• 02.05.2002, 14:27:19
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  • OTS0169 OTW0169

Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Ungarn sollen ausgebaut werden

Bilaterale österreichisch-ungarische Wirtschaftsgespräche in

Budapest

Wien (BMWA/OTS) - Im Mittelpunkt der am 3. Mai 2002 in Budapest
stattfindenden bilateralen österreichisch-ungarischen
Wirtschaftsgespräche werden die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den
beiden Staaten und Möglichkeiten für deren Weiterentwicklung stehen.
Darüber hinaus werden Fragen der regionalen wirtschaftlichen
Zusammenarbeit, der Stand der Beitrittsverhandlungen Ungarns zur
Europäischen Union sowie aktuelle multilaterale Handelsfragen
erörtert werden. Die österreichische Delegation steht unter der
Leitung von Sektionschef Mag. Josef MAYER (Leiter des Centers
"Außenwirtschaftspolitik und Europäische Integration" im
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit), die ungarische
Delegation wird vom stellvertretenden Staatssekretär im ungarischen
Außenministerium, Dr. István MAJOR, geleitet. ****

Die österreichischen Exporte nach Ungarn sind im vergangenen Jahr
erstmals seit der Ostöffnung - wenn auch nur leicht - um -4,6% auf
rd. 3,3 Milliarden Euro zurückgegangen. Dadurch ist Ungarn auf den 7.
Rang in der Reihung der Exportmärkte (nach Deutschland, Italien, USA,
Schweiz, Großbritannien und Frankreich) zurückgefallen. Dennoch hält
Österreich am ungarischen Markt einen Anteil von ca. 8%.
Ausschlaggebender Grund für den Rückgang der österreichischen Exporte
nach Ungarn war die Änderung der Produktionsstruktur eines
multinationalen Unternehmens, das auf beiden Seiten der Grenze
bedeutende Produktionsstätten unterhält. Starke Zunahmen gab es im
Erdölexport und bei der Ausfuhr von chemischen Erzeugnissen
(medizinische und pharmazeutische Waren, Körperpflege- und
Reinigungsmittel, Kunststoffe).

Im Gegensatz dazu konnte Ungarn mit einer geringfügigen Zunahme
seiner Lieferungen nach Österreich in einem Umfang von +0,3% und
einem Wert von rd. 2,6 Milliarden Euro seine Stellung als fünft
wichtigstes Lieferland behaupten.

Besonders erfreulich ist aus der Sicht der österreichischen
Wirtschaft die Tatsache, dass im vergangenen Jahr eine große Anzahl
von kleineren und mittleren österreichischen Unternehmen den
ungarischen Markt neu zu bearbeiten begonnen hat. Dies verdeutlicht
die Bedeutung Ungarns als Be- und Verarbeitungsstandort für kleinere
und mittlere Unternehmen. Auffallend ist diese Tendenz im
Warenaustausch auf dem Textil-, Bekleidungs- und Möbelsektor.

Ein ziffernmäßig schwer erfassbarer, volkswirtschaftlich jedoch
bedeutsamer Austausch findet auf den verschiedensten Gebieten der
"unternehmensnahen Dienstleistungen" statt. Einerseits betrifft dies
die Zusammenarbeit in diversen Sparten der EDV, andererseits die rege
Tätigkeit von Beratungsfirmen wie Rechtsanwaltskanzleien, Steuer-,
Unternehmens- sowie Personalberatern und Unternehmen im Bereich der
betrieblichen Aus- und Fortbildung.

Die österreichischen Investitionen in Ungarn dürften im
abgelaufenen Jahr um 400 Mio. € auf insgesamt ca. 2,4 Milliarden Euro
zugenommen haben. Neben einer Reihe von Modernisierungsmaßnahmen in
bestehenden Fabriken und Anlagen, insbesondere auf dem
Baustoffsektor, wurden zahlreiche Niederlassungen von
österreichischen Einzelhandelsketten, Banken und Baumärkten sowie
neue Produktionsstätten bedeutender österreichischer
Verpackungsmaterialhersteller auf der "grünen Wiese" errichtet.

Im Zuge der EU-Beitrittsverhandlungen hat Ungarn bisher 24 der 31
Verhandlungskapitel vorübergehend abgeschlossen und liegt damit im
Mittelfeld der Beitrittskandidaten. Gewichtige Verhandlungskapitel,
wie die Landwirtschaft, die Regionalpolitik und Budget sind noch
offen. Dennoch weist Ungarn - auch nach Ansicht der Europäischen
Kommission - beste Voraussetzungen für einen baldigen EU-Beitritt
auf.

Rückfragehinweis: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Ministerbüro: Dr. Ingrid Nemec, Tel: (++43-1) 71100-5108

mailto:[email protected]

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