ÖAAB Wien stellt die Frage nach der Zukunft unseres Wohlfahrtsstaates

Startveranstaltung der ZukunftsWerkStadt des ÖAAB Wien am 30.4.2002

Wien (ÖAAB-Wien) "Während andere den 1. Mai in aller Regelmäßigkeit für die Zelebrierung eingefleischter Parteirituale benutzen, setzt der Wiener ÖAAB mit der Auftaktveranstaltung ihrer "ZukunftsWerkStadt" am Vorabend des "Tages der Arbeit" ein bewusstes Zeichen", berichtet der Wiener ÖAAB-Obmann und gf. VP-Klubchef Dr. Matthias TSCHIRF.***

TSCHIRF: "Unsere moderne Gesellschaft, bestimmt durch die Kräfte Globalisierung, Digitalisierung, Individualisierung, befindet sich in einer revolutionären Phase. Die Rezepte von gestern taugen heute oft nicht mehr. Eine kritische Überprüfung unseres Wohlfahrtssystems unter dem Gesichtspunkt des Subsidiaritätsprinzips zeigt, dass vieles nur mehr auf europäischer Ebene lösbar ist, während andere Bereiche von Privaten wesentlich besser betreut werden können. Aber auch angesichts knapper werdender finanzieller Ressourcen kommt der Hilfe zur Selbsthilfe und Stärkung der Eigenverantwortung wieder ganz wesentliche Bedeutung zu."

Der deutsche Publizist und Politikberater Dr. Warnfried Dettling, Hauptreferent der Veranstaltung, entwickelt in seinen Büchern neue Szenarien und zeigt auf, wie die sozialen Ressourcen der Bürgergesellschaft vor Ort mobilisiert werden können: für zukunftweisende Formen der Arbeit, die Bewältigung neuer familiärer Lebensformen, für die Integration derer, die derzeit am Rande der Gesellschaft stehen. Er plädiert für eine Sozialpolitik, in deren Mittelpunkt nicht die Versorgung und Betreuung sozial Schwacher, sondern die Entwicklung ihrer Fähigkeiten und Stärken steht. Die Leitfrage lautet daher: Wie müssen soziale Einrichtungen aussehen, damit die Fähigkeiten, die Kreativität der Menschen nicht lahm gelegt, sondern aktiviert werden können.

Gemeinsam mit zwei kritischen Vertretern kirchlicher Institutionen -Martin Schenk (Sozialexperte der Diakonie Österreich und Mitbegründer von SOS Mitmensch) sowie Mag. Stefan Wallner-Ewald (Österreichische Caritaszentrale) - stellt sich Dettling der Diskussion über die Zukunft des Wohlfahrtsstaates.

Dazu Landesobmann TSCHIRF: "Für eine christdemokratische Arbeitnehmer-organisation ist es notwendig, sich mit den politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen der Veränderungen, die insbesondere in Ballungsgebieten spürbar werden, auseinander zu setzen und zeitgemäße Antworten zu finden. Während uns andere am 1. Mai einreden werden, dass Globalisierung und technologischer Wandel ausgerechnet vor der Stadtgrenze Wiens Halt machen sollen, nehmen wir die Herausforderungen der Zukunft an und versuchen, sie im Diskurs mit den Betroffenen zu meistern."***

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