- 26.04.2002, 20:35:54
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WÄCHST IN öSTERREICH ZU VIEL WALD ZU? Umfassende Diskussion über Waldbericht im Landwirtschaftsausschuss=
Wien (PK) - Eine umfassende Diskussion über den Zustand des
österreichischen Waldes fand heute im Landwirtschaftsausschuss
des Nationalrates statt. Grundlage dafür bildeten der Waldbericht
2001 und der Wildschadensbericht 2000, aus denen hervorgeht, dass
Waldfläche und Holzvorrat in Österreich weiter zugenommen haben,
die Verbisssituation sich nach einem positiven Trend bis 1998 im
Jahr 2000 jedoch wieder leicht verschlechtert hat. Rund zwei
Drittel aller österreichischen Wälder sind durch Wildverbiss so
stark beeinträchtigt, dass eine Verjüngung mit den waldbaulich
erforderlichen Baumarten nicht oder nur mit Hilfe von
Schutzmaßnahmen möglich ist. Österreich ist nach Slowenien im
Übrigen das dichtest bewaldete Land Mitteleuropas.
Ein Schwerpunkt der Diskussion im Ausschuss war denn auch die
Frage, ob angesichts des Waldzuwachses Aufforstungen weiter
gefördert werden sollen oder ob der Waldzuwachs in manchen
Regionen nicht bereits zu Problemen führe. So meinte etwa der
Forstsprecher der FPÖ, Abgeordneter Franz Hornegger (F), es sei
zum Teil schon beängstigend, wie etwa in der Obersteiermark der
Wald weiter ins Tal herunterrücke. Der Agrarsprecher der Grünen,
Abgeordneter Wolfgang Pirklhuber, verwies auf den
Umweltkontrollbericht der EU, der im Prinzip sage, es sei
"Unsinn" in einem Land wie Österreich Aufforstungsprämien zu
gewähren.
Umweltminister Wilhelm Molterer betonte dem gegenüber, man müsse
in der Frage des Waldzuwachses nach Regionen differenzieren. Es
gebe nach wie vor Regionen, wo man über jeden Quadratmeter
Waldzuwachs froh sein müsse. Aufforstungsprämien im Rahmen der
ländlichen Entwicklung gibt es dem Minister zufolge ohnehin nur
in unterbewaldeten Gebieten und nur dann, wenn diese im Einklang
mit dem Naturschutz stünden. Ein großes Problem für den Wald
könnte laut Molterer heuer die Niederschlagsarmut im Süden
werden, die Niederschläge der letzten Wochen seien nicht
ausreichend gewesen.
Eingeleitet wurde die Diskussion im Ausschuss durch Abgeordneten
Franz Hornegger (F), der auf den starken Zuwachs von Waldflächen
in Österreich hinwies und meinte, es sei zum Teil schon
beängstigend, wie der Wald etwa in der Obersteiermark immer
weiter ins Tal herunterrücke. Zwar habe man auf diese Entwicklung
bereits mit dem neuen Forstgesetz reagiert, erklärte er, der
Abgeordnete kann sich aber noch weitergehende Schritte
vorstellen. So sollte man ihm zufolge beispielsweise erlauben,
aufgeforstete Flächen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes
wieder in Grünland bzw. landwirtschaftliche Flächen
zurückzuverwandeln, wenn ein entsprechender Bedarf bestehe.
Abgeordneter Rainer Wimmer (S) führte aus, es habe tatsächlich
wieder einen Zuwachs an Waldflächen gegeben, leider wachse dieser
aber nicht immer dort, wo man ihn haben wolle. Vor allem im
Schutzwaldbereich gebe es regional große Probleme, was unter
anderem auf die Luftverschmutzung zurückzuführen sei. Wenn der
Politik nicht wirklich etwas Effektives einfalle, werde es bald
riesige Probleme geben, fürchtet er.
Abgeordneter Wolfgang Pirklhuber (G) mahnte, die im Waldbericht
aufgezeigten Alarmsignale sollten nicht unterschätzt werden. So
gehe aus dem Bericht hervor, dass es flächendeckend zu hohe
Ozonwerte gebe und die Stickstoffeinträge vielfach über den
europäischen Grenzwerten liegen. 30 % der Böden seien, so
Pirklhuber, versauert, auch die Kronenverlichtung nehme zum Teil
zu. Er forderte daher unter anderem, von der Monokultur
abzukommen und mehr in Richtung standorttypischer als in Richtung
standorttauglicher Bäume zu gehen. Weiters sprach er sich für ein
gezieltes Programm zur Förderung der Tanne aus und trat dafür
ein, die Förderung von Forststraßen an strenge ökologische und
waldbauliche Kriterien zu knüpfen.
Darüber hinaus wies der Agrarsprecher der Grünen darauf hin, dass
es dem Umweltkontrollbericht der EU zufolge "Unsinn" sei, in
einem Land wie Österreich Aufforstungsprämien zu gewähren. Seiner
Ansicht nach müsste vielmehr Grünlandwirtschaft in Berggebieten
aufgewertet werden.
Seitens der ÖVP betonte Abgeordneter Hermann Gahr (V) die
Notwendigkeit, für die Schutzwaldsanierung ausreichende
finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Sein
Fraktionskollege und Ausschussvorsitzender Georg Schwarzenberger
(V) gab zu bedenken, dass der Export von Holz und Holzprodukten
nach dem Tourismus der größte Devisenbringer für Österreich sei.
Es wäre möglich, den Wald noch stärker zu nutzen, sagte er,
dadurch könnten auch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.
Abgeordneter Peter Keppelmüller (S) erklärte, der Waldzuwachs sei
erfreulich, wenn man an die Klimaschutzproblematik denke. Die
Frage sei aber, zu welchen Lasten dieser Zuwachs erfolge. Er habe
den Verdacht, sagte Keppelmüller, dass vor allem immer mehr
landwirtschaftliche Flächen aufgegeben würden.
Viel mehr berücksichtigt werden in der Diskussion müsste dem
Abgeordneten zufolge, dass Holz nicht nur ein Brennstoff und ein
Baustoff sei, sondern auch ein Hightech-Werkstoff. So werde etwa
der gesamte österreichische Industrieessig aus Holz hergestellt.
Überprüfen sollte man zudem, ob es tatsächlich umweltfreundlicher
sei, Altpapier wiederzuverwerten, statt das vorhandene Holz zu
nutzen. Schließlich komme es, so Keppelmüller, auch durch die
Reinigung von Altpapier zu Belastungen.
Abgeordneter Josef Blassisker (F) sieht Handlungsbedarf bei der
Schutzwaldsanierung. Nur ein gesunder Schutzwald könne seine
Funktion bei der Sicherung der Siedlungsgebiete wahrnehmen,
unterstrich er.
Abgeordneter Karl Freund (V) äußerte großes Lob für die
Forstpolitik und betonte, auch die Forstwirtschaft würde im
Großen und Ganzen sehr sorgfältig mit dem Wald umgehen. In diesem
Sinne glaubt er, dass es in den nächsten Jahren wieder zu einer
Zunahme von Laub- und Mischwäldern kommen wird.
Abgeordneter Heinz Gradwohl (S) fürchtet, dass das neue
Forstrecht Verschlechterungen bei der Naturverjüngung von Wald
bringen wird. Zudem kritisierte er, dass die positive Arbeit der
Bundesforste im Waldbericht zu wenig Anerkennung findet.
Abgeordneter Werner Kummerer (S) erklärte, prinzipiell sei es
gut, wenn Waldflächen sich ausdehnen. Mischwälder nehmen ihm
zufolge aber nur regional zu, im Wesentlichen gelinge es nicht,
aus Monokulturen Mischwälder zu machen.
Abgeordneter Hermann Schultes (V) zeigte sich erfreut darüber,
dass 50 % des österreichischen Waldes naturverjüngt werden. Das
weise darauf hin, dass im Wald sehr schonend gearbeitet werde.
Generell forderte er eine stärkere Förderung von
Waldgemeinschaften.
Breiten Raum in der Diskussion nahm auch das Thema Wildschäden
ein, wobei über die Ursachen und die notwendigen Gegenmaßnahmen
zum Teil unterschiedliche Auffassungen unter den Abgeordneten
herrschten. Während etwa SPÖ und Grüne - neben der Monokultur -
vor allem die Jägerschaft für die neuerliche Zunahme der Verbiss-
und Schälschäden durch Wild verantwortlich machten und
Abgeordnete Evelyn Freigaßner (F) forderte, die Jägerschaft zur
Verantwortung zu ziehen, wenn sie Abschusspläne nicht einhalte,
meinte etwa FPÖ-Abgeordneter Franz Hornegger, man dürfe die
Fehler nicht allein bei den Jägern suchen, die Ursachen lägen
auch im Tourismus- und Freizeitbereich sowie in der Zunahme des
Verkehrs auf Forststraßen.
Sowohl Abgeordneter Hermann Schultes (V) als auch sein
Fraktionskollege Johannes Zweytick verteidigten die Jägerschaft.
Schultes wandte ein, eine zu hohe Wilddichte liege nicht im
Interesse der Jäger, Zweytick unterstrich, die Jägerschaft gehe
seinen Erfahrungen nach verantwortungsvoll vor.
Abgeordnete Gabriele Moser (G) kritisierte hingegen, die
Bezirkshauptmannschaften seien oft nicht in der Lage, die
Einhaltung der Abschusspläne wirklich durchzusetzen. Dabei müsste
ihrer Ansicht nach gerade die Republik Österreich als großer
Waldbesitzer dagegen auftreten, dass Schutzwälder durch
Wildverbiss stark in Mitleidenschaft gezogen würden. Sie habe im
Übrigen die Erfahrung, so Moser, dass gerade dort, wo der
oberösterreichische Landesjägermeister zu Hause ist, die
Verbissschäden besonders hoch seien. Das sollte zu denken geben.
Auch Abgeordneter Heinz Gradwohl (S) bezweifelt, ob die
zuständigen Behörden ausreichende Einflussmöglichkeiten auf die
Zahl der Wildabschüsse haben. Die Schutzmechanismen für den Wald
scheinen nicht zu greifen, erklärte er, weil es keine
Sanktionsmöglichkeiten gebe, bzw. diese nicht zum Tragen kämen.
Skeptisch äußerte sich auch Abgeordneter Robert Wenitsch (F), der
meinte, das Problem Wildschäden werde schon seit Jahren
diskutiert, es sei offenbar schwer in den Griff zu bekommen.
Abgeordneter Karl Freund (V) betonte die Notwendigkeit, mit
Fingerspitzengefühl an das Thema heranzugehen und gemeinsame
Lösungen seitens der Forstwirtschaft und der Jagdwirtschaft zu
suchen. Abgeordneter Wolfgang Pirklhuber (G) gab zu bedenken,
dass Monokulturen ohne Äsungsmöglichkeiten für Wild das Problem
verschärfen würden.
Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer räumte ein, dass es im
Bereich der Verbisssituation eine unerfreuliche Entwicklung gibt
und in den Schutzwäldern auch die Schälschäden zunehmen. Durch
Tourismus und Verkehr würde das Wild immer stärker in Ruhezonen
wie die Schutzwälder zurückgedrängt, vermutet er. Der Minister
hält in diesem Sinn ein gänzliche Öffnung der Forststraßen für
Mountainbiker als nicht mit der öffentlichen Schutzwaldstrategie
vereinbar, was ihm kritische Reaktionen seitens der SPÖ-
Abgeordneten Werner Kummerer und Emmerich Schwemlein einbrachte.
Schwemlein meinte etwa, er könne sich nicht vorstellen, dass die
Wildverbiss- und Schälschäden zurückgehen würden, wenn man
Mountainbiker aus dem Wald ausschließe.
Generell betonte Molterer, dass das Thema Wildverbiss nur
gemeinsam mit der Jägerschaft und anderen Stellen gelöst werden
könne. Das Ministerium habe in diesem Sinn eine
Schutzwaldplattform gegründet, an der sich alle Nutzer und
Betroffenen beteiligen sollten - nicht nur die Forstwirtschaft,
sondern auch die Jagdwirtschaft, die Gemeinden und der Tourismus.
Grundsätzlich gehe die Entwicklung der Landesjagdgesetze, so
Molterer, in die richtige Richtung, auch wenn es oft heftige
Diskussionen darüber gebe. So würden die Länder bei den
Abschussplänen nunmehr stärker auf forstliche Interessen
Rücksicht nehmen. Strikt dagegen wandte sich Molterer, den
Eindruck zu erwecken, dass die zuständigen
Bezirkshauptmannschaften ihre Arbeiten nicht ordentlich
durchführten. Wenn es Vollziehungsprobleme gebe, müsse man dem
nachgehen, sagte er, jedoch auf Basis von Fakten und nicht auf
Basis von unbewiesenen Verdächtigungen. Im Übrigen bekräftigte
Molterer, er teile die Einschätzung nicht, dass das Waldsterben
in erster Linie Folge des Wildverbisses sei, das wäre eine
Verharmlosung des Problems.
Allgemein betonte der Minister, der Waldbericht stelle den vielen
Tausenden Waldbauern ein gutes Zeugnis aus. Die Tatsache, dass
lediglich ca. 70 % des Holzzuwachses genutzt würden, zeige, dass
man mit der Nutzung nicht an die Grenzen des Möglichen gehe.
Zum Zuwachs der Waldfläche merkte Molterer an, bei der Diskussion
müsse unterschieden werden, wo und wie Wald zuwachse. Es gebe
nach wie vor Regionen, wo man über jeden Quadratmeter Waldzuwachs
froh sein müsse. Aufforstungsförderungen im Rahmen der ländlichen
Entwicklung gebe es nur in unterbewaldeten Gebieten und im
Einklang mit dem Naturschutz.
Zudem sei es, so Molterer, notwendig, zwischen Flächenzuwachs und
Festmeterzuwachs zu unterscheiden. Die Regierung habe keinen
Einfluss darauf, wie viel des Holzzuwachses genutzt werde, das
sei in erster Linie eine Frage des erzielbaren Preises. In diesem
Zusammenhang machte der Minister darauf aufmerksam, dass der
Aufwand von Durchforstungen unter dem erzielbaren Ertrag liege,
umso wichtiger sei es, für Durchforstungsholz Märkte zu schaffen.
Der Kronenzustand der Wälder hat sich nach Auskunft Molterers
insgesamt stabilisiert, es könne aber keine Entwarnung gegeben
werden. Die in den Achtziger Jahren feststellbare Tendenz zur
Kronenverlichtung sei jedoch gebrochen.
Ein großes Problem ist laut Molterer der Zustand der
Schutzwälder. Förderungen könnten zwar helfen, erklärte er, es
sei aber notwendig, dass sich alle Verantwortlichen der
Problematik bewusst seien. Eine Sonderfinanzierung für Wildbach-
und Lawinenverbauung, wie im Jahr 2001, wird es heuer nicht
geben.
Als Hauptursache für die Versauerung der Waldböden sieht der
Landwirtschaftsminister nicht primär die Frage der
Standortkultur, schuld seien vielmehr Schadstoffeinträge von
außen. Dennoch würde seitens des Ressorts Mischwald gefördert.
Eine wichtige Maßnahme gegen Luftschadstoffe ist laut Molterer
die bevorstehende Umsetzung der Ozon-Richtlinie der EU.
Was die Frage der Holzwirtschaft betrifft, sieht Molterer im
Rohstoff Holz mittelfristig ein enormes Entwicklungspotenzial. Er
gehe eher von einem steigenden Holzbedarf in den nächsten Jahren
und Jahrzehnten aus, bekräftigte er. Beispielsweise gebe es
erstmals seit Jahren - nicht zuletzt wegen der steigenden
Ölpreise - wieder einen positiven Trend bei der Ausstattung von
Neubauten mit Anlagen zur Holzbefeuerung, auch der Hightech-
Werkstoff Holz berge enormes Potenzial. Die Bauordnungen der
Bundesländer seien besser geworden, was den Einsatz des
Baustoffes Holz betrifft, skizzierte der Minister, allerdings
wäre hier noch mehr möglich.
Besondere Bedeutung misst der Minister den
Waldwirtschaftsgemeinschaften zu. Sie seien auch deshalb wichtig,
weil immer mehr Wälder im Eigentum von Personen stünden, die mit
Waldnutzung keine Erfahrungen hätten, erläuterte er.
Auf eine Frage von Abgeordneter Anna Elisabeth Achatz (F),
inwieweit sich die EU-Erweiterung auf die Belastung des
österreichischen Waldes mit Schadstoffen auswirken werde, hielt
der Minister fest, man rechne bei allen Schadstoffen im Prinzip
mit sinkenden oder gleichbleibenden Emissionen, da auch für die
neuen EU-Mitglieder die Umweltvorschriften der EU gelten werden.
Allerdings könnte es in Österreich aufgrund des zunehmenden
Verkehrs zu einem Anstieg treibhausrelevanter Gase, insbesondere
CO2, kommen.
Der Waldbericht 2001 (III-144 d.B.) wurde mit den Stimmen von
SPÖ, Freiheitlichen und ÖVP zur Kenntnis genommen und damit vom
Ausschuss enderledigt. Er unterscheidet sich wesentlich von den
Waldberichten der Jahre zuvor und nimmt insbesondere eine
zusammenfassende periodische Bewertung der Waldsituation vor.
Alle wesentlichen Daten über wirtschaftliche, ökologische und
gesellschaftlich relevante Aspekte der Waldentwicklung finden
sich nunmehr im Internet unter http://www.lebensministerium.at/
und werden dort laufend aktualisiert.
Nach den Ergebnissen der Österreichischen Waldinventur 1992/96
steht in Österreich einer jährlichen Holznutzung von 19,5 Mio.
Vorratsfestmeter (Vfm) ein Holzzuwachs von 27,3 Mio. Vfm
gegenüber. Der gesamte Holzvorrat in den Wäldern ist auf 988 Mio.
Vfm angestiegen. Weiterhin zunehmend ist auch die Waldfläche, die
seit der letzten Inventurperiode jährlich um 7.700 Hektar auf
insgesamt 3,92 Mio. Hektar (46,8 % des Bundesgebietes)
angewachsen ist. Österreich ist somit das nach Slowenien dichtest
bewaldete Land Mitteleuropas. Die waldreichsten Bundesländer sind
Kärnten und Steiermark; den geringsten Waldanteil, wenn man von
Wien absieht, hat mit 32 % das Burgenland.
Der Handel mit Holz und Holzprodukten ist für Österreich von
großer wirtschaftlicher Bedeutung. Mit fast 47 % Waldanteil an
der Staatsfläche und 171.000 Forstbetrieben nimmt der Wald eine
wichtige Stelle im Hinblick auf das bäuerliche Einkommen und die
Wertschöpfung im ländlichen Raum ein.
Der Beitrag der Forstwirtschaft zum Brutto-Inlandsprodukt beträgt
zwar nur 0,3 % bis 0,4 %, die heimische Holzproduktion ist aber
ein wichtiger Standortfaktor für die sehr leistungsfähige und
exportorientierte Holz verarbeitende Industrie. Der Gesamtwert
der Holzexporte lag im Jahr 2000 bei 2,49 Mrd. €; 12 % mehr als
1999 und 30 % mehr als 1998. Zieht man den Exportwert aller
Forst- und Holzprodukte inklusive Papier und Pappe heran (2000:
6,01 Mrd. €), dann ist die Holzwirtschaft neben dem Tourismus der
größte Devisenbringer des Landes.
Ebenfalls mit SP-FP-VP-Mehrheit wurde der Wildschadensbericht
2000 (III-145 d.B.) zur Kenntnis genommen, der eine detaillierte
Übersicht über die Situation in den einzelnen Bundesländern gibt.
Demnach zeigen die Gesamtergebnisse der Wildschadensmeldungen
2000 der Bezirksforstinspektionen abermals eine leichte
Verschlechterung der Verbisssituation. Der bis 1998 beobachtete
positive Trend - sehr langsamer, aber steter Rückgang der
Verbiss- und Schälschäden - ist damit offenbar unterbrochen. Rund
zwei Drittel aller österreichischen Wälder sind durch Verbiss so
stark beeinträchtigt, dass die Verjüngung mit den waldbaulich
erforderlichen Baumarten nicht oder nur mit Hilfe von
Schutzmaßnahmen möglich ist, lautet das Resümee der Autoren. Fast
ein Viertel aller Stangenholzflächen weist Schälschäden auf.
Sowohl SPÖ als auch Grüne kritisierten, dass der Waldbericht und
der Wildschadensbericht nicht im Plenum des Nationalrates
diskutiert werden, entsprechende Anträge der SPÖ wurden jedoch
von den Koalitionsparteien abgelehnt. (Fortsetzung)
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