- 28.04.2002, 09:30:03
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Heinzl: Kahlschlag bei den Postämtern in Niederösterreich beginnt
Keine flächendeckenden Ersatzlösungen, keine Verbesserung des Service
St. Pölten, (SPI) - Der kommende 30. April 2002 ist für Dutzende
Gemeinden in Niederösterreich ein trauriger Tag. Mit diesem Datum
wird nämlich ihr Postamt geschlossen. Österreichweit werden 650 Ämter
gesperrt, allein in NÖ 226 Postämter. Damit beginnt ein bisher noch
nicht dagewesener verordneter Kahlschlag bei den öffentlichen
Einrichtungen in unseren Gemeinden, die Nahversorgung wird ebenso
verschlechtert wie die Lebensqualität der Menschen. "Diese Aktion ist
auch ein demokratiepolitischer Anschlag. Diese blauschwarze
Bundesregierung hat ihr Versprechen, wonach ein Postamt nur mit
Zustimmung der Gemeinden geschlossen werden darf, nicht gehalten.
Allein im Bezirk St. Pölten werden 16 Postämter zugesperrt - in
keiner einzigen Gemeinde haben die Bürgermeister zugestimmt, mehr als
5.000 Unterschriften wurden von der Bevölkerung gegen die Schließung
ihrer Postämter gesammelt und an die Bundesregierung übergeben. In
Dutzenden Gemeinden gibt es einstimmige Gemeinderatsbeschlüsse gegen
die Sperre des Postamtes - all das haben die blauschwarzen
Koalitionäre im Bund vom Tisch gewischt", kritisiert der St. Pöltner
SP-Nationalrat Anton Heinzl das nun beginnende Sterben der
Postinfrastruktur in NÖ.****
Auch die sogenannten "Ersatzlösungen" sind nichts weiter als ein
Feigeblatt. Im Bezirk St. Pölten werden 16 Postämter geschlossen -
nur für 4 gibt es Ersatzlösungen. In Michelbach und in Statzendorf
übernehmen Kaufhäuser Teile der Postagenden, in Getzerdorf kommt eine
private Posthilfsstelle in einem Kaffeehaus und in Asperhofen
übernimmt eine Tankstelle auch nur einen kleinen Teil des
Postservices. "Es wird auch in anderen Bezirken nicht besser
aussehen. Experten der Post schätzen, dass für die 650 geschlossenen
Postämter in Österreich maximal 200 Postpartner gefunden werden
können. Für Niederösterreichs 226 Postämter stehen maximal 80
Postpartner in Aussicht - wahrscheinlich ist eine viel geringere
Zahl, wie die Fachleute betonen", so Heinzl.
"Hier werden blindwütig Strukturen zerschlagen, die den Menschen in
den Dörfern und Städten die Versorgungsqualität garantieren und
Lebensqualität bringen. Mit der parallel laufenden Zerschlagung der
Post in fünf Geschäftsbereiche wird ebenso Raubbau betrieben. Mehr
als Zehntausend Arbeitsplätze sollen abgebaut werden, massive
Verschlechterungen bei der Versorgung der Bevölkerung sind ebenso zu
befürchten wie eine Rücknahme des Post-Service vor allem im
ländlichen Raum. Letztlich ist eine Übernahme von gewinnbringenden
Sparten der Post durch ausländische Konkurrenten, wie die deutsche
oder französische Post, zu befürchten", so Heinzl.
(Schluss) fa
Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ
Tel: 02742/9005 DW 12794
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