Tourismus-Sparte zieht positive Bilanz der Regierungskonferenz in Obertauern

Stellenwert des Tourismus durch versammelte Regierungsmannschaft anerkannt

Obertauern (OTS) - Zufrieden mit den Ergebnissen der "Tourismuskonferenz 2002" der österreichischen Bundesregierung in Obertauern, die rund 200 Spitzenrepräsentanten dieses Wirtschaftszweiges versammelte, zeigte sich der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Johann Schenner. "Die Tagung hat unsere Erwartungen erfüllt. Wir wissen die Regierung in den für uns wichtigen Anliegen auf unserer Seite". Veranstaltungen dieser Art seien wichtig, um das Tourismusbewusstsein zu stärken und die Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die direkten und indirekten Umsätze der Tourismus-und Freizeitbranche erreichen gemäß Tourismus-Satellitenkonten einen Anteil von 16,2 Prozent am BIP, die Einnahmen aus dem Tourismus stiegen 2001 um 7,5 Prozent.

Bei der eineinhalbtägigen Veranstaltung, die unter dem Vorsitz von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer stand, wurden die aktuellen Probleme der Branche in Arbeitskreisen erörtert. Die Wirtschaftskammer Österreich war in diesen Arbeitskreisen u.a. durch Vizepräsident Matthias Krenn, Spartenobmann Johann Schenner, die Fachverbandsobmänner Helmut Hinterleitner (Gastronomie), Hans Melcher (Hotellerie), Edward Gordon (Reisebüros) und Julian Hadschieff (private Krankenanstalten) sowie die zuständigen Sparten- und Fachverbandsgeschäftsführer vertreten.

Einigkeit herrschte im Arbeitskreis "Arbeit und Tourismus" (Leitung: Wirtschaftsminister Martin Bartenstein) darüber, dass der Tourismus Saisonarbeitskräfte braucht. Dies wurde auch vom Vorsitzenden der zuständigen Gewerkschaft HGPD, Rudolf Kaske, anerkannt. Allerdings gingen die Meinungen in der Frage auseinander, wie viele Saisoniers tatsächlich benötigt werden. Diese sollen jedenfalls "streng nach den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes" eingesetzt werden.

Wie Minister Bartenstein festhielt, wird durch die Tourismus-Saisoniers kein einziger Arbeitsplatz gefährdet. So gab es in Wien einen Anstieg der Arbeitslosigkeit, obwohl im Winter kein einziger Saisonier beschäftigt war, während Tirol trotz einer Höchstzahl von 4.000 Saisoniers im vergangenen Winter sogar einen Rückgang der Arbeitslosenzahl meldete.

In Vorbereitung der EU-Osterweiterung soll geprüft werden, inwieweit Praktikantenverträge mit den Kandidatenländern abgeschlossen werden können, um den Beitritt dieser Länder vorzubereiten. Bartenstein kündigt weiters gemeinsame Bemühungen der Sozialpartner und des Ministeriums an, um die Attraktivität der Tourismus-Lehrberufe zu erhöhen. Dazu werde es in kürze eine Reihe von Vorschlägen geben.

Keine Einigung wurde in der Frage der Saisonverlängerung erzielt. Wie Bundeskanzler Schüssel in der Schlussrunde festhielt, werde man sich Mitte Mai wieder zusammensetzen und die Gespräche weiterführen.

Verschiedene Wünsche der Branche wurden im Arbeitskreis "Zukunft des Tourismus" (Leitung Staatssekretärin Mares Rossmann) deponiert. So etwa die Forderungen nach Absetzbarkeit des Eigenkapitals und nach einer Anpassung der Abschreibung an die wirkliche touristische Nutzungsdauer. Die Investitionstätigkeit der Branche war in letzter Zeit so stark, dass die Fördermittel knapp geworden sind. Sie sei aber guter Dinge, dass die Förderungen sichergestellt werden, kündigte Rossmann an. Neben dem Thema Tourismusfinanzierung kam auch der - durch gesellschaftliche Entwicklungen begünstigte - Trend zum Ganzjahrestourismus zur Sprache. Durch professionelle Marktforschung soll das "Dachmarken-Branding" für Österreich unterstützt werden. Die Marke Österreich strahle positiv auch auf alle anderen Branchen aus.

Der Arbeitskreis "Ländlicher Raum und Tourismus" (Vorsitz Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer) bemerkte positiv, dass das Gegeneinander von Tourismus und Landwirtschaft der Vergangenheit angehöre und man inzwischen zumindest gut nebeneinander lebe. Allerdings wäre durch eine intensive Kooperation ein Miteinander anzustreben. Tourismus und Landwirtschaft brauchten einander gegenseitig, beide müssten die Stärken des ländlichen Raumes nützen. "Der ländliche Raum braucht den Tourismus". An die Adresse der Österreich Werbung richtete Molterer den Wunsch, rechtzeitig mit der Marketingkampagne zum UNO-Jahresthema "Wasser" im Jahr 2003 zu beginnen.

Auch im Arbeitskreis "Kultur und Tourismus" (Leitung Staatssekretär Franz Morak) wurde die Bereitschaft deutlich, die Zusammenarbeit zu verstärken und die Kultur stärker als einer der Schwerpunkte im Tourismus zu verankern. Morak unterstrich die "Rentabilität des Schönen", ganz im Sinne von Spartenobmann Schenner, der schon seit längerem auf die "Kulturschiene" setzt.

Im Arbeitskreis Gesundheit und Tourismus (Leitung Staatssekretär Reinhardt Waneck) wurde eine Reihe von Projekten zum Gesundheitstourismus, insbesondere Initiativen zur Kooperation und Clusterbildung, diskutiert und angekündigt.

Im Arbeitskreis Verkehr schließlich wurde kritisiert, das der Tourismus nicht im Generalverkehrsplan verankert war. Dieses Versäumnis soll nun nachgeholt werden. Mit Nachdruck sprach sich die Branche dafür aus, Touristen-Autobusse aus dem Road Pricing auszunehmen und bei den Vignetten zu bleiben. Gespräche darüber sind im Gange. Auch wurde der Wunsch deponiert, dass bestehende Förderungen, z.B. hinsichtlich der "sanften Mobilität", erhalten bleiben.

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