Liberalisierung des Gasmarktes

Wien (OTS) - Die heute im Ministerrat beschlossene
Regierungsvorlage zur Novellierung des Gaswirtschaftsgesetzes bedeutet eine völlige Neuordnung des österreichischen Gasmarktes. Damit diese bis 1. Oktober 2002 auch wirksam werden kann, sind umfangreiche, komplexe und kostenintensive technische und organisatorische Vorarbeiten notwendig. Die Gaswirtschaft hat wiederholt ihre Bereitschaft erklärt, ihr Know-how dafür einzubringen.

Einige nicht nur von der Gaswirtschaft kritisierten Sonderrechtstatbestände scheinen nicht mehr in der Regierungsvorlage auf. Andere, wie zum Beispiel das ebenfalls heftig kritisierte und verfassungsrechtlich äußerst bedenkliche Sonderdatenschutzrecht sind weiterhin enthalten. Dieses und weitere Ungereimtheiten und Unklarheiten im Gesetzestext sollten jedenfalls auf parlamentarischer Ebene bereinigt werden.

Nicht nachvollziehbar und mit den wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht vereinbar erscheint dem Obmann des Fachverbandes Gas&Wärme, GD Dr. Karl Skyba, die vom Bundesminister Dr. Bartenstein in Aussicht gestellte Preissenkung von 10 - 20 Prozent. Skyba weist auch darauf hin, dass die viel gepriesene Vorreiterrolle im EU-Raum für die österreichischen Kunden sehr wohl auch mit zusätzlichen Kosten verbunden sein wird. So müssen Herr und Frau Österreicher die Kosten der Regulierung und zudem alleine die beträchtlichen Entwicklungskosten der für die Liberalisierung notwendigen Kontroll-und Abwicklungssysteme tragen. Die europäischen Standards dafür befinden sich nämlich erst in Entwicklung und es ist zu erwarten, dass sich nach relativ kurzer Zeit ein ebenfalls teurer Anpassungsbedarf ergeben wird.

Abschließend hält Skyba fest, dass die österreichische Bevölkerung nach einer im April dieses Jahres durchgeführten marketmind-Erhebung ihren Erdgasversorgern ein hervorragendes Zeugnis ausstellt:
Gewerbekunden vergeben nach einer Schulnotenskala von 1-5 die Note 1,4, Privatkunden gar 1,3. Die Wechselbereitschaft zu einem anderen Anbieter ist daher sehr gering. Laut marketmind-Erhebung bekunden lediglich 7,4 Prozent aller Gewerbekunden und nur 3,2 Prozent der Privatkunden Interesse an einem Wechsel innerhalb eines Jahres nach der Liberalisierung. Neuen Anbietern wird die Umwerbung möglicher Neukunden mit günstigeren Preisen nicht leicht gemacht, da die österreichischen Erdgaspreise auch im europäischen Vergleich bereits jetzt im unteren Bereich liegen.

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