• 26.04.2002, 10:25:41
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Freier Wirtschaftsverband Wien (SP) bringt Modell zugunsten der KMU ins Spiel

Wien (OTS) - Der Präsident des Freien Wirtschaftsverbandes Wien,
GR Fritz Strobl, nahm heute zur neuerlichen Diskussion um
Ladenöffnungszeiten Stellung. Strobl kritisierte dabei die
Wortmeldungen von Sprechern großer Handelsketten und Einkaufszentren,
die eine 92-Stunden-Woche forderten und neuerlich die Öffnung an
Sonntagen als Wunschziel genannt hatten.

Als "realitätsfern" bezeichnete der Vertreter des Freien
Wirtschaftsverbandes, der sich vehement für die Klein- und
Mittelbetriebe einsetzt, den Vorstoß des Handelsverbandes in Richtung
einer Erweiterung der wöchentlichen Rahmenöffnungszeit von 66 auf 92
Stunden. Eine Umsatzsteigerung über Sonntag- oder Nachtöffnung könne
einzig und allein auf Kosten der Klein- und Mittelbetriebe gehen. Bei
dieser Gelegenheit präsentierte Strobl neuerlich eine Forderung, die
der großen Zahl von Familienbetrieben und Kleinunternehmen ebenso
dienlich sein könne wie einer Aufrechterhaltung der Nahversorgung:
"Wir wehren uns nicht grundsätzlich gegen eine Ausweitung der
Öffnungszeiten. Aber jede Änderung der bestehenden Regelungen darf
nur dann ins Auge gefasst werden, wenn die KMU davon profitieren und
nicht einem weiter angeheizten Verdrängungswettbewerb zum Opfer
gebracht werden."

Modell einer Ausweitung der Öffnungszeiten für KMU

Als ein Modell dafür bezeichnete Strobl seinen Vorschlag, die
Rahmenöffnungszeiten für Klein- und Mittelbetriebe von derzeit 66
auf 72 Wochenstunden auszuweiten, gleichzeitig aber die großen
Handelsketten und Konzerne auf 60 Stunden Öffnung pro Woche zu
beschränken.

"Das wäre endlich eine spürbare Förderung der kleinen Geschäfte
gegenüber dem ohnehin gewaltigen Wettbewerbsvorteil der
marktbeherrschenden Unternehmen. Gleichzeitig würde dadurch die
Nahversorgung auch in Nebenlagen gestärkt, die Lebensqualität durch
entspanntes Einkaufen wäre nicht mehr bloß auf hektische Mega-Märkte
beschränkt, und den vielfach ausgedrückten Wünschen weniger mobiler
oder älterer Menschen könnte Rechnung getragen werden.", führte
Strobl aus.

Das Ziel sei dabei ganz klar: Umsatzanteile könnten so zu den KMU
verlagert, die Infrastruktur der Bezirke bewahrt und eine
Vereinheitlichung des Angebotes vermieden werden.

"Es wird Zeit, dass im Sinne der Demokratie wirklich die Anliegen
der betroffenen Mehrheit gehört werden. Händler, Angestellte und
Kunden drücken in allen Umfragen ihre Zufriedenheit mit den
bestehenden Einkaufsmöglichkeiten aus, aber kaum meldet sich einer
der Konzernherren zu Wort, entsteht der Eindruck, hier ginge es um
Bedürfnisse einer notleidenden Bevölkerung. Es sind aber nicht die
Gewinne, die von wenigen erzielt werden, die eine
Meinungsführerschaft rechtfertigen, sondern die Lebensqualität der
Menschen einer Stadt oder Region, das Zusammenleben von Familien,
auch der Angestellten und der Unternehmerinnen und Unternehmer, vor
allem aber der Wille der Mehrheit.

Nicht die, die am lautesten werden, brauchen neue Möglichkeiten
der Gewinnmaximierung, sondern jene sind auf Initiative angewiesen,
die sonst aufgeben müssen.", betonte Strobl.

Rückfragehinweis:

Freier Wirtschaftsverband Wien
Mariahilferstraße 32
1070 Wien
01 522 47 66 - 12
mailto:[email protected]
http://www.fwvwien.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FWW/FWW/OTS

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