur von einem Tester ein "gut". Der alkoholfreie Siegertrunk wurde "Null Komma Josef" und Erdinger Weißbier alkoholfrei schaffte Platz zwei.

Geschmacks-Fazit: Sofern kalt genossen, ist alkoholfreies Bier eine echte Alternative zu süßen Soft-Drinks oder dem berühmten Soda-Zitron.

Die Platzierung der zehn Biere ohne Alkohol

 1. Null Komma Josef 2,67
 2. Erdinger Weißbier 2,87
 3. Fohrenburger 3,00
 4. Schlossgold 3,20
 5. Beck’s 3,27
 6. Löwenbräu 3,33

7. Karlsquell 3,53
 8. Clausthaler Extra Herb 3,67
 9. Eggenberger Birell 3,73
10. Clausthaler Classic 4,27

Die Bewertung erfolgte nach dem Schulnoten-System (1 bis 5).

Den Test gibt es in der Mai-Ausgabe des ÖAMTC-Clubmagazins "auto touring" und detaillierte Ergebnisse findet man im Internet unter www.autotouring.at.

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