Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Ungarn sollen ausgebaut werden

Bilaterale österreichisch-ungarische Wirtschaftsgespräche in

Wien (BMWA/OTS) - Budapest

Im Mittelpunkt der am 3. Mai 2002 in Budapest
stattfindenden bilateralen österreichisch-ungarischen Wirtschaftsgespräche werden die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Staaten und Möglichkeiten für deren Weiterentwicklung stehen. Darüber hinaus werden Fragen der regionalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit, der Stand der Beitrittsverhandlungen Ungarns zur Europäischen Union sowie aktuelle multilaterale Handelsfragen erörtert werden. Die österreichische Delegation steht unter der Leitung von Sektionschef Mag. Josef MAYER (Leiter des Centers "Außenwirtschaftspolitik und Europäische Integration" im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit), die ungarische Delegation wird vom stellvertretenden Staatssekretär im ungarischen Außenministerium, Dr. István MAJOR, geleitet. ****

Die österreichischen Exporte nach Ungarn sind im vergangenen Jahr erstmals seit der Ostöffnung - wenn auch nur leicht - um -4,6% auf rd. 3,3 Milliarden Euro zurückgegangen. Dadurch ist Ungarn auf den 7. Rang in der Reihung der Exportmärkte (nach Deutschland, Italien, USA, Schweiz, Großbritannien und Frankreich) zurückgefallen. Dennoch hält Österreich am ungarischen Markt einen Anteil von ca. 8%. Ausschlaggebender Grund für den Rückgang der österreichischen Exporte nach Ungarn war die Änderung der Produktionsstruktur eines multinationalen Unternehmens, das auf beiden Seiten der Grenze bedeutende Produktionsstätten unterhält. Starke Zunahmen gab es im Erdölexport und bei der Ausfuhr von chemischen Erzeugnissen (medizinische und pharmazeutische Waren, Körperpflege- und Reinigungsmittel, Kunststoffe).

Im Gegensatz dazu konnte Ungarn mit einer geringfügigen Zunahme seiner Lieferungen nach Österreich in einem Umfang von +0,3% und einem Wert von rd. 2,6 Milliarden Euro seine Stellung als fünft wichtigstes Lieferland behaupten.

Besonders erfreulich ist aus der Sicht der österreichischen Wirtschaft die Tatsache, dass im vergangenen Jahr eine große Anzahl von kleineren und mittleren österreichischen Unternehmen den ungarischen Markt neu zu bearbeiten begonnen hat. Dies verdeutlicht die Bedeutung Ungarns als Be- und Verarbeitungsstandort für kleinere und mittlere Unternehmen. Auffallend ist diese Tendenz im Warenaustausch auf dem Textil-, Bekleidungs- und Möbelsektor.

Ein ziffernmäßig schwer erfassbarer, volkswirtschaftlich jedoch bedeutsamer Austausch findet auf den verschiedensten Gebieten der "unternehmensnahen Dienstleistungen" statt. Einerseits betrifft dies die Zusammenarbeit in diversen Sparten der EDV, andererseits die rege Tätigkeit von Beratungsfirmen wie Rechtsanwaltskanzleien, Steuer-, Unternehmens- sowie Personalberatern und Unternehmen im Bereich der betrieblichen Aus- und Fortbildung.

Die österreichischen Investitionen in Ungarn dürften im abgelaufenen Jahr um 400 Mio. € auf insgesamt ca. 2,4 Milliarden Euro zugenommen haben. Neben einer Reihe von Modernisierungsmaßnahmen in bestehenden Fabriken und Anlagen, insbesondere auf dem Baustoffsektor, wurden zahlreiche Niederlassungen von österreichischen Einzelhandelsketten, Banken und Baumärkten sowie neue Produktionsstätten bedeutender österreichischer Verpackungsmaterialhersteller auf der "grünen Wiese" errichtet.

Im Zuge der EU-Beitrittsverhandlungen hat Ungarn bisher 24 der 31 Verhandlungskapitel vorübergehend abgeschlossen und liegt damit im Mittelfeld der Beitrittskandidaten. Gewichtige Verhandlungskapitel, wie die Landwirtschaft, die Regionalpolitik und Budget sind noch offen. Dennoch weist Ungarn - auch nach Ansicht der Europäischen Kommission - beste Voraussetzungen für einen baldigen EU-Beitritt auf.

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