Heinzl: Kahlschlag bei den Postämtern in Niederösterreich beginnt

Keine flächendeckenden Ersatzlösungen, keine Verbesserung des Service

St. Pölten, (SPI) - Der kommende 30. April 2002 ist für Dutzende Gemeinden in Niederösterreich ein trauriger Tag. Mit diesem Datum wird nämlich ihr Postamt geschlossen. Österreichweit werden 650 Ämter gesperrt, allein in NÖ 226 Postämter. Damit beginnt ein bisher noch nicht dagewesener verordneter Kahlschlag bei den öffentlichen Einrichtungen in unseren Gemeinden, die Nahversorgung wird ebenso verschlechtert wie die Lebensqualität der Menschen. "Diese Aktion ist auch ein demokratiepolitischer Anschlag. Diese blauschwarze Bundesregierung hat ihr Versprechen, wonach ein Postamt nur mit Zustimmung der Gemeinden geschlossen werden darf, nicht gehalten. Allein im Bezirk St. Pölten werden 16 Postämter zugesperrt - in keiner einzigen Gemeinde haben die Bürgermeister zugestimmt, mehr als 5.000 Unterschriften wurden von der Bevölkerung gegen die Schließung ihrer Postämter gesammelt und an die Bundesregierung übergeben. In Dutzenden Gemeinden gibt es einstimmige Gemeinderatsbeschlüsse gegen die Sperre des Postamtes - all das haben die blauschwarzen Koalitionäre im Bund vom Tisch gewischt", kritisiert der St. Pöltner SP-Nationalrat Anton Heinzl das nun beginnende Sterben der Postinfrastruktur in NÖ.****

Auch die sogenannten "Ersatzlösungen" sind nichts weiter als ein Feigeblatt. Im Bezirk St. Pölten werden 16 Postämter geschlossen -nur für 4 gibt es Ersatzlösungen. In Michelbach und in Statzendorf übernehmen Kaufhäuser Teile der Postagenden, in Getzerdorf kommt eine private Posthilfsstelle in einem Kaffeehaus und in Asperhofen übernimmt eine Tankstelle auch nur einen kleinen Teil des Postservices. "Es wird auch in anderen Bezirken nicht besser aussehen. Experten der Post schätzen, dass für die 650 geschlossenen Postämter in Österreich maximal 200 Postpartner gefunden werden können. Für Niederösterreichs 226 Postämter stehen maximal 80 Postpartner in Aussicht - wahrscheinlich ist eine viel geringere Zahl, wie die Fachleute betonen", so Heinzl.

"Hier werden blindwütig Strukturen zerschlagen, die den Menschen in den Dörfern und Städten die Versorgungsqualität garantieren und Lebensqualität bringen. Mit der parallel laufenden Zerschlagung der Post in fünf Geschäftsbereiche wird ebenso Raubbau betrieben. Mehr als Zehntausend Arbeitsplätze sollen abgebaut werden, massive Verschlechterungen bei der Versorgung der Bevölkerung sind ebenso zu befürchten wie eine Rücknahme des Post-Service vor allem im ländlichen Raum. Letztlich ist eine Übernahme von gewinnbringenden Sparten der Post durch ausländische Konkurrenten, wie die deutsche oder französische Post, zu befürchten", so Heinzl.
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