AK Tumpel fordert gesetzlichen Schutz und Zeitausgleich für NachtarbeiterInnen

Wien (AK) - Wirtschaftsminister Martin Bartenstein muss jetzt
rasch für einen gesetzlichen Schutz der NachtarbeiterInnen sorgen, fordert AK Präsident Herbert Tumpel nach dem heutigen Gespräch der Sozialpartner mit dem Wirtschaftsminister. Als "unverzichtbar für die ArbeitnehmerInnen" fordert Tumpel eine gesetzliche Regelung für alle Nachtarbeiter und Nachtarbeiterinnen, die Gesundheitsschutz, das Recht auf Rückkehr zur Tagarbeit bei bestimmten familiären Umständen und ein Zeitguthaben von 10 Prozent für jede geleistete Nachtarbeitsstunde für NachtarbeiterInnen umfasst.****

"Nachtarbeit ist enorm belastend, gefährdet die Gesundheit und macht den betroffenen ArbeitnehmerInnen große Schwierigkeiten, Familie und Beruf zu vereinbaren", erklärt Tumpel. Daher müsse es Vorsorge und Gesundheitsschutz und einen gerechten und fairen Ausgleich geben, fordert die AK.

Österreich hat den zweithöchsten Anteil an NachtarbeiterInnen in der EU: 580.000 ArbeitnehmerInnen sind von Nachtarbeit betroffen, regelmäßig arbeiten 300.000 nachts. Diese Arbeit ist außerordentlich belastend: Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer zeigt, dass neben Schwierigkeiten mit der Familie, sozialen Kontakten, der Freizeitgestaltung, im öffentlichen Verkehr die ArbeitnehmerInnen vor allem gesundheitlich belastet sind - 60 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer, die Nachtarbeit leisten müssen, haben gesundheitliche Probleme damit.

Die Wirtschaft ist sich zwar im Klaren, dass die Frage sensibel ist - ist aber bisher nicht bereit, den Bedürfnissen der ArbeitnehmerInnen Rechnung zu tragen, kritisiert Tumpel. In einzelnen Bereichen der Industrie und im Gesundheitswesen selbst gibt es kollektivvertragliche Regelungen, die für eine gesetzliche Regelung Beispiel sein können. Diese Regelung müsse von der Regierung rasch kommen - "im Interesse der NachtarbeiterInnen, Männer wie Frauen".

Konkret fordert Tumpel:

- Qualifizierten Gesundheitsschutz für NachtarbeiterInnen -speziellen arbeitsmedizinischen Schutz und Vorsorge, regelmäßige Untersuchungen

- Das Recht auf Rückkehr zur Tagarbeit, insbesondere wenn eine Gesundheitsgefährdung vorliegt, wenn ein/e NachtarbeiterIn eine Familie mit Kinder unter 12 Jahren hat, wenn Pflege oder Betreuung von Familienangehörigen notwendig ist.

- Arbeitsmedizinische Erkenntnisse beweisen, dass Nachtarbeit deutlich stärker belastet als die gleiche Arbeit am Tag. Daher ist ein Ausgleich für die physische und psychische Belastung notwendig -die AK fordert ein Zeitguthaben als Ausgleich in der Höhe von 10 Prozent der geleisteten Nachtarbeit.

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AK Wien Presse Thomas Angerer

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