"profil": Schlaff gewinnt Millionenprozess gegen BRD

Wiener Unternehmer bestreitet Stasi-Spitzelvorwürfe - bestätigt Organisation eines Geheimtreffens von Sharon-Sohn mit Arafat-Beratern in Wien

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, geht der öffentlichkeitsscheue Wiener Unternehmer Martin Schlaff, Vorstandschef und Miteigentümer der Handelsgruppe Robert Placzek AG jetzt in die Offensive. Im ersten Interview seines Lebens wehrt sich der Geschäftsmann gegen Vorwürfe, er habe vor der deutschen Wiedervereinigung 1990 für die DDR-Staatssicherheit spioniert. Schlaff gegenüber "profil": "Ich war kein Stasi-Spitzel und hatte auch keine Kontakte." Sämtliche jemals erhobenen Verdachtsmomente seien von den zuständigen Behörden und Gerichten fallen gelassen worden, so Schlaff. Allerdings hätten ihm nach der Wende vier Geschäftspartner gestanden, dass sie getarnte Mitarbeiter der Stasi gewesen seien.

Mehr als vier Jahre hatte der Osthändler mit der deutschen Justiz vor der Schweizer Bezirksgericht Arbon um 83,8 Mio. Mark, heute 42,7 Mio. Euro, aus Technologielieferungen in die ehemalige DDR gerungen. Die Bundesrepublik Deutschland hatte Schlaff Scheingeschäfte vorgeworfen. Vor dem Schweizer Gericht gelang schließlich der Nachweis, dass die Lieferung von insgesamt 24.400 Festplattenspeichern tatsächlich erfolgt seien. Schlaff im "profil"-Interview: "Das Geschäft wurde vertragsgemäß und völlig korrekt abgewickelt. Mit einiger Objektivität hätte die Bundesrepublik das auch erkennen müssen."

Erstmals bestätigt Schlaff, der bis heute über ausgesuchte Kontakte zu israelischen und palästinensischen Politikern verfügt, im Jänner 2001 in Wien ein Treffen zwischen dem Sohn des heutigen israelischen Premiers Sharon und einem Berater von Palästinenser-Präsident Arafat arrangiert zu haben. Schlaff: "Ich wurde gebeten, das Treffen bei mir zu Hause zu ermöglichen. Es war ein erstes Abtasten, zumal Sharon damals ja noch nicht Premierminister Israels war. Wie man sieht, hat es keinen Erfolg gebracht."

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"profil"-Redaktion

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