- 02.05.2002, 11:14:12
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Österreichische Gesellschaft für Ernährung - Thema des Monats Mai 2002: Säure-Basen-Haushalt und Ernährung
Wien (OTS) - Die Frage eines möglichen Einflusses der Ernährung
auf den Säure-Basen-Haushalt des Organismus beschäftigt die
Ernährungswissenschaft und Medizin schon seit langer Zeit, hat aber
in der letzten Zeit noch an Aktualität gewonnen, was sich z.B. in der
Werbung für die Zufuhr von Basenpulvern manifestiert.
Für die Beurteilung der Sinnhaftigkeit einer solchen Maßnahme
erscheinen Kenntnisse des Säure-Basen-Haushaltes und seiner
Regulation unabdingbar. Der menschliche Organismus ist in der Tat
täglich mit wechselnden Mengen an Säuren und Basen konfrontiert, die
aus verschiedenen Quellen stammen. So wird etwa im Rahmen der
Atmungstätigkeit ständig Kohlensäure gebildet und über die Lunge
eliminiert, mit dem Stuhl gehen Basen verloren und Säuren sowie Basen
werden einerseits im Stoffwechsel produziert aber auch mit der
Nahrung zugeführt.
Es ist also festzuhalten, dass durch die Nahrung nur ein
bestimmter Teil an Säuren, aber auch Basen in den Organismus gelangt,
was die Bedeutung der Nahrung für den Säure-Basen-Haushalt
relativiert. Der Organismus verfügt über verschiedene
Regulationsmechanismen, wobei vor allem die Niere und die Leber in
der Lage sind auf eine veränderte Zufuhr oder Produktion von Säuren
und Basen zu reagieren. Die derzeit so häufig behauptete Übersäuerung
durch die Ernährung ist wissenschaftlich nicht klar gesichert und
missachtet vor allem die Tatsache des Vorhandenseins dieser
wirkungsstarken Regulationsmechanismen.
Bei einer Ernährung, die den ernährungswissenschaftlichen
Erkenntnissen folgt, erscheint die Sinnhaftigkeit der Zufuhr von
Basenpulvern zweifelhaft. Die möglichen gesundheitsabträglichen
Auswirkungen einer unzweckmäßigen Ernährung sollten jedoch nicht
unter Beibehaltung dieser ungünstigen Ernährungsweisen durch
Basenpulver korrigiert, sondern sollten durch eine allgemeine
Ernährungsumstellung bekämpft werden.
Autor: Ao. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Marktl, Institut für
Physiologie der Universität Wien.
Bei Veröffentlichung bitten wir Sie um eine entsprechende
Quellenangabe und Vorlage eines Belegexemplars.
Rückfragehinweis:
Österreichische Gesellschaft für Ernährung
Zaunergasse 1-3, 1030 Wien
Tel.: +43/1/7147193
mailto:[email protected]
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