• 20.04.2002, 13:34:21
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  • OTS0027 OTW0027

Kuntzl zu Gehrer: Rein kosmetische Korrekturen

"Gehrer hält am Geist des Gesetzes fest"

Wien (SK) In den von Bildungsministerin Gehrer angekündigten
Detailänderungen bei der geplanten Universitätsreform sieht
SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl lediglich "kosmetische
Korrekturen", die nur "den Eindruck erwecken sollen, dass Gehrer die
massive Kritik an der Uni-Reform aufgreift". Tatsächlich halte die
Ministerin am ursprünglichen Geist des Gesetzes - nämlich der
politischen Gängelung, der Abschaffung der Mitbestimmung und der
Demotivierung des wissenschaftlichen Personals - starr fest, so
Kuntzl am Samstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Konkret kritisierte Kuntzl, dass sich laut Gehrers
Ankündigungen zwar am Bestellmodus des Uni-Rats etwas ändern soll,
die alles entscheidende ungleiche Kompetenzaufteilung zwischen
Uni-Rat und dem Senat, der sich nur aus Universitäts-fernen Personen
zusammensetzt, allerdings bestehen bleiben soll.

Als "Mitspracheillusion" bezeichnet Kuntzl die Tatsache, dass
Gehrer die Mitsprache der Studierenden dort abschaffen will, wo
tatsächlich die Weichen gestellt werden, etwa bei den Studienplänen,
den Berufungen der Lehrenden oder den Prüfungsordnungen. Tatsächlich
wolle Gehrer nicht davon abrücken, die Mitsprache der Studierenden
auf "Plauderrunden ohne Entscheidungsbefugnis" zu beschränken.

Für Kuntzl hat sich nach den heutigen Aussagen Gehrers in der
ORF-Sendung "Im Journal zu Gast" wieder einmal bestätigt, dass keine
wirklichen Verbesserungen des Gesetzesentwurfes geplant seien und
dieser Entwurf ohne die Möglichkeit einer eingehenden
parlamentarischen Behandlung "durchgepeitscht" werden soll. "Einige
wenige Stunden Diskussion im parlamentarischen Unterausschuss sind
bei einer derart komplexen Materie geradezu ein Hohn", so Kuntzl.

Mit Unverständnis reagierte Kuntzl auf Gehrers stures
Festhalten an einem Prognoseverfahren für Schüler, "obwohl sich trotz
monatelanger Fahndung kein Experte gefunden hat, der diesem
Prognoseverfahren eine wissenschaftliche Basis geben wollte". Kuntzl
wertet das Prognoseverfahren als "Sackgasse", weil es letztlich auf
eine Selektion bereits bei Zehnjährigen hinauslaufe. Völlig unklar
sei, was eine Leistungsbeurteilung jeweils am Ende der Grund- und
Mittelstufe bringen soll. Um auf entsprechende Schwächen reagieren zu
können, bedürfe es einer laufenden Beobachtung und Begleitung des
Lernfortschritts, vermutet die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin hinter den
Gehrer-Plänen ein "verstecktes Auswahlverfahren". (Schluss) se

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ

Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

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