• 26.04.2002, 12:56:06
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VP-NEUHUBER: Hochhauskonzept schafft erste Richtlinien, weist aber schwere Detailfehler auf

Volkspartei lehnt Hochhauskonzept im Wiener Gemeinderat ab

Wien (ÖVP-Klub) Positiv äußerte sich heute VP-Planungssprecher GR
Alexander NEUHUBER zur Tatsache, dass mit dem neuen Wiener
Hochhauskonzept endlich erste verbindliche Richtlinien für den
Hochhausbau geschaffen werden. "Ich begrüße das grundsätzliche
Bekenntnis zum Hochhausbau, wir werden das Konzept aber dennoch
ablehnen, weil es in wichtigen Detailfragen schwere Mängel aufweist",
erklärte NEUHUBER.***

"Hochhäuser sind Bestandteil jeder modernen Stadt", so NEUHUBER. "Sie
sind ein Sinnbild zeitgenössischer Architektur. Der Hochhausbau ist
in wirtschaftlicher, optischer und raumplanerischer Hinsicht wichtig
für unsere Stadt." Es sei von enormer Bedeutung, dass sich die Stadt
nun endlich mit den grundsätzlichen Fragen des Hochhausbaus
auseinandergesetzt habe.

Dennoch sei das vorliegende Konzept abzulehnen, weil es - kurzgefasst
- zu teuer, zu bürokratisch, zu willkürlich und zu unrealistisch sei.
"Es herrscht beispielsweise große Einigkeit darüber, wo man keine
Hochhäuser haben will", so NEUHUBER. "Bei den Eignungszonen wird es
schon problematischer." Die ÖVP habe sich immer für
Hochhauslandschaften stark gemacht, weil man verhindern wollte, dass
einzelne Hochhäuser wie Zahnstocher in die Luft ragen. "Diese
Forderung wurde im Hochhauskonzept nicht ausreichend berücksichtigt."

"Bei der Standortprüfung hätten wir uns realistischere und
zweckorientiertere Regelungen gewünscht", so NEUHUBER. "Ein
prozentualer Anteil an Individualverkehr, den ein Hochhaus maximal
anziehen darf, lässt sich nicht per Gesetz verordnen. Vielmehr muss
man die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Hochhausprojekt auch
an attraktive und hochwertige öffentliche Verkehrsmittel
angeschlossen werden." Die Tatsache, dass sich in einem erheblichen
Ausmaß Dienstleistungsbetriebe in Hochhäusern einmieten sorge schon
dafür, dass es gewisse Minimalanforderungen an Parkplätzen gebe.
Allein im Milleniumstower würden derzeit 650-700 Parkplätze allein
für die Mitarbeiter der Mieterfirmen vermietet, vorgeschrieben wären
eigentlich nur 450 Parkplätze. "Die nun kalkulierte geringe Zahl an
Pflicht-Parkplätzen lässt befürchten, dass Investoren mit ihren
Projekten künftig nach NÖ abwandern und dort ihre Hochhaus-Projekte
verwirklichen."

Kritik übte NEUHUBER auch an der mangelnden Projektsouveränität, die
im aktuellen Hochhauskonzept vorgesehen ist. "Es ist in vielerlei
Hinsicht nicht sinnvoll, wenn die Stadt Wien jederzeit und sehr
direkt in die Projekte eingreifen kann. Man kann einem Hochhaus
beispielsweise keine Aussichtsterrasse verordnen, wenn der Mieter der
letzten Stockwerke - wie das etwa beim IZD-Tower der Fall ist - die
amerikanische UNO-Vertretung ist."

NEUHUBER hätte sich in diesem Konzept auch mehr Möglichkeiten zu
Mediationsverfahren zwischen den Developern, den Anrainern und der
Stadt gewünscht. "Solche großen Projekte sollten unter Einbeziehung
aller Betroffenen geplant und durchgeführt werden. Diese
Notwendigkeit ist im vorliegenden Konzept keinesfalls ausreichend
berücksichtigt."

Die Volkspartei lehne das Konzept daher aus den genannten Gründen ab,
auch wenn es nun immerhin einige notwendige Richtlinien und ein
klares Bekenntnis zum Hochhausbau gebe. "Den positivsten Aspekt hat
dieses Konzept für schon bestehende Hochhäuser", so NEUHUBER. "Heute
wurde nämlich ein erheblicher Wertzuwachs für schon gebaute
Hochhäuser beschlossen und damit ist leider ein fairer Wettbewerb mit
anderen Investoren schon im vorhinein ausgeschlossen."***

Rückfragehinweis: ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien

Daniel KOSAK (Pressesprecher)
Tel.: (++43-1) 4000 / 81 915
Fax: (++43-1) 4000 / 99 819 15
mailto:[email protected]
http://www.oevp-wien.at

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