• 02.05.2002, 19:04:42
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"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Am Heldenplatz" (Von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 3. Mai 2002

Graz (OTS) - Seit Jahren trifft sich am 8. Mai am Rande des
Wiener Heldenplatzes ein Grüppchen dekorierter, colorierter Leute,
um der Kriegsgefallenen zu gedenken. Die Feiern waren weder neo noch
wahnsinnig faschistisch, sondern eher ein Ärgernis. Zum einen, weil
in der Erinnerung nur Platz für die Soldaten war, aber keiner für
die Millionen Opfer der NS-Blutherrschaft. Zum anderen, weil die
Veranstalter - freiheitliche Korporationen - den 8. Mai zum "Tag der
Trauer" ausriefen. Und da wurde das Trauern politisch.

Am 8. Mai 1945 ergab sich Nazi-Deutschland. Jeder, dessen
Geschichtsbild halbwegs im Lot ist, verbindet das Datum mit
Erlösung. Wer vom Tag der Trauer, oder wie der FPÖ-Abgeordnete Jung,
von "totaler Niederlage" spricht, bedauert, dass der Schrecken ein
Ende fand.

Jetzt konnte man diese Mai-Feier als Manifestation der
Unbelehrbarkeit abtun, die kaum Beachtung fand. Das war aus
hygienischer Sicht erfreulich. Man blieb unter sich. Heuer ist alles
anders.

Die SPÖ fordert vom Innenminister, was sie von ihren nie forderte:
ein Demoverbot. Sie droht mit Gegendemos. Es wird ideologischen
Gegenverkehr geben am Heldenplatz und viel Polizei. Nur die
Verblendeten freuen sich: Erstmals ganz groß im Bild. ****

Rückfragehinweis: Kleine Zeitung

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