- 04.04.2002, 20:17:39
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Tourismus-Sparte zieht positive Bilanz der Regierungskonferenz in Obertauern
Stellenwert des Tourismus durch versammelte Regierungsmannschaft anerkannt
Obertauern (OTS) - Zufrieden mit den Ergebnissen der
"Tourismuskonferenz 2002" der österreichischen Bundesregierung in
Obertauern, die rund 200 Spitzenrepräsentanten dieses
Wirtschaftszweiges versammelte, zeigte sich der Obmann der
Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der
Wirtschaftskammer Österreich, Johann Schenner. "Die Tagung hat unsere
Erwartungen erfüllt. Wir wissen die Regierung in den für uns
wichtigen Anliegen auf unserer Seite". Veranstaltungen dieser Art
seien wichtig, um das Tourismusbewusstsein zu stärken und die
Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges einer breiten Öffentlichkeit
bekannt zu machen. Die direkten und indirekten Umsätze der Tourismus-
und Freizeitbranche erreichen gemäß Tourismus-Satellitenkonten einen
Anteil von 16,2 Prozent am BIP, die Einnahmen aus dem Tourismus
stiegen 2001 um 7,5 Prozent.
Bei der eineinhalbtägigen Veranstaltung, die unter dem Vorsitz von
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Vizekanzlerin Susanne
Riess-Passer stand, wurden die aktuellen Probleme der Branche in
Arbeitskreisen erörtert. Die Wirtschaftskammer Österreich war in
diesen Arbeitskreisen u.a. durch Vizepräsident Matthias Krenn,
Spartenobmann Johann Schenner, die Fachverbandsobmänner Helmut
Hinterleitner (Gastronomie), Hans Melcher (Hotellerie), Edward Gordon
(Reisebüros) und Julian Hadschieff (private Krankenanstalten) sowie
die zuständigen Sparten- und Fachverbandsgeschäftsführer vertreten.
Einigkeit herrschte im Arbeitskreis "Arbeit und Tourismus"
(Leitung: Wirtschaftsminister Martin Bartenstein) darüber, dass der
Tourismus Saisonarbeitskräfte braucht. Dies wurde auch vom
Vorsitzenden der zuständigen Gewerkschaft HGPD, Rudolf Kaske,
anerkannt. Allerdings gingen die Meinungen in der Frage auseinander,
wie viele Saisoniers tatsächlich benötigt werden. Diese sollen
jedenfalls "streng nach den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes"
eingesetzt werden.
Wie Minister Bartenstein festhielt, wird durch die
Tourismus-Saisoniers kein einziger Arbeitsplatz gefährdet. So gab es
in Wien einen Anstieg der Arbeitslosigkeit, obwohl im Winter kein
einziger Saisonier beschäftigt war, während Tirol trotz einer
Höchstzahl von 4.000 Saisoniers im vergangenen Winter sogar einen
Rückgang der Arbeitslosenzahl meldete.
In Vorbereitung der EU-Osterweiterung soll geprüft werden,
inwieweit Praktikantenverträge mit den Kandidatenländern
abgeschlossen werden können, um den Beitritt dieser Länder
vorzubereiten. Bartenstein kündigt weiters gemeinsame Bemühungen der
Sozialpartner und des Ministeriums an, um die Attraktivität der
Tourismus-Lehrberufe zu erhöhen. Dazu werde es in kürze eine Reihe
von Vorschlägen geben.
Keine Einigung wurde in der Frage der Saisonverlängerung erzielt.
Wie Bundeskanzler Schüssel in der Schlussrunde festhielt, werde man
sich Mitte Mai wieder zusammensetzen und die Gespräche weiterführen.
Verschiedene Wünsche der Branche wurden im Arbeitskreis "Zukunft
des Tourismus" (Leitung Staatssekretärin Mares Rossmann) deponiert.
So etwa die Forderungen nach Absetzbarkeit des Eigenkapitals und nach
einer Anpassung der Abschreibung an die wirkliche touristische
Nutzungsdauer. Die Investitionstätigkeit der Branche war in letzter
Zeit so stark, dass die Fördermittel knapp geworden sind. Sie sei
aber guter Dinge, dass die Förderungen sichergestellt werden,
kündigte Rossmann an. Neben dem Thema Tourismusfinanzierung kam auch
der - durch gesellschaftliche Entwicklungen begünstigte - Trend zum
Ganzjahrestourismus zur Sprache. Durch professionelle Marktforschung
soll das "Dachmarken-Branding" für Österreich unterstützt werden. Die
Marke Österreich strahle positiv auch auf alle anderen Branchen aus.
Der Arbeitskreis "Ländlicher Raum und Tourismus" (Vorsitz
Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer) bemerkte positiv, dass das
Gegeneinander von Tourismus und Landwirtschaft der Vergangenheit
angehöre und man inzwischen zumindest gut nebeneinander lebe.
Allerdings wäre durch eine intensive Kooperation ein Miteinander
anzustreben. Tourismus und Landwirtschaft brauchten einander
gegenseitig, beide müssten die Stärken des ländlichen Raumes nützen.
"Der ländliche Raum braucht den Tourismus". An die Adresse der
Österreich Werbung richtete Molterer den Wunsch, rechtzeitig mit der
Marketingkampagne zum UNO-Jahresthema "Wasser" im Jahr 2003 zu
beginnen.
Auch im Arbeitskreis "Kultur und Tourismus" (Leitung
Staatssekretär Franz Morak) wurde die Bereitschaft deutlich, die
Zusammenarbeit zu verstärken und die Kultur stärker als einer der
Schwerpunkte im Tourismus zu verankern. Morak unterstrich die
"Rentabilität des Schönen", ganz im Sinne von Spartenobmann Schenner,
der schon seit längerem auf die "Kulturschiene" setzt.
Im Arbeitskreis Gesundheit und Tourismus (Leitung Staatssekretär
Reinhardt Waneck) wurde eine Reihe von Projekten zum
Gesundheitstourismus, insbesondere Initiativen zur Kooperation und
Clusterbildung, diskutiert und angekündigt.
Im Arbeitskreis Verkehr schließlich wurde kritisiert, das der
Tourismus nicht im Generalverkehrsplan verankert war. Dieses
Versäumnis soll nun nachgeholt werden. Mit Nachdruck sprach sich die
Branche dafür aus, Touristen-Autobusse aus dem Road Pricing
auszunehmen und bei den Vignetten zu bleiben. Gespräche darüber sind
im Gange. Auch wurde der Wunsch deponiert, dass bestehende
Förderungen, z.B. hinsichtlich der "sanften Mobilität", erhalten
bleiben.
Rückfragehinweis: [email protected]
(Schluss) gb
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