Bartenstein und WKÖ einigen sich auf dem Rücken der Betroffenen

Gewerbeordnung mit vielen Nachteilen für Konsumenten, Lehrlinge und UnternehmerInnen

Wien (OTS) - Der Präsident des Freien Wirtschaftsverbandes (SP),
GR Fritz Strobl, nahm heute zu den Aussagen von Minister Bartenstein zur Novelle der Gewerbeordnung Stellung.

"Es ist erfreulich, dass Minister Bartenstein nun erstmals zugibt, dass eine Erweiterung der wöchentlichen Rahmenöffnungszeit von 66 auf 72 Stunden nur den großen Handelsketten nützte. Darauf weisen wir seit Beginn der Debatte hin, und wir werden ihn beim Wort nehmen.", so Strobl.

Der Freie Wirtschaftsverband stehe einer Änderung der geltenden Ladenöffnungszeiten auch nach wie vor offen gegenüber - allerdings nur, wenn sich aus einer solchen Vorteile für die Klein- und Mittelbetriebe ergäben. Diesbezügliche Vorschläge lägen auf dem Tisch.

Duale Ausbildung von Bedeutung

Auch zu anderen wesentlichen Punkten der Novelle zur Gewerbeordnung nahm Präsident Strobl Stellung: der Freie Wirtschaftsverband setze sich grundsätzlich dafür ein, dass die duale Ausbildung erhalten und ausgebaut werde. Durch eine reguläre Zulassung zur Meisterprüfung auch ohne Lehrabschluss entfiele für viele Jugendliche der Anreiz zur Absolvierung einer qualifizierten Berufsausbildung.

Handel ohne Qualifikation?

Zur Abschaffung des Befähigungsnachweises für das Handelsgewerbe sagte Strobl: "Wenn in Zukunft jedem ohne irgend eine Qualifikation der Zutritt zur Selbständigkeit im Handelsgewerbe möglich ist, ist die duale Berufsausbildung in diesem Bereich gefährdet, da qualifizierte kaufmännische Ausbildungen nur noch von Handelsschulen und Handelsakademien vermittelt werden."

Der Wegfall aller Zugangsbedingungen für das Handelsgewerbe bewirke aber nicht nur negative Veränderungen in der Ausbildung, sondern auch eine erhebliche Verschlechterung für den Konsumenten. Der Handelsberechtigte sollte ja auch über kaufmännisches Wissen verfügen, über die Warenkunde Bescheid wissen und somit ein Berater des Kunden sein. Die nunmehr geplante Regelung führe zum Handelsgeschäft, das als Selbstbedienungsshop organisiert sei und keinen qualifizierten Verkäufer mehr brauche.

Erstaunlich sei, so Strobl, dass die Wirtschaftskammer-Spitzenvertreter und der VP-Wirtschaftsbund ganz offensichtlich ihre Einwände über Bord geworfen hätten. Mit Interesse werde man verfolgen, wer davon welche Vorteile erwarten dürfe.

"Wir werden uns weiterhin für die KMU und alle Betroffenen einsetzen. Im Gegensatz zu Minister Bartenstein wissen wir die Mehrheit hinter uns.", schloss Strobl.

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