Fischer diskutiert mit SchülervertreterInnen

Antoni: Staat trägt die Verantwortung für Bildung

Wien (SK) Im Rahmen des BundesschülerInnenparlaments stellte sich heute, Montag, der stellvertretende Bundesparteivorsitzende der SPÖ, Nationalratspräsident Heinz Fischer den Fragen der SchülervertreterInnen. "Ich bin ein Anhänger der Idee des Schülerparlaments", betonte Fischer. "Demokratie ist ein wichtiges und sensibles Gut. Den Umgang damit muss man lernen." Das SchülerInnenparlament sei dafür eine wirksame Einrichtung. Auch die Bildungssprecher der vier Parlamentsparteien diskutierten mit den Jugendlichen. "Wir Sozialdemokraten bekennen uns dazu, dass der Staat die Verantwortung für die Bildung trägt. Das Kapital des Staates sind die Köpfe der jungen Menschen", hob der SPÖ-Bildungssprecher Dieter Antoni hervor.*****

Fischer erklärte, dass er den Agenden der Bildungspolitik stets besonderes Interesse entgegen gebracht habe. Er habe sich bereits in seiner Schulzeit in der SchülerInnenpolitik engagiert und sei auch während des Studiums im Rahmen des VSStÖ (Verband sozialdemokratischer StudentInnen) aktiv gewesen. "Ich wollte immer mithelfen, dass die sozialen Barrieren abgebaut werden", so der stv. SPÖ-Vorsitzende.

Deshalb stehe er der neuen Universitätsreform skeptisch gegenüber. Durch die Einführung der Studiengebühren seien soziale Schranken wieder errichtet worden. "Mit großer Radikalität wird die Mitbestimmung an den Universitäten zurückgedrängt", kritisierte Fischer weiter. Insbesonders die Studentenvertretung und der Mittelbau würden an Mitspracherechten verlieren. Problematisch sei auch "die Geschwindigkeit, mit der das Gesetz durchgepeitscht wird."

Die Diskussionsprozesse, die in den universitären Gremien stattfinden, würden den "Pluralismus an den Universitäten repräsentieren". Diese Gremien würden nun "abgeholzt". "Der Universitätsrat bringt mehr Einfluss der Regierung, als dies für eine moderne Universität gut sein kann", bemerkte Fischer zu den geplanten Bestellungsmodalitäten. Der Nationalratspräsident sprach sich weiters gegen eine Unterteilung von wirtschaftlich relevanten Studienrichtungen und den sogenannten Orchideenfächern aus. "Aufgabe einer Universität ist es, Grundlagenforschung zu betreiben. Auch wenn sie nicht sofort ökonomisch verwertbar ist", unterstrich Fischer.

"Unser Ziel ist es, die Schüler dazu zu bringen, eigenverantwortlich zu lernen", stellte Antoni fest. Deshalb habe man ein Modell zur Reform der AHS-Oberstufe entwickelt. Bereits in der fünften Klasse der AHS solle man damit beginnen, die Schüler auf ein Modul- und Kurssystem vorzubereiten. Module könnten von den Schülern selbst gewählt werden, während im Rahmen der Kurse ein verpflichtender Lehrstoff vermittelt werden soll. "Das Kurs- und Modulsystem soll die Schüler auf Beruf und Studium vorbereiten. Wir gehen davon aus, dass Schüler in diesem Alter bereits wissen, in welche Richtung sie gehen wollen", so der SPÖ-Abgeordnete. Mit der Einführung dieses Modells würde auch die Typengliederung der Gymnasien wegfallen.

Änderungen seien auch im Bereich der Matura denkbar. "Man könnte weg von der Reifeprüfung in einzelnen Fächern, hin zu einer übergreifenden Abschlussarbeit gehen", schlug Antoni vor. Ein klares Bekenntnis legte der Bildungssprecher zum Konzept der Gesamtschule ab. "In einer Demokratie mit einem demokratisch organisierten Schulwesen ist es sinnvoll, die Schüler bis zum Ende der Schulpflicht gemeinsam auszubilden." So könnten gesellschaftliche Unterschiede vermieden werden. Eine Absage erteilte Antoni den Verhaltensvereinbarungen, die unter der ÖVP/FPÖ-Koalition eingeführt wurden. "In der Schule soll vereinbart werden, wie man den Unterricht besser gestalten kann, wie man sich gegenseitig helfen kann, wie man die Eigenständigkeit der Schüler fördern kann. Aber das Fehlverhalten allein darf nicht im Mittelpunkt der Vereinbarungen stehen", schloss der Abgeordneten. (Schluss) sw

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