VP-NEUHUBER: Hochhauskonzept schafft erste Richtlinien, weist aber schwere Detailfehler auf

Volkspartei lehnt Hochhauskonzept im Wiener Gemeinderat ab

Wien (ÖVP-Klub) Positiv äußerte sich heute VP-Planungssprecher GR Alexander NEUHUBER zur Tatsache, dass mit dem neuen Wiener Hochhauskonzept endlich erste verbindliche Richtlinien für den Hochhausbau geschaffen werden. "Ich begrüße das grundsätzliche Bekenntnis zum Hochhausbau, wir werden das Konzept aber dennoch ablehnen, weil es in wichtigen Detailfragen schwere Mängel aufweist", erklärte NEUHUBER.***

"Hochhäuser sind Bestandteil jeder modernen Stadt", so NEUHUBER. "Sie sind ein Sinnbild zeitgenössischer Architektur. Der Hochhausbau ist in wirtschaftlicher, optischer und raumplanerischer Hinsicht wichtig für unsere Stadt." Es sei von enormer Bedeutung, dass sich die Stadt nun endlich mit den grundsätzlichen Fragen des Hochhausbaus auseinandergesetzt habe.

Dennoch sei das vorliegende Konzept abzulehnen, weil es - kurzgefasst - zu teuer, zu bürokratisch, zu willkürlich und zu unrealistisch sei. "Es herrscht beispielsweise große Einigkeit darüber, wo man keine Hochhäuser haben will", so NEUHUBER. "Bei den Eignungszonen wird es schon problematischer." Die ÖVP habe sich immer für Hochhauslandschaften stark gemacht, weil man verhindern wollte, dass einzelne Hochhäuser wie Zahnstocher in die Luft ragen. "Diese Forderung wurde im Hochhauskonzept nicht ausreichend berücksichtigt."

"Bei der Standortprüfung hätten wir uns realistischere und zweckorientiertere Regelungen gewünscht", so NEUHUBER. "Ein prozentualer Anteil an Individualverkehr, den ein Hochhaus maximal anziehen darf, lässt sich nicht per Gesetz verordnen. Vielmehr muss man die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Hochhausprojekt auch an attraktive und hochwertige öffentliche Verkehrsmittel angeschlossen werden." Die Tatsache, dass sich in einem erheblichen Ausmaß Dienstleistungsbetriebe in Hochhäusern einmieten sorge schon dafür, dass es gewisse Minimalanforderungen an Parkplätzen gebe. Allein im Milleniumstower würden derzeit 650-700 Parkplätze allein für die Mitarbeiter der Mieterfirmen vermietet, vorgeschrieben wären eigentlich nur 450 Parkplätze. "Die nun kalkulierte geringe Zahl an Pflicht-Parkplätzen lässt befürchten, dass Investoren mit ihren Projekten künftig nach NÖ abwandern und dort ihre Hochhaus-Projekte verwirklichen."

Kritik übte NEUHUBER auch an der mangelnden Projektsouveränität, die im aktuellen Hochhauskonzept vorgesehen ist. "Es ist in vielerlei Hinsicht nicht sinnvoll, wenn die Stadt Wien jederzeit und sehr direkt in die Projekte eingreifen kann. Man kann einem Hochhaus beispielsweise keine Aussichtsterrasse verordnen, wenn der Mieter der letzten Stockwerke - wie das etwa beim IZD-Tower der Fall ist - die amerikanische UNO-Vertretung ist."

NEUHUBER hätte sich in diesem Konzept auch mehr Möglichkeiten zu Mediationsverfahren zwischen den Developern, den Anrainern und der Stadt gewünscht. "Solche großen Projekte sollten unter Einbeziehung aller Betroffenen geplant und durchgeführt werden. Diese Notwendigkeit ist im vorliegenden Konzept keinesfalls ausreichend berücksichtigt."

Die Volkspartei lehne das Konzept daher aus den genannten Gründen ab, auch wenn es nun immerhin einige notwendige Richtlinien und ein klares Bekenntnis zum Hochhausbau gebe. "Den positivsten Aspekt hat dieses Konzept für schon bestehende Hochhäuser", so NEUHUBER. "Heute wurde nämlich ein erheblicher Wertzuwachs für schon gebaute Hochhäuser beschlossen und damit ist leider ein fairer Wettbewerb mit anderen Investoren schon im vorhinein ausgeschlossen."***

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