- 26.04.2002, 14:05:23
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Wiener Gemeinderat (4)=
Wiener Hochhauskonzept
Wien, (OTS) Es sei positiv, dass es dieses Hochhauskonzept gebe,
stellte GR DI Dr. Herlinde Rothauer (ÖVP) fest. Unakzeptabel sei
allerdings für sie und für ihre Fraktion der Punkt 2 der Checkliste,
der ein Stellplatzregulativ vorsieht. Es sei eine Fehlleistung, wenn
der Bau privater Stellplätze nicht im öffentlichen Bereich
stattfinden könne. Die Erhöhung des Verkehrsaufkommens gehe vor allem
auf Sünden der Stadtplanung zurück. Stadterweiterungs- und
Industriegebiete, die nicht an öffentliche Verkehrsmittel angebunden
sind, Einkaufszentren - wie das geplante an der Brachmühle - mit
großem Ferneinzugsbereich und eben die Hochhausentwicklung würden
wesentlich zum Verkehrsaufkommen beitragen. Die ÖVP werde daher aus
sachlichen Gründen dem Hochhauskonzept nicht zustimmen, betonte
Rothauer.
Auch GR Heinz-Christian Strache (FPÖ) hält ein Hochhauskonzept
für prinzipiell richtig, das vorliegende Konzept sei jedoch das
Papier nicht wert. Damit werde ein "Fleckerlteppich" an Hochhäusern
in Wien zugelassen. Strache erinnerte an die Unterzeichnung der
Weltkulturerbe-Konvention durch die Bundesregierung. Wo dieses
Weltkulturerbe beeinträchtigt werde, dürften keine Hochhäuser gebaut
werden. Die Stadt Wien komme dieser staatsvertraglichen Verpflichtung
im Hochhauskonzept nicht nach. Die FPÖ versuche, eine Entscheidung
des Verfassungsgerichtshofes herbeizuführen, ob die Flächenwidmungen
für das Hochhaus in Wien-Mitte widerrechtlich seien. Auch viele
bekannte Architekten hätten sich gegen die Hochhaustürme in
Wien-Mitte ausgesprochen, sagte Strache.
"Das Hochhauskonzept definiert klar und eindeutig, wo Hochhäuser
errichtet werden dürfen", stellte GR Dkfm. Dr. Ernst Maurer (SPÖ)
fest. Er bezeichnete die Petition der FPÖ als "Schmierenkomödie". Um
den fruchtlosen Diskussionen, wie etwa um das Projekt in Wien-Mitte
ein Ende zu bereiten, sei das vorliegende Wiener Hochhauskonzept
entwickelt worden. Die Vorteile:
o Einbindung der Hochhausbauten in die Region
o Klare Regelungen, die es den Investoren ermöglichen, die
Anforderungen von Vornherein abzuschätzen
o Klare Entscheidungsrichtlinien für Beamte
Er habe keine Sorge, dass Wien in Zukunft eine Hochhausstadt
werde, sagte Maurer. Im Zusammenhang mit den
Verkehrsinfrastrukturproblemen erinnerte der SPÖ-Gemeinderat an die
Versäumnisse des Bundes, wie etwa beim Lainzer Tunnel, der
Bahnhofsinitiative oder den Güterterminals.
In seinem Schlusswort hob GR Paul Zimmermann (SPÖ) die
Einbindung der Öffentlichkeit, die Internetauftritte, die breite
Debatte zwischen den politischen Fraktionen und die Diskussion mit
Experten beim Zustandekommen des Wiener Hochhauskonzeptes als
besonders positiv hervor.
Abstimmung: Mit Stimmenmehrheit angenommen. (Forts.) eb/rr
Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
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