Tirols Apotheker starten Vorsorgeaktion gegen kindliche Missbildungen

Innsbruck (OTS). Der Präsident der Tiroler Apothekerkammer,
KR Mag. pharm. Carl Hochstöger stellte heute gemeinsam mit Landesrätin Dr. Elisabeth Zanon- zur Nedden im Rahmen einer Pressekonferenz eine landesweite Vorsorgeaktion gegen Neuralrohrdefekten von Neugeborenen vor.

Univ. Prof. Dr. Peter Schwärzler, Oberarzt an der Universitätsklinik
für Frauenheilkunde in Innsbruck, wies darauf hin, dass im Bundesland Tirol jährlich 8 Babys mit sogenannten Neuralrohrdefekten auf die Welt kommen. Die Aussichten für diese Kinder sind schlichtweg katastrophal. Sie werden zumeist an beiden Beinen gelähmt, Stuhl- und Harn inkontinent und haben ein Leben im Rollstuhl vor sich mit denkbar schlechter Prognose. Zusätzlich kommt es oft zum Wasserkopf, der mittels Shunt entlastet werden muss. Damit verbunden sind weitere Risiken und Komplikationen. Durchschnittlich 6 Operationen müssen diese Kinder über sich ergehen lassen und sind 6 Monate pro Jahr hospitalisiert. Schwärzler: "Es ist heute klar bewiesen, dass Neuralrohrdefekte Folgen eines Folsäuremangels sind. Folsäure rechtzeitig, das heißt in den ersten vier Schwangerschaftswochen, substituiert, kann Neuralrohrdefekte verhindern."

Tirols Gesundheitslandesrätin Zanon-zur Nedden betonte, dass es auch
in Tirol offenbar an ausreichender Information und Aufklärung mangelt. Aus diesem Grund wurde diese Initiative gestartet. Ziel ist es, das Problembewußtsein bei Frauen mit Kinderwunsch zu wecken und die rechtzeitige Einnahme von Folsäure ins Gedächtnis der Frauen zu rücken. Zanon-zur Nedden: "Dazu sollte die von der Apothekerkammer entwickelte Informationsbroschüre einen wichtigen Beitrag leisten."

Mag. pharm. Carl Hochstöger, Präsident der Tiroler Apotheker:
"Wir
Apotheker werden landesweit dafür sorgen, dass in Zukunft möglichst viele Frauen wissen, dass man mit der rechtzeitigen Einnahme des Vitamins Folsäure dazu beitragen kann, dass das eigene Kind gesund zur Welt kommt." Entscheidend, so Hochstöger, ist es, die Frauen immer wieder daran zu erinnern. In diesem Zusammenhang richtete der Apothekerkammer-Präsident einen Appell an jene pharmazeutischen Firmen, die Anti-Baby-Pillen vertreiben.

Hochstöger: "Die Schachtel mit den Anti-Baby-Pillen nehmen sehr, sehr viele Frauen täglich zur Hand. Was liegt also näher, als die Packungen mit einem entsprechenden Aufkleber zu versehen, der darauf hinweist, dass nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille die Einnahme der Folsäure-Tabletten beginnen sollte. Damit würde die Pharma-Industrie einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten." In der Zwischenzeit werden die Tiroler Apotheker aber die Initiative ergreifen und selbst entsprechende Etiketten auf die Anti-Baby-Pillen-Packungen kleben.

Hochstöger abschließend: "Viele sprechen von Gesundheitsvorsorge, die Tiroler Apothekerinnen und Apotheker handeln. Und damit ist Tirol das erste Bundesland Österreichs, wo es eine breite Informationskampagne zu diesem ernsten Thema gibt."

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