• 08.04.2002, 10:00:00
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Tirols Apotheker starten Vorsorgeaktion gegen kindliche Missbildungen

Innsbruck (OTS). Der Präsident der Tiroler Apothekerkammer,
KR Mag. pharm. Carl Hochstöger stellte heute gemeinsam mit
Landesrätin Dr. Elisabeth Zanon- zur Nedden im Rahmen einer
Pressekonferenz eine landesweite Vorsorgeaktion gegen
Neuralrohrdefekten von Neugeborenen vor.

Univ. Prof. Dr. Peter Schwärzler, Oberarzt an der
Universitätsklinik
für Frauenheilkunde in Innsbruck, wies darauf hin, dass im
Bundesland Tirol jährlich 8 Babys mit sogenannten Neuralrohrdefekten
auf die Welt kommen. Die Aussichten für diese Kinder sind
schlichtweg katastrophal. Sie werden zumeist an beiden Beinen
gelähmt, Stuhl- und Harn inkontinent und haben ein Leben im
Rollstuhl vor sich mit denkbar schlechter Prognose. Zusätzlich kommt
es oft zum Wasserkopf, der mittels Shunt entlastet werden muss.
Damit verbunden sind weitere Risiken und Komplikationen.
Durchschnittlich 6 Operationen müssen diese Kinder über sich ergehen
lassen und sind 6 Monate pro Jahr hospitalisiert. Schwärzler: "Es
ist heute klar bewiesen, dass Neuralrohrdefekte Folgen eines
Folsäuremangels sind. Folsäure rechtzeitig, das heißt in den ersten
vier Schwangerschaftswochen, substituiert, kann Neuralrohrdefekte
verhindern."

Tirols Gesundheitslandesrätin Zanon-zur Nedden betonte, dass es
auch
in Tirol offenbar an ausreichender Information und Aufklärung
mangelt. Aus diesem Grund wurde diese Initiative gestartet. Ziel ist
es, das Problembewußtsein bei Frauen mit Kinderwunsch zu wecken und
die rechtzeitige Einnahme von Folsäure ins Gedächtnis der Frauen zu
rücken. Zanon-zur Nedden: "Dazu sollte die von der Apothekerkammer
entwickelte Informationsbroschüre einen wichtigen Beitrag leisten."

Mag. pharm. Carl Hochstöger, Präsident der Tiroler Apotheker:
"Wir
Apotheker werden landesweit dafür sorgen, dass in Zukunft möglichst
viele Frauen wissen, dass man mit der rechtzeitigen Einnahme des
Vitamins Folsäure dazu beitragen kann, dass das eigene Kind gesund
zur Welt kommt." Entscheidend, so Hochstöger, ist es, die Frauen
immer wieder daran zu erinnern. In diesem Zusammenhang richtete der
Apothekerkammer-Präsident einen Appell an jene pharmazeutischen
Firmen, die Anti-Baby-Pillen vertreiben.

Hochstöger: "Die Schachtel mit den Anti-Baby-Pillen nehmen sehr,
sehr viele Frauen täglich zur Hand. Was liegt also näher, als die
Packungen mit einem entsprechenden Aufkleber zu versehen, der darauf
hinweist, dass nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille die Einnahme
der Folsäure-Tabletten beginnen sollte. Damit würde die Pharma-
Industrie einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten."
In der Zwischenzeit werden die Tiroler Apotheker aber die Initiative
ergreifen und selbst entsprechende Etiketten auf die Anti-Baby-
Pillen-Packungen kleben.

Hochstöger abschließend: "Viele sprechen von Gesundheitsvorsorge,
die Tiroler Apothekerinnen und Apotheker handeln. Und damit ist
Tirol das erste Bundesland Österreichs, wo es eine breite
Informationskampagne zu diesem ernsten Thema gibt."

Rückfragehinweis: Österr. Apothekerkammer

LGST Tirol
Pressesprecher Mag. Jakesz, tel.: 0664/202 04 88

http://www.apotheker.or.at

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