• 17.04.2002, 10:39:10
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Pittermann zur Bestattung der Opfergehirne vom Spiegelgrund=

Stadträtin gibt Ablauf der Bestattungsfeierlichkeiten und umfangreiches Gedenk- und Veranstaltungsprogramm bekannt

Wien, (OTS) "Die Bestattung der sterblichen Überreste der
Spiegelgrund-Opfer ist für die Stadt Wien Anlass zu einem umfassenden
Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus", betont Wiens
Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann anlässlich der
Bekanntgabe aller im Zusammenhang mit den Gedenkfeierlichkeiten
geplanten Veranstaltungen.

Nachdem im Sommer 2001 das Wiener Landesgericht die
Gehirnpräparate der Spiegelgrund-Opfer freigegeben hat, wurde sofort
mit den Vorbereitungsarbeiten zu einer würdigen Bestattung begonnen.
"Dabei war es uns besonders wichtig, dass die Bedürfnisse und Wünsche
der Überlebenden vom Spiegelgrund und der Angehörigen der Opfer
berücksichtigt werden", betont Pittermann. In mehreren Projektgruppen
wurde daher laufend über den Ablauf der Bestattungsfeierlichkeiten
beraten. Die Überlebenden und Angehörigen der Opfer wurden regelmäßig
über die Beratungsergebnisse in den Projektgruppen informiert und
hatten Gelegenheit ihre Wünsche mit einzubringen.

Exakt 597 Urnen mit Gewebsteilen der Opfer wurden bereits
vergangene Woche - auf Wunsch der Angehörigen unter Ausschluss der
Öffentlichkeit - beerdigt. In der Woche vor dem feierlichen Gedenkakt
am 28. April wird eine Urne unter Anwesenheit von Vertretern aller
Religionsgruppen, im Rahmen einer ökumenischen Trauerfeier, beerdigt.
Diese Beisetzung wurde auf ausdrücklichen Wunsch der Überlebenden und
der Angehörigen der Opfer organisiert und dient dem stillen
Abschiednehmen unter Ausschluss der Medienöffentlichkeit.****

Breites Gedenken am 28. April am Zentralfriedhof

Die öffentlichen Gedenkfeierlichkeiten werden am Sonntag dem 28.
April 2002 ab 14 Uhr am Wiener Zentralfriedhof stattfinden. In der
"Aufbahrungshalle 2" werden symbolisch für alle am Spiegelgrund
ermordeten Kinder zwei Urnen aufgebahrt werden. Um die Toten zu
visualisieren, wird der Weg zur Aufbahrungshalle von einem Spalier
aus Kindern gesäumt, die Bilder der am Spiegelgrund ermordeten Kinder
halten werden. Ein Endlos-Tonband wird die Namen und das Alter der
Umgekommenen in den Raum stellen.

Bundespräsident Dr. Thomas Klestil und Wiens Bürgermeister Dr.
Michael Häupl werden Worte des Gedenkens an die Trauergemeinde und
die Öffentlichkeit richten.

Der Trauerzug wird sich dann zur Grabstätte - einem Ehrengrab
der Stadt Wien - auf der Gruppe 40 des Zentralfriedhofes bewegen.
Den Abschluss der Gedenkfeierlichkeiten bildet ein Text des
österreichischen Schriftstellers Robert Schindel, der an der
Grabstätte gesprochen werden wird.

Weitere Gedenkaktivitäten

Im Vorfeld bzw. im Anschluss an die Bestattungsfeierlichkeiten
gibt es zahlreiche weitere Gedenk-Aktivitäten:

o Am 24. April 2002 um 18 Uhr findet am Institut für Geschichte
der Medizin die Präsentation des Buches "Von der Sterilisation
zur Ermordung - zur Geschichte der NS- Euthanasie in Wien, Teil
II", Hrsg.: Gabriel - Neugebauer, statt.
o Am 27. April 2002 wird mit der Aufführung des Dokumentarstückes
"Spiegelgrund und der Weg dorthin" des Hamburger Theatermachers
Michael Batz an die Schicksale der Opfer erinnert und
eindringlich die nationalsozialistischen Verbrechen an Menschen
mit Behinderung nachgezeichnet.
o Am 6. und 7. Mai findet im Otto Wagner Spital das dritte
Gedenksymposium zur NS-Zeit statt. Dabei wird auch die
Gedenkausstellung "Der Krieg gegen die Minderwertigen: zur
Geschichte der NS-Medizin in Wien" im Pavillon V des Spitals
eröffnet. Die Gedenkstätte soll Interessierten die Verbrechen
der NS-Zeit vor Augen führen. Die Ausstellung, die einen
Beitrag zur öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Thema
leisten soll, wird auch via Internet abrufbar sein:
www.gedenkstaettesteinhof.at .
(Schluss) rog

Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Andrea Rogy
Tel.: 53 114/81 231
Handy: 0664/516 44 73
e-mail: andrea.rogy@ggs.magwien.gv.at

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