Freier Wirtschaftsverband Wien (SP) bringt Modell zugunsten der KMU ins Spiel

Wien (OTS) - Der Präsident des Freien Wirtschaftsverbandes Wien,
GR Fritz Strobl, nahm heute zur neuerlichen Diskussion um Ladenöffnungszeiten Stellung. Strobl kritisierte dabei die Wortmeldungen von Sprechern großer Handelsketten und Einkaufszentren, die eine 92-Stunden-Woche forderten und neuerlich die Öffnung an Sonntagen als Wunschziel genannt hatten.

Als "realitätsfern" bezeichnete der Vertreter des Freien Wirtschaftsverbandes, der sich vehement für die Klein- und Mittelbetriebe einsetzt, den Vorstoß des Handelsverbandes in Richtung einer Erweiterung der wöchentlichen Rahmenöffnungszeit von 66 auf 92 Stunden. Eine Umsatzsteigerung über Sonntag- oder Nachtöffnung könne einzig und allein auf Kosten der Klein- und Mittelbetriebe gehen. Bei dieser Gelegenheit präsentierte Strobl neuerlich eine Forderung, die der großen Zahl von Familienbetrieben und Kleinunternehmen ebenso dienlich sein könne wie einer Aufrechterhaltung der Nahversorgung:
"Wir wehren uns nicht grundsätzlich gegen eine Ausweitung der Öffnungszeiten. Aber jede Änderung der bestehenden Regelungen darf nur dann ins Auge gefasst werden, wenn die KMU davon profitieren und nicht einem weiter angeheizten Verdrängungswettbewerb zum Opfer gebracht werden."

Modell einer Ausweitung der Öffnungszeiten für KMU

Als ein Modell dafür bezeichnete Strobl seinen Vorschlag, die Rahmenöffnungszeiten für Klein- und Mittelbetriebe von derzeit 66 auf 72 Wochenstunden auszuweiten, gleichzeitig aber die großen Handelsketten und Konzerne auf 60 Stunden Öffnung pro Woche zu beschränken.

"Das wäre endlich eine spürbare Förderung der kleinen Geschäfte gegenüber dem ohnehin gewaltigen Wettbewerbsvorteil der marktbeherrschenden Unternehmen. Gleichzeitig würde dadurch die Nahversorgung auch in Nebenlagen gestärkt, die Lebensqualität durch entspanntes Einkaufen wäre nicht mehr bloß auf hektische Mega-Märkte beschränkt, und den vielfach ausgedrückten Wünschen weniger mobiler oder älterer Menschen könnte Rechnung getragen werden.", führte Strobl aus.

Das Ziel sei dabei ganz klar: Umsatzanteile könnten so zu den KMU verlagert, die Infrastruktur der Bezirke bewahrt und eine Vereinheitlichung des Angebotes vermieden werden.

"Es wird Zeit, dass im Sinne der Demokratie wirklich die Anliegen der betroffenen Mehrheit gehört werden. Händler, Angestellte und Kunden drücken in allen Umfragen ihre Zufriedenheit mit den bestehenden Einkaufsmöglichkeiten aus, aber kaum meldet sich einer der Konzernherren zu Wort, entsteht der Eindruck, hier ginge es um Bedürfnisse einer notleidenden Bevölkerung. Es sind aber nicht die Gewinne, die von wenigen erzielt werden, die eine Meinungsführerschaft rechtfertigen, sondern die Lebensqualität der Menschen einer Stadt oder Region, das Zusammenleben von Familien, auch der Angestellten und der Unternehmerinnen und Unternehmer, vor allem aber der Wille der Mehrheit.

Nicht die, die am lautesten werden, brauchen neue Möglichkeiten der Gewinnmaximierung, sondern jene sind auf Initiative angewiesen, die sonst aufgeben müssen.", betonte Strobl.

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