- 30.04.2002, 14:59:37
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Bartenstein und WKÖ einigen sich auf dem Rücken der Betroffenen
Gewerbeordnung mit vielen Nachteilen für Konsumenten, Lehrlinge und UnternehmerInnen
Wien (OTS) - Der Präsident des Freien Wirtschaftsverbandes (SP),
GR Fritz Strobl, nahm heute zu den Aussagen von Minister Bartenstein
zur Novelle der Gewerbeordnung Stellung.
"Es ist erfreulich, dass Minister Bartenstein nun erstmals zugibt,
dass eine Erweiterung der wöchentlichen Rahmenöffnungszeit von 66 auf
72 Stunden nur den großen Handelsketten nützte. Darauf weisen wir
seit Beginn der Debatte hin, und wir werden ihn beim Wort nehmen.",
so Strobl.
Der Freie Wirtschaftsverband stehe einer Änderung der geltenden
Ladenöffnungszeiten auch nach wie vor offen gegenüber - allerdings
nur, wenn sich aus einer solchen Vorteile für die Klein- und
Mittelbetriebe ergäben. Diesbezügliche Vorschläge lägen auf dem
Tisch.
Duale Ausbildung von Bedeutung
Auch zu anderen wesentlichen Punkten der Novelle zur
Gewerbeordnung nahm Präsident Strobl Stellung: der Freie
Wirtschaftsverband setze sich grundsätzlich dafür ein, dass die duale
Ausbildung erhalten und ausgebaut werde. Durch eine reguläre
Zulassung zur Meisterprüfung auch ohne Lehrabschluss entfiele für
viele Jugendliche der Anreiz zur Absolvierung einer qualifizierten
Berufsausbildung.
Handel ohne Qualifikation?
Zur Abschaffung des Befähigungsnachweises für das Handelsgewerbe
sagte Strobl: "Wenn in Zukunft jedem ohne irgend eine Qualifikation
der Zutritt zur Selbständigkeit im Handelsgewerbe möglich ist, ist
die duale Berufsausbildung in diesem Bereich gefährdet, da
qualifizierte kaufmännische Ausbildungen nur noch von Handelsschulen
und Handelsakademien vermittelt werden."
Der Wegfall aller Zugangsbedingungen für das Handelsgewerbe
bewirke aber nicht nur negative Veränderungen in der Ausbildung,
sondern auch eine erhebliche Verschlechterung für den Konsumenten.
Der Handelsberechtigte sollte ja auch über kaufmännisches Wissen
verfügen, über die Warenkunde Bescheid wissen und somit ein Berater
des Kunden sein. Die nunmehr geplante Regelung führe zum
Handelsgeschäft, das als Selbstbedienungsshop organisiert sei und
keinen qualifizierten Verkäufer mehr brauche.
Erstaunlich sei, so Strobl, dass die
Wirtschaftskammer-Spitzenvertreter und der VP-Wirtschaftsbund ganz
offensichtlich ihre Einwände über Bord geworfen hätten. Mit Interesse
werde man verfolgen, wer davon welche Vorteile erwarten dürfe.
"Wir werden uns weiterhin für die KMU und alle Betroffenen
einsetzen. Im Gegensatz zu Minister Bartenstein wissen wir die
Mehrheit hinter uns.", schloss Strobl.
Rückfragehinweis:
Freier Wirtschaftsverband Wien
Mariahilferstraße 32
1070 Wien
Tel.: 01 522 47 66 - 12
mailto:[email protected]
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