Ungarn mit 80 Prozent EU-Außenhandel bereits "Fast-Mitglied"

Schon 4000 österreichische Unternehmen in Ungarn

Wien (PWK243) - "Ungarn wickelt nunmehr fast 80% seines Außenhandels mit den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ab, wobei die Haupthandelspartner die BRD, Österreich, Italien und Frankreich sind", berichtet der WKÖ-Handelsdelegierte Peter Rejtö in Budapest. Mit EUR 3,3 Mrd. erfuhren die österreichischen Exporte nach Ungarn im Jahre 2001 zwar einen leichten Rückgang von 4,6%, die Rangordnung hat sich aber im internationalen Vergleich nicht geändert. "Besondere Bedeutung kommt den zahlreichen Niederlassungen und Investitionen aus Österreich zu", so Rejtö, wobei branchenmäßig kaum Schwerpunkte festzustellen sind.

Ob in der Lebensmittelindustrie, der Bau- und Baustoffindustrie, der Papierindustrie, bei Chemikalien und Kunststoffen oder der Erzeugung von Eisen und Stahl, Maschinen, Elektro- und Elektronikausrüstung oder dem Einzelhandel, überall trifft man auf heimische Unternehmen jeder Größe. Mittlerweile sind um die 4000 Unternehmen vor Ort tätig. Stark vertreten sind auch die Banken, Versicherungen, Konsulenten, Rechtsanwälte sowie Steuer- und Unternehmensberater. Bedeutende Einzelinvestitionen der letzten Zeit waren der Neubau einer Fabrik für Verpackungsmaterial der Fa. Duropack (Turnauer -Gruppe). Für den Bau der neuen Verpackungsfabrik (Wellpappe) wurden EUR 12,4 Mio. investiert. Zuvor hatte die Firma schon nach Ungarn exportiert und ihre Ware weiterverarbeiten lassen. Derzeit ist Duropack die fünftstärkste Firma in der Branche.

Die Baumax-Gruppe hat im vergangenen Jahr folgende Standorterweiterungen durchgeführt: Györ, Szeged sowie zwei in Budapest. Für heuer sind Umbauten in Budaörs, Pecs und 18 Filialen sowie zwei Neubauten in Budapest geplant. Ein neuer Betrieb von HIRSCH Servo AG (Styropor Verpackung), weitere Produktionsstätten der Wienerberger AG, ein neues Büro- und Produktionsgebäude der VA Tech Elin EGB, finanziert durch die Immorent Leasing, wurde im letzten Jahr gebaut und in Betrieb genommen. Standorterweiterungen erfolgten bei der Spargruppe sowie der Leiner/KIKA Handelskette. KIKA betreibt zur Zeit zwei Einrichtungshäuser, darunter das größte in Ungarn, ein drittes ist derzeit in Planung. Ebenso befindet sich ein "AsiaCenter" (Großkundencenter für Fernostfirmen) in Bau, in das STRABAG EUR 220 Mio. investiert.

Für 2002 sind derzeit weitere Investitionen von Hirtenberger, Koloman-Handler, STRABAG und Porsche Hungaria, im Augenblick größter Fahrzeugimporteur in Ungarn, geplant. "Insgesamt kamen seit der Wende ca. EUR 2,3 Mrd. und damit etwas über 10% der gesamten ausländischen Direktinvestitionen in Ungarn aus Österreich", so der Handelsdelegierte. Heimische Unternehmen waren damit an der ungarischen Privatisierung intensiv und erfolgreich beteiligt. Aktuelle Lieferchancen und weiteres Investitionspotential gibt es in erster Linie dort, wo Ungarn vor allem im Vorfeld des EU-Beitritts den größten Nachholbedarf hat, auf dem Gebiet des Umweltschutzes (Abwasserreinigung und Abfallwirtschaft) sowie beim Ausbau der Infrastruktur (Straße und Bahn) und im medizinischen Bereich. (pt)

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